Categories Menu

4 Kommentare

  1. Am 26.11.2013 um 18:21 schrieb HG Butzko:

    Hallo Herr Brichta,
    Sie sagen:Geldvermögen kann nur existieren, wenn andere dafür in gleicher Höhe Schulden haben.
    DAS hier sieht aber nicht nach in gleicher Höhe aus:
    Privates Geldvermögen in Deutschland
    5.364.870.758.680 €

    Öffentliche Verschuldung in Deutschland
    1.928.185.350.202 €
    Frage: Habe ich das so zu interpretieren, dass die restlichen ca 3,4 Bios private Schulden sind?
    Oder Schulden von ausländischen Schuldnern?
    Oder sogar beides?
    Liebe Grüße,
    HGButzko

    Raimund Brichta antwortet:
    Hallo Herr Butzko,

    zum einen ja. Auch die privaten und das Ausland sind selbstverständlich bei privaten Inländern verschuldet.

    Zum anderen muss man genau definieren, was man unter Geldvermögen versteht. Ich definiere den Begriff nach gängiger Lesart als den BESTAND AN ZAHLUNGSMITTELN UND FORDERUNGEN. Diese Definition finden sie u.a. auf Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Geldvermögen) und es ist m. E. auch die einzige, die sinnvoll ist. Nur sie erlaubt nämlich eine eindeutige Abgrenzung zum Sachvermögen, das zum Beispiel aus Immobilien, Metallen oder Unternehmensanteilen (die definitiv keine Forderungen darstellen) besteht.

    Genau so steht es in unserem Buch. Darin steht aber auch, dass die Bundesbank in ihren Geldvermögensstatistiken Dinge erfasst, die nach dieser Definition gar nicht hineingehören, nämlich das AKTIENVERMÖGEN. Darüber habe ich schon ausführlich mit der Bundesbank diskutiert, aber mehr als „das machen wir schon immer so, weil es auch die OECD schon immer so macht“ kam dabei nicht raus. Wie wenig zielführend dieses Vorgehen ist, erkennen Sie auch daran, dass alle anderen Unternehmensanteile ( z.B. GmbH-Anteile) auch in der Buba-Statistik NICHT zum Geldvermögen gezählt werden.

    Ich gehe davon aus, dass das Aktienvermögen in der von Ihnen zitieren Zahl von knapp 5,4 Bill € ebenfalls enthalten ist. Dies müssten Sie also auch noch abziehen, damit die Gleichung „Geldvermögen der einen = Schulden der anderen“ herauskommt.

    Ich will niemandem etwas unterstellen, aber Tatsache ist, dass solche Statistiken vernebeln und es den Bürgern erschweren, den klaren Durchblick über die Funktionsweise des Systems zu bekommen. Aber dafür gibt es ja mich 😉

    Herzlicher Gruß
    Raimund Brichta

  2. HG Butzko schrieb am Mi, 27 Nov 2013 2:23 pm:
    Danke Herr Brichta für Ihre Erklärungen.
    Für mich stimmt beides.
    Das Privatvermögen ist schon so hoch, wie beschrieben, beinhaltet aber auch Kurswerte,
    die schwanken (sprich sinken/sehr steil sinken/sehr schnell sinken/abstürzen/crashen) können. *lach
    OK; damit ist mir geholfen….

    Liebe Grüße,
    HGButzko
    Raimund Brichta schrieb am Wed, 27 Nov 2013 15:41:20:
    Nein, lieber Herr Butzko, das gesamte Privatvermögen ist sogar noch viel höher! Denn in diesen Zahlen sind KEINE IMMOBILIEN, KEINE EDELMETALLE UND SCHMUCK, KEINE ANDEREN UNTERNEHMENSANTEILE AUSSER AKTIEN enthalten (und noch vieles andere nicht).
    Gruß
    Raimund Brichta

    Am 28.11.2013 um 08:05 schrieb Butzko:
    Mir gehts darum, wie man dieses Verhältnis
    -> 5,3 Bios Privatvermögen zu 1,9 Bios Staatsschulden
    mit Ihrer Aussage, dass Schulden und Vermögen GLEICH groß sind, in Einklang bringt.

    Sie schrieben erst, ich soll also aus den Privatvermögen die Aktienvermögen raus rechnen.
    Dann – so dachte ich – nähern sich diese beiden Zahlen also wieder an.

    Jetzt schreiben Sie, ich soll aber Immobilen, Edelmetalle, Schmuck, etc etc wieder hinzu rechnen…
    Was dazu führen würde, dass sie wieder auseinander driften….

    Na, Sie machen mir aber Spaß…
    ts ts ts

    Raimund Brichta schrieb am Thu, 28 Nov 2013 08:47:

    Dann verstehen Sie noch nicht den Unterschied zwischen Geldvermögen und Sachvermögen. Ich habe nie behauptet, dass SCHULDEN und VERMÖGEN INSGESAMT gleich hoch sind, wie Sie schreiben. Diese Gleichung gilt nur für Schulden = GELD-Vermögen.

    Nun gibt es außer diesem Geldvermögen (das aus Geld und Forderungen besteht) noch weiteres Vermögen, das den Besitz an SACHEN umfasst (etwa Immobilien, Gold, Unternehmen). Dieses bezeichnet man als SACH-Vermögen. Und es ist klar, dass etwa einem Goldbarren keine Schulden gegenüber stehen müssen. Das Sachvermögen kommt also noch zum Geldvermögen dazu.

    Mit anderen Worten: Geldvemögen ist nur ein Teil des gesamten Vermögens – wenn auch ein sehr wichtiger, wenn Sie etwa daran denken, wie sehr gerade die Deutschen aufs Geldsparen setzen.

