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Wozu Bargeld?

21. Mai 2015 von in Allgemein | 35 Kommentare

Fans und Gegner des Bargelds reden sich derzeit die Köpfe heiß. Selbst skurril anmutende Fragen werden dabei hin und her gewälzt. Etwa zur Hygiene: Kleben wohl mehr Bakterien an Geldscheinen oder an den Tasten von EC-Karten-Terminals?

Dass in einer so emotional aufgeladenen Debatte noch niemand bis zur Kernfrage vorgestoßen ist, mag noch verständlich sein. Schließlich ist der wesentliche Unterschied zwischen Barem und Unbarem den meisten Leuten gar nicht bewusst. Unverständlich ist aber, dass auch die Wirtschaftsweisen Peter Bofinger und Lars Feld in ihrer Diskussion über das Thema bisher nicht auf den zentralen Unterschied gekommen sind – was, pardon, nicht für professorale Kompetenz auf diesem Gebiet spricht.

Der entscheidende Qualitäts-Unterschied ist nämlich der: Banknoten sind das einzige Geld der Zentralbank, das uns Privatleuten zugänglich ist. Das Geld, das wir auf dem Konto haben und mit dem wir dann bargeldlos bezahlen, stammt nicht von der Zentralbank. Es stammt vielmehr von der jeweiligen Bank oder Sparkasse, bei der wir unser Konto haben, und es ist allenfalls mit dem Versprechen verbunden, dass wir es jederzeit in Bargeld, also in Geld der Zentralbank, umtauschen können.

Zugegeben, in normalen Zeiten spielt dieser Unterschied keine große Rolle, weil wir mit dem einen Geld genauso gut bezahlen können wie mit dem anderen. In Krisenzeiten aber schon. Dann merken die Leute plötzlich, dass das Geld auf den Bankkonten weniger sicher ist als das andere Geld, und deshalb wollen sie es in Bares eintauschen. Aus diesem Grund sind die Bargeldabhebungen in der letzten Finanzkrise exorbitant in die Höhe geschnellt. In England gab es sogar einen regelrechten Bank-Run mit langen Menschenschlangen vor den Filialen.

Wenn das Bargeld abgeschafft würde und alles andere beim Alten bliebe, dann gäbe es diese Möglichkeit nicht mehr. Dann wären wir Privatleute gänzlich abgeschnitten vom Geld der Zentralbank, das als das sicherste Geld gilt. Wir wären stattdessen auf Gedeih und Verderb jenem Geld ausgeliefert, das die Banken und Sparkassen bereitstellen. Die Politiker müssten sich dann zwar in Krisenzeiten nicht mehr vor einem Bank-Run fürchten, aber wollen wir das?

fragt Ihr
Raimund Brichta

35 Kommentare

  1. Ich kann sogenannte „Weise“ und andere Experten schon lange nicht mehr ernst nehmen. Ich glaube die haben auf ihrem Gebiet mehr Ahnung als ich, was den meisten aber abgeht ist gesunder Menschenverstand.Auch glaube ich schon lange nicht mehr an deren Unabhängigkeit.

  2. also ich will das nicht. Ich hab kein Problem damit, Bargeld in der Hand zu halten und es aus zu geben. Was soll die unnütze Diskussion über Bakterien. Die Leute sollten sich lieber Gedanken darüber machen, wie wir es schaffen, dass die Lebensmittelindustrie uns nicht den schleichenden Tod bringt und die Pharmaindustrie bis dahin uns gerade so über Wasser hält und sich dabei eine goldene Nase verdient. Insgesamt scheint das ein ideales Gespann zu sein.

  3. Klar, es gibt viele Argumente contra Bargeld (Kriminalität, etc..). Aber das aufgeführte Argument von Herrn Brichta (Ausfallwahrscheinlichkeit von quasi 0 durch die Zentralbank, mal von Inflation abgesehen) schlägt alles. Die Herren Professoren sollten sich den praktischen lebensnahen Gründen stärker widmen.

