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Die „Wahrheit über Geld“ bricht sich Bahn

29. Juli 2019 von in Allgemein | Keine Kommentare

Die Erkenntnisse aus unserem Buch „Die Wahrheit über Geld“ setzen sich allmählich auch in der Finanzbranche durch. Zwar erst ganz, ganz langsam, aber immerhin ist damit ein Anfang gemacht. Erwartungsgemäß sind Finanzleute ohnehin die ersten, die davon Wind bekommen. Zumindest sie beginnen also, die Hintergründe zu verstehen.

Bis sich die Erkenntnisse danach auch im Mainstream verbreiten, wird es noch Jahre dauern – wenn es überhaupt so weit kommt.

Aktuell gibt es zwei Beispiele für zwei unserer Erkenntnisse, die sich langsam Bahn brechen:

1.

Das erste ist die Einsicht, dass nicht die Notenbanken oder die Digitalisierung oder die Bevölkerungsentwicklung oder sonstige Verdächtige Hauptursachen für die mickrigen und teilweise sogar negativen Zinsen sind, sondern es sind die immer größer werdenden Geldvermögen. Also im Prinzip wir alle, die sparen.

Die Analysten des Schweizer Bankhauses Julius Bär schreiben dazu jetzt in einer Studie: „Negativzinsen sind die Folge von zu hohen Ersparnissen bei Staaten und Unternehmen in der Eurozone“. Bravo! Zumindest stimmt die Richtung der Erkenntnis. Denn „zu hoch“ sind die Ersparnisse keineswegs. Nach vielen Jahrzehnten ohne größere monetäre Krisen, in denen Geldvermögen ansonsten in großem Stil vernichtet worden wären, haben die Ersparnisse lediglich ihren erwartbaren Umfang erreicht. Deshalb beschränkt sich das Phänomen niedriger Zinsen auch nicht auf die Eurozone, wie man beim Lesen der Julius-Bär-Analyse vermuten könnte, sondern es erstreckt sich auf alle Industrieländer, die sich in einem ähnlichen Entwicklungsstadium befinden wie wir.

Japan zum Beispiel hat dieses Stadium sogar schon früher erreicht als die Eurozone. Selbst die USA sind bereits angekommen, auch wenn die Zinsen dort aufgrund verschiedener Sondereinflüsse zurzeit etwas höher sind als bei uns.

Die von den Julius-Bär-Analysten und anderen empfohlen „Rezepte“ – etwa eine steigende Staatsverschuldung zur Ankurbelung der Wirtschaft – werden deshalb an der Grunderscheinung niedriger Zinsen nichts ändern.

Die Zinsen bleiben vielmehr so lange niedrig, bis sich ein Systemcrash abzeichnet.

2.

Und damit wären wir bei einer zweiten Erkenntnis aus dem Buch, die jetzt in der Börsen-Zeitung aufgegriffen wurde: Entgegen eines weit verbreiteten Glaubens, dass die Notenbanken bei Zinsen um null ihr Pulver weitgehend verschossen hätten, verfügen diese im Gegenteil noch über ausreichend Munition, um den Systemcrash weiter in die Zukunft zu verschieben.

Die Börsen-Zeitung beschreibt einen ganzen Köcher voller Pfeile, die die EZB noch verschießen kann (und vermutlich auch wird). Zum Beispiel:

– Ausweitung der Anleihekaufprogramme auf noch mehr Unternehmensanleihen und auf Bankanleihen.

– Käufe von Aktien und Aktienfonds (ETFs). Das wird in Japan schon praktiziert.

– Damit verbunden wäre eine weitere Aufblähung ihrer Bilanz. (Die 10-Billionen-Euro-Grenze wird m. E. im nächsten Jahrzehnt erreicht und überschritten).

– Am Ende der Aufzählung der Börsenzeitung steht das Helikoptergeld. Bildlich gesprochen würden dann Hubschrauber der EZB aufsteigen und es überall im Land Banknoten regnen lassen. Praktisch bedarf es dafür aber nur der Bedienung einiger Knöpfe, die das Geld auf die Bankkonten der Bürger buchen. Vielleicht gibt es bis dahin sogar schon das Zentralbankbuchgeld für alle. Das heißt, vielleicht hat dann jeder schon ein Konto bei der EZB.

Mit dem Helikoptergeld beendet die Börsen-Zeitung ihren Blick in die Zukunft. Was danach kommt, beschreiben die Kollegen nicht.

Aber ich tu‘s: Danach kommt die Pleite der Notenbanken und der Systemcrash, Währungsreform, Neuanfang. Wer von uns das noch erleben wird, weiß allerdings auch ich nicht.

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