    In meiner ersten Mail hatte ich Sie nur gebeten, gedanklich den Anteil an SACH-Vermögen aus der „offiziellen“ Zahl zum GELD-Vermögen herauszurechen (nämlich den Aktienbesitz).

    Und meine letzte Mail bezog sich auf Ihre Aussage, dass die „Privatvermögen“ schon so hoch seien, wie angegeben. Ich wollte nur ausdrücken, ja, das stimmt, aber insgesamt sind die Privatvermögen sogar noch höher. Wenn man nämlich außer dem Aktienvermögen, das in der Zahl enthalten ist, noch das weitere private Sachvermögen dazuzählt.

    Ich hoffe, jetzt alle Missverständnisse ausgeräumt zu haben, und grüße Sie herzlich

    Raimund Brichta

    Am 28.11.2013 um 08:53 schrieb HG Butzko:

    Ich verstehe Sie schon durchaus.

    Mir geht es um einen anderen (satirischen) Zugang:

    Mal ihre Einschätzung
    Die Reichtumsuhr sagt: In Deutschland existieren 5,3 Bios Privatvermögen
    Wie hoch ist diese Zahl Ihrer Meinung nach tatsächlich …schätzungsweise?

    Raimund Brichta antwortet:
    Mir ist schon klar, dass Sie die Sache satirisch beleuchten wollen. Ich wollte Ihnen nur die richtige Grundlage dafür vermitteln.

    Die „Reichtumsuhr“ misst in etwa nur die Hälfte des gesamten Privatvermögens. Die hier schätzen es auf insgesamt rund 10 Billionen:

    http://www.crp-infotec.de/01deu/finanzen/privat_vermoegen.html

    Herzlicher Gruß
    Raimund Brichta

  3. Am 28.11.2013 um 09:42 schrieb Butzko :

    OK, und in diesen 10 Bios ist dann ALLES drin?
    Aktien, Metalle, Immobilien, Schmuck, Meißner-Porzellanvasen, Käthe-Kruse-Puppen, Paninibildchen von Jogi Löw, etc etc.
    Richtig?

    So, und jetzt wirds doch witzig..
    All diese Sachwerte wurden doch mit Geld erworben. Und auch dieses Geld muss doch als Kredit in den Umlauf gekommen sein?
    Richtig?

    Und das heißt doch für den Satiriker:
    Wenn wir Privatvermögen von rd 10 Bios haben, und Staatsschulden von rd 2 Bios,
    Wer hat dann die fehlenden 8 Bios Schulden?

    Host mi, Brichta?
    ;-))

    Raimund Brichta antwortet:

    Da sind leider mehrer Denkfehler drinnen. Zum Beispiel:

    Nicht alle Sachen sind mit Geld erworben worden. So’n gräfliches Schlösschen zum Beispiel ist schon seit Jahrhunderten in Familienbesitz. Damals gab’s unser Geld noch gar nicht, und vielleicht hatten die gräflichen Vorfahren ihr Anwesen ja auch mit Gewalt erworben 😉

    Außerdem gibt es einen Kreislauf des Geldes als Zahlungsmittel. Das heißt: Ein und dasselbe Geld kann zum Kauf verschiedener Vermögenswerte oder Leistungen verwendet werden.

    Ein einfaches Beispiel:

    Butzko nimmt einen Kredit auf von – sagen wir – 2.000 Euro. Den dürften Sie doch bekommen, oder? 😉

    Butzko kauft dem Brichta dafür seine alte Karre ab.

    Brichta zahlt damit den Gärtner, der dafür seinen Garten mal richtig auf Vordermann bring.

    Der Gärtner kauft dafür eine VIP-Karte für eine Butzko-Vorstellung.

    Butzko nimmt die 2.000 € und zahlt damit seinen Kredit zurück (Zinsen lassen wir mal außen vor. Die dürften bei Ihrer Bonität sowieso keine Rolle spielen.)

    Mit der Tilgung verschwindet das Geld wieder. Und obwohl es das Geld nicht mehr gibt, hat Butzko eine Karre im Wert von 2.000 € in seinem Privatvermögen.

    Host mi, Butzko? Ich dachte Sie hätten mein Buch gelesen 😉

    Herzlicher Gruß
    R. Brichta

  4. Am 28.11.2013 um 11:10 schrieb Butzko:

    Nachdem ich besagte Karre von Ihnen erworben haben, befindet diese sich jetzt zwar in MEINEM, aber dafür nicht mehr in IHREM Besitz.
    Das heißt, in der Gesamtstatistik über Privatvermögen (zwischen 5,3 und 10 Bios – die einen sagen so, die anderen so) ändert sich nix. Da sind nicht plötzlich € 2000,– dazu gekommen.
    Richtig?

    Brichta antwortet:

    Das kommt darauf an. Nehmen Sie z. B. an, ich hätte die Karre aus wertlosen Schrott-Teilen zusammengebastelt, die vorher in keiner Vermögensstatistik waren.

    Wichtig ist mir auch nur das Prinzip: Die Gleichung „alle Sachwerte wurden mit Geld erworben, Geld entsteht durch Schulden, und deshalb müssten doch genauso viele Schulden da sein, wie es Sachwerte gibt“, ist nicht schlüssig.

    Darüber hinaus schätze ich, wäre ein Großteil Ihres Publikums ohnehin überfordert, diesen Gedankengängen zu folgen.

    Ich will Ihnen keinen Gag miesreden, aber das ist zumindest meine Einschätzung aus der Ferne.

    Trotzdem können Sie’s ja mal versuchen, denn die Gags, die keiner versteht, werden doch oft am meisten belacht, oder?

    Mit lächelnden Grüßen

    Raimund Brichta

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

wp-puzzle.com logo