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1 Kommentar

  1. Seine gesamte ökonomische Theorie kann ich nicht beurteilen. Dass aber die Geldwirtschaft einem Wachstumszwang unterliegt, ist offensichtlich, wenn man die Funktionsweise unseres bestehenden Geldsystems analysiert. Dies haben wir in unserem Buch getan. Der Wachstumszwang ist darin – wie ich meine – für jedermann verständlich erklärt.

    Es gibt in meiner Analyse allerdings zwei elementare Unterschiede zu Binswanger:

    1. Er führt den Wachstumszwang in erster Linie auf den Gewinn zurück, den Unternehmen und andere Investoren für das Risiko ihrer Investition erwarten. Das schließt alle Investitionen ein und erstreckt sich insbesondere auf Investitionen in der Realwirtschaft.

    Ich trenne dagegen strikt zwischen monetärer und realer Wirtschaft und beziehe den Wachstumszwang ausschließlich auf den monetären Bereich. Soll heißen: Unabhängig von dem, was in der Realwirtschaft passiert, ist das Geldsystem aufgrund seiner Konstruktionsweise darauf angewiesen, stetig zu wachsen.

    2. Man könnte den Gewinn im Binswangerschen Sinne hier also konkret auf den Zins beziehen, den Investoren erwarten. Aber auch hier erweitere ich das Blickfeld und erkläre, warum der monetäre Wachstumszwang im fortgeschrittenen Alter des Geldsystems selbst bei dauerhaftem Null-Zins bestehen würde.

    Im Klartext bedeutet das: Langfristig besteht der geldwirtschaftliche Wachstumszwang selbst dann, wenn Investoren keinen „Gewinn“ mehr erwarten dürfen. Dies liegt daran, dass der Zins nur EINEN Faktor darstellt, der den Wachstumsdruck ausübt.

    Generell rührt der Wachstumsdruck daher, dass Geldvermögen gehortet und damit dem unmittelbaren Geldkreislauf entzogen wird. Dieses gehortete Geldvermögen fehlt somit, um den Kreditnehmern eine ausreichende Liquidität zur Bedienung ihrer Kredite zu ermöglichen. Die Lösung kann dann nur sein, dass neues Geld durch neue Kredite in Umlauf kommt.

    Dass Geldvermögensbesitzer selbst bei Null-, ja sogar bei Negativzinsen bereit sind zu investieren, zeigt ja die derzeitige Entwicklung.

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