  4. Kriza eshte ne nje nivel, qe imponon prej kohe eleminimin e parase ,sikur dhe provizorishte. Ky imponim vjene nga korrupsioni qe si fenomen ekonomik nuk mundet te largohet me thirje burokratike,per lufte te korruptuareve. Ne ditet e sotme te Globalizmit, “pa” shtet dhe pa strukture financiare, monella eshte kthyer ne pengese ,e mjet abuzhiv ,per kembimin e produktit,me spekullim te permasave te medha,,ne dem te shoqerise dhe shtetit. Fakti me domethenes eshte ekzistenca e oazeve fiskale akoma dhe shteti heshte. Aq me shume kur nje mall apo mardhenie shitet me se nje here. JA nje shembull, nje ndeshje futbolli shitet jo vetem ne biletat per stadium,por shitet dhe si rezultat ne firmat e basteve. Por masive eshte kur nje produkte shitet shume here me shume se çmimi ekzistues dhe tatohet ne nivel minimal. Apo kur firmat e medha i fshihen me qellim realitetit,per te shpetuar detyrimit tatimor. Te mos flasim pper tenderat qe sot nuk kane trasparence. Ne menyren se si fuksionon kapitalizmi sot qe me te drejte quhet kapitalizem kazhino,nuk ka rruge tjeter . Ose teknollogjia moderne ose me shume kosto,duke marre vete shteti bankat. Kjo qe sot po imponohet ,nuk duhet menduar si fakultative por detyre. Spekullimi e spekullatoret te goditen me mjetet e metodat ekonomike e jo arbitrare. Partite e djathta dhe liberalet te punojne per popullin ,e jo te lobojne per spekullatoret. E koha kerkon ndryshimin, te gjithe duan te jetojne. Egoizmi i atyre qe nuk ngopen me miliardat do frenuar. Diferencimi i madh sot eshte jo vetem i pa pranushem por dhe kriminal . Politika duhet te zgjohet,ndryshe kriza do te vazhdoi dhe shoqeria do ti fundose. Pamjet sot ne detin mesdhe flasin shume. Ata njerez hapur po thone se nuk kemi arsye politikke por vetem ekonomike. Cili veç shtetit te tyre eshte pergjegjes. Shteti ka detyre te mbroje qytetarin ,e jo te fshihet me gjoja,ekonomi e tregut, me demokracine e te tjera fjale bajate qe i ka ikur koha. Ekonomia e tregut nuk do spekullante dhe demokracia pa pune,nuk ekzistone. Nese sot ne Gjermani veshtire te behesh milionere apo miliadere,ndryshe ne vendet ish komuniste ku kane lindur shumemilionere apo miliadere ne pak vite. Me shume jane ata te politikes. Dhe mos harojme ku te gjithe ishim njesoi. Kemi spekullim apo zotesi.. Mungesa e shtetit solli diferencimin dhe kaosin. Po vjen nje kohe dhe ligjet ekonomike nuk te pyesin. E per pasoi shteti nuk ka tjeter rruge ,i duhen levat ekonomike per te kontrolluar diferencimin.

    • Thank you very much! Unfortunately I’m very bad in speaking Albanian language. So could you please sent your comment in English or German again?

  5. Sehr geehrter Herr Brichta,
    Soweit mir bekannt ist sind Scheine und Münzen das einzig
    Gesetzliche Zahlungsmittel, was den sogenannten Experten auch bekannt sein dürfte.Leider sind diese Herren weder unabhängig noch kompetent. Wer einen Angriff auf die Freiheit startet gehört nicht in derartige Positionen.
    Was letztlich damit bezweckt wird ist die Stärkung der Banken und die Entmündigung der Menschen.m.E. Müsste dafür das Grundgesetz bzw. Verfassung geändert werden!?

    • Vollkommen richtig, lieber Herr Weiler. In diesem Fall sind Zentralbankgeld und gesetzliches Zahlungsmittel identisch. Deshalb habe ich darauf verzichtet, diesen Aspekt auch noch zu erwähnen.

  6. die Abschaffung von Bargeld würde zu einer erheblichen Steuersenkung führen, also mehr Geld für alle! Als ehemaliger Steuerberater weiß ich wie viel mehr Schwarzgeldgeschäfte getätigt werden als die Politik uns glaubhaft machen will.
    Die Kosten zur Herstellung der Münzen und Scheine entfallen auch. Das Vermögen der „kleinen Leute“ läßt sich durch entsprechende Maßnahmen der EZB sicher stellen. Die Kreditinstitute wissen sowieso wo wir unser Geld ausgeben.

    • Das mag ja alles stimmen, lieber Herr Richter. Dennoch erschien es mir wichtig, den aus meiner Sicht zentralen Aspekt in die Diskussion zu bringen, weil er bisher von niemandem erwähnt wurde – auch von den genannten Professoren nicht.

  7. Bares ist wahres – ist so und wird immer so bleiben. Spätestens in Krisensituationen wird der Tauschhandel mit physisch Fühlbarem wieder dominieren. Ich glaube sogar, da genügt schon das Abschneiden des Zugangs zum echten Geld der Zentralbank. Was uns bleibt, sind lediglich Zusagen. Auf Zusagen würde ich mich in der heutigen Zeit nicht mehr verlassen. Es wird somit wieder eine inoffizielle Ersatzwährung geben. Ich sehe dann Gold, Silber, Schmuck oder sogar Naturalien als Tauschobjekte.

  8. Wird das Bargeld abgeschafft, muss zwingend gleichzeitig ein Verbot erlassen werden, „bare“ Fremdwährungen zu kaufen, denn sonst würde zumindest das private Kapital sofort abfließen. Dann ist der Euro kein frei konvertierbares Geld mehr, sondern nur noch eine elektr. Verrechnungseinheit, die im Ausland keinen Wert besitzt. Wie damals in der DDR die Ost-Mark, die auch nur eine bessere Lebensmittelkarte war.

  9. Tolle Thematik um sein Buch zu verkaufen – ansonsten “ Thema verfehlt „.
    1.) Ich will keine Abbuchung für 3 Brötchen oder 1 Stunde
    Parkgebühr.
    2.) Ich will nicht der absolut gläserne Konsument sein.
    3.) Ich will nicht solchen Banken wie der kriminellen DB ausgeliefert sein.
    4.) Ich will nicht den Elektronikwahn noch mehr mitmachen und eine noch größere Abhängigkeit von Computer und Co hinnehmen.

    Es reicht-

    • Leider scheinen Sie in diesem Fall das Thema verfehlt zu haben. Denn mir ging es in dieser Kolumne einzig und allein darum, den zentralen Aspekt in die Diskussion zu bringen, der bisher noch von niemandem erwähnt wurde, auch von den genannten Professoren nicht. Meine Zeit wäre mir – ehrlich gesagt – zu schade gewesen, um in einer solchen Kolumne noch einmal all die bekannten Argumente wiederzukauen, die Sie in Ihrem Kommentar erwähnen. Das haben andere in den letzten Tagen schon zur Genüge getan. Auch die Zeit meiner Leser wäre mir dafür zu schade gewesen.

  10. Das Ziel der Protagonisten dieses Themas wird, gefördert von einer zu einem großen Teil willfährigen bzw. unfähigen Presse, durch teils dümmliche Diskussionen bewusst auf Randthemen verlagert. Ziel ist es, den Bürger weiter zu entmündigen und seine Freiheiten weiter drastisch einzuschränken. Warum?
    Dann wird es für alle einfacher
    > weiterhin eine unseriöse Geldpolitik zu betreiben (Buchgeld-Hyper-Inflation -Erläuterungen würden hier zu weit führen), um die mangelnde Haushaltsführung vieler EU-Staaten zu kaschieren (z.B. über ersparte Zinsausgaben!)
    > die Sparer nicht nur durch eine Null-Zins-Politik zu schädigen, sondern ihnen sogar Minuszinsen zu verabreichen
    > durch elektronische Erfassung dann aller Ausgaben der Bürger endlich gezielten Einfluss auf deren Verhalten nehmen zu können (Werbung, Gesundheitsvorgaben und deren Kontrolle, Bewegungsprofile von Staatsfeinden usw usw). Wer noch daran glaubt, dass ein guter Datenschutz dies verhindern wird, glaubt sicher auch daran, dass Zitronenfalter Zitronen falten.
    Meinem Vor-Kommentator schließe ich mich an -die sogenannten Wirtschaftsweisen sind nichts als Interessenvertreter!

