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Verhindern Nullzinsen den Zusammenbruch?

3. Oktober 2019 von in Gastbeitrag | 1 Kommentar

Lieber Herr Brichta,
In Zeiten des Null- und Negativzinses denke ich immer wieder an Ihr Buch zurück. Ist der Negativzins nicht die einzige Möglichkeit den von Ihnen beschriebenen Kollaps der Währung zu vermeiden ?
Wäre es nicht Zeit für eine neues Buch zu dem Thema, welches sich mit den Konsequenzen der Nullzinspolitik auseinander setzt ?

Viele Grüße aus Hannover,

Michael Bräuer

1 Kommentar

  1. Lieber Herr Bräuer,

    vermeiden lässt sich der Kollaps auch mit Null- oder Negativzinsen nicht. Diese tragen allenfalls dazu bei, dass sich der Kollaps etwas weiter nach hinten verschiebt.

    Die Vernichtung an Geldvermögen, die z.B. durch Negativzinsen verursacht wird, ist viel zu gering, als dass sich daraus eine Kollapsvermeidung ergeben könnte.

    Vielleicht wird dies für Sie nachvollziehbar, wenn Sie bedenken, dass zur Kollapsvermeidung etwas nötig wäre, das denselben Effekt hat wie dieser. Also eine Vernichtung von Geldvermögen und Schulden in erheblichem Umfang. Erst dann wäre das System bereinigt. Eine solche erhebliche Vernichtung wäre aber nichts anderes als der Kollaps selbst.

    Wie Sie es also drehen und wenden: Am Kollaps führt langfristig kein Weg vorbei. Wie sich dieser dann ausgestaltet, ist etwas ganz anderes. Er muss nicht als Kollaps daherkommen. Er kann z. B. auch als „Reform“ verkauft werden.

    Zu Ihrer zweiten Frage: Die Grundlagen für Null- und Negativzinsen sind im Buch ausführlich besprochen. Was wir nicht gemacht haben, ist eine ausführliche Beschreibung des Phänomens. Diese wäre m. E. aber allenfalls ein weiteres Kapitel wert und kein völlig neues Buch. Ich gehöre nämlich zu denjenigen, die ein neues Buch nur dann schreiben, wenn es auch Neues zu sagen gibt. (Ich weiß, dass das andere anders machen 😉).

    Bis jetzt ist es so, dass sich alle Rahmenbedingungen und Phänomene so entwickeln, wie im Buch prognostiziert. Insofern schaue ich also mit innerer Ruhe und Zufriedenheit auf das, was sich da tut. Die aufgeregten Kommentare und Erklärungsversuche von „Experten“ in den Medien verursachen bei mir in der Regel nur ein Lächeln – so wie neulich der „Lehrbuch“-Kommentar des Bankenverband-Geschäftsführers.

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