  11. Verlust des Bargelds bedeutet Verlust der Freiheit. Ziel einer Abschaffung des Bargelds ist der gläserne Mensch, der sich zu 100% kontrollieren lässt. Ein interessanter Aspekt: In der Offenbarung des Johannes (letztes Buch der Bibel – etwa 95 nach Chr. geschrieben) wird vorhergesagt, dass es zu einer weltweiten Diktatur kommen wird, in der man ein Zeichen an der Stirn oder dem Handgelenk haben muss, um kaufen oder verkaufen zu können. Ziel ist die totale Kontrolle, die ebenfalls vorhergesagt wird.
    Das ist heute kein Problem mehr. Ein Bio-Chip am Handgelenk oder an der Stirn, und schon ist das Problem des unkontrollierten Geldtransfers gelöst…
    Fazit: Die Abschaffung von Bargeld ist eine der Voraussetzungen, dass sich diese fast 2000 Jahre alte Prophetie erfüllen wird. Abschaffung des Bargelds ist ein weiterer Schritt für die totale Kontrolle…

  12. Ich glaube, das ist so ähnlich wie damals beim „Goldstandard“ der USA: Auf unseren Konten lagern so viele „virtuelle“ Milliarden, dass diese niemals(!) in echtes Geld umgetauscht werden könnten. Man könnte auch nicht soviel Gold und Silber oder andere dauerhaft wertbeständigen Metalle bekommen. Unser „Geld“ besteht nur aus Einsen und Nullen in irgendwelchen Computersystemen und hat sich in vielen Fällen von der realen Wirtschaft längst abgekoppelt – und der Zustand verschlimmert sich täglich. Irgendwann müssten die kontoführenden Banken mal eine Art „Offenbarungseid“ leisten und sagen: „Wir können Euch Euer Geld nicht auszahlen.“ Da kommt man aber gut drum herum, wenn man das Papier- und Münzgeld einfach abschafft – so wie mit dem Goldstandard geschehen. Dann kann man die Zahlen in den Computersystemen beliebig hoch schrauben und keiner merkt, dass dem keine realen Werte mehr gegenüber stehen.

    Ein zweiter Aspekt ist die Überwachung, die von vielen kleingeredet wird. „Wer nicht zu verbergen hat…“ usw.
    Aber: Die Banken, der Staat und viele Kriminelle (Hacker und Viren-Bastler oder deren Auftraggeber) können minutiös erfassen, wann ich wo was gekauft habe und quasi in Echtzeit feststellen, ob ich jetzt gerade in meinem Wohnort im Discounter eingekauft habe oder bei einem Bier im Kiosk an der Nordsee sitze. Ein gefundenes Fressen für Kriminelle: Wer hat neulich wertvolle Elektronik eingekauft und ist derzeit mit einem Familienticket in Spanien unterwegs?
    Die Versicherungen werden ausrechnen welche Lebenserwartung ich habe, weil ich immer nur Pommes rot-weiß esse und Weizenbier trinke – das gibt dann einen saftigen Aufschlag af die Versicherungsprämie – und die Bank wird sich überlegen, ob sie jemandem einen langfristigen Kredit gibt, der einmal die Woche in einer Spielothek ein Schnäpschen trinkt und Spielautomaten füttert oder jede Woche zwei Kisten Bier und eine Flasche Korn kauft. Wer aber nur Wasser und Fruchtsaft nach Hause bringt bekommt von seiner Krankenversicherung monatlich was gutgeschrieben. Das geht dann sogar automatisch, d.h. ohne KV-Sachbearbeiter – der Computer „sieht“ ja, was gekauft wurde.

    Das alles ist dann nur einen Mausklick entfernt – und Banken, Versicherungen und der Staat _werden_ klicken. Und die Kriminellen werden alles daran setzen, dass sie das auch können.

    Das schlägt in dieselbe Kerbe wie die unsägliche (derzeit noch optionale) Überwachung der Fahrweise durch KfZ-Versicherer – nur dass es dann alle Bürger betrifft und _keiner_ sich dem entziehen kann.

    Also mich persönlich schaudert es bei dem Gedanken und Orwell dürfte wohl mit hoher Drehzahl im Grabe rotieren. 🙁

  13. vorab möchte ich mich bei allen entschuldigen die mir nicht zustimmen, leider ist es mir nicht möglich es allen recht zu machen.

    es geht im kern um die tatsache das unseren lieben banken am ende sind. in dem moment wo alle ihr geld von der bank abheben und es in der tasche tragen bekommen die banken kein geld von der ezb,den die sicherheiten haben WIR in der tasche, folglich bekommt auch angela kein geld, daurauf folgt die pleite unseres landes.
    der vorteil ohne bargeld wäre natürlich das es nie zu einer bankenpleite kommt, den zahlen auf dem display kann man immer ändern 😉
    hinzu folgt durch zahlung des ec die totale überwachung unseres dasein, siehe kommunikationsdaten/standortdaten/soziale netzwerke…….

    Das beste wird sein wir laufen nackt durch die stadt, hängen unsere wohnungstür aus und legen all unsere geld in eine glasschale

    in meinem augen befinden wir uns auf einem weg der total verblödung, aber he, solang im fernsehen noch scheiße kommt und man muss den hut davor ziehen wenn man bedenkt das man dazu in der lage ist jemandem der die geistige verblödung erreicht hat durch das tv zu vermitteln das er noch eine geistige höhe besitzt!

    ob es uns gelingt zu sehen dass das kind gerade fehlt?

    • Ich stimme Ihnen im Großen und Ganzen zu, möchte aber die Einschränkung machen, dass Sie mit „totaler Verblödung‘ in Bezug auf das Fernsehen wohl kaum n-tv und seinen Internetauftrit meinen können 😉

  14. In diesem Land kann zwar der Bürger mitreden und seine Meinung sagen, das alles aber nur zum Schein. Aber überall mitquasseln dürfen , um letztlich nichts zu bewirken, ist eben nur eine „Schein“demokratie. Die wichtigen Probleme (Aufnahme, Umgang, Abschiebung von Flüchtlingen, welche Rolle spielt Deutschland in der EU, Sozialschmarotzertum, großzügige Verteilung von Geschenken und Geld in aller Welt, Bildungswesen seine Struktur und seine Inhalte, …) um nur einige Beispiele zu nennen, und jetzt das Schicksal des Bargeldes, das alles entscheiden Politiker und Laien. Das ist doch einfach nur noch lachhaft

  15. Für mich noch schlimmer als das Beschriebene ist die 100% Kontrolle was ich wo kaufe, wem ich wie viel gebe, was ich woher auch immer bekomme.
    Gäbe es Minuszinsen auf meine Einlagen kann ich nicht verhindern mein Geld in Sicherheit zu bringen in dem ich es abhebe. Wir wären auf Verderben und Gedeih der Bank und dem Staat ausgeliefert.

  16. Sehr geehrter Herr Brichta,

    ich finde es beruhigend, dass Sie dieser Debatte den wichtigsten Punkt hinzufügen. Tatsächlich lässt es sich leider sehr oft beobachten, dass die Fachmenschen, die sich mit solchen Themen auseinandersetzen, offensichtlich zu sehr innehalb ihrer „Finanz-Gedankenwelt“ bewegen, ohne sich auf die wesentlichen Grundsätze des Finazwesens zu besinnen. Oder, wie Heiner es ausdrückt, es mangelt an „gesunde[m] Menschenverstand“.

    Geld wird immer unwirklicher und sein Gegenwert immer undurchsichtiger. Der bunte Papierlappen hat immerhin noch etwas mehr Wahrhaftigkeit und Transparenz als Zahlen in Computern. 

  17. Hallo Herr Brichta,

    super, dass Sie den Menschen erklären, was Geld wirklich ist, aber welchen „Wert“ hat den bitte Zentralbankgeld?

    Auch bei der Zentralbank haben Sie nur das Recht, einen Schein gegen ein anderen (Geld)Schein einzutauschen.

    Aus meiner Sicht ist der Unterschied zwischen Banknote und Buchgeld eine Frage der „Verpackung“: Banknoten sind verbriefte und Buchgeld sind verbuchte Ansprüche auf Geld.

    Die entscheidendere Frage ist: „Wer ist Schuldner in der Rechtsbeziehung die man Geld nennt?“ Wenn der Schuldner die Zentralbank ist, dann reden wir von Zentralbankgeld. Konkret sind das das Bargeld und die Girokonten bei der Zentralbank. Bargeld ist technisch gesehen eine zinslose Inhaberschuldverschreibung. Wenn der Schuldner beim Buchgeld eine Geschäftsbank ist, dann reden wir über Geschäftsbanken-Giralgeld.

    Der „Inhalt“ in der Verpackung ist im praktischen Umgang gleich: Eine Banknote von 10 Euro und ein Buchgeldguthaben von 10 Euro können eine Geldschuld von 10 Euro begleichen. Nicht mehr und nicht weniger! (Zahlungsmittelfunktion)

    Streng genommen ist der Inhalt nur dann gleich, wenn der Schuldner gleich ist. Der Inhalt, das ist dieser „Anspruch auf Geld“, ist aus meiner Sicht DAS Geld im eigentlichen Sinne. Die Banknote und der Eintrag auf den Girokonten einer Bank sind lediglich der Nachweis dieser sog. subjektiven Rechte.

    Eine Banknote ist ein Wertpapier, aus dem, wie bei allen Wertpapieren, hervorgeht, welches Recht verbrieft wurde.

    Welchen Wert dieses Recht hat, liegt letztendlich im Auge des Handelspartners. 🙂

    Herzliche Grüße aus der AG Geldordnung
    Piratos (@PiratosMuc)

    • Im Prinzip haben Sie sich die Antwort schon selbst gegeben: „Streng genommen ist der Inhalt nur dann gleich, wenn der Schuldner gleich ist.“ Der Schuldner beim Geld auf den Bankkonten ist die jeweilige Bank. Der Schuldner beim Bargeld ist die Zentralbank. Geld hat heutzutage ohnehin nur noch dadurch einen Wert, dass es alle anderen als Zahlungsmittel akzeptieren. Und ein Geld, das vom Schuldner Zentralbank stammt, wird im Krisenfall vermutlich länger akzeptiert, als ein Geld, das von einer x-beliebigen Geschäftsbank kommt. Das ist alles.

      • Ja richtig, aber ich wollte auch darauf hinaus, dass Zentralbankgeld ein Anspruch gegen die Zentralbank immer bleibt, egal in welcher Form; die Zentralbank kann sich nicht von ihrer Verbindlichkeit befreien – anderseits muss sie auch nie etwas anderes herausgeben als Zentralbankgeld.

        Dieser letzte Umstand ist für viele Menschen schwer zu akzeptieren. Zentralbankgeld ist KEIN Wertgegenstand, sondern bleibt immer nur eine Forderung (auf Zentralbankgeld, und nichts anderes).

        Je nach emotionaler Ausstattung kann man nun sagen, dass es eine Forderung auf eine Forderung auf eine Forderung, etc. ist, oder man blickt den Tatsachen ins Gesicht, dass es zwar formaljuristisch eine Forderung ist, aber faktisch ist es einfach eine Forderung auf „Nichts“.

        Man kann mit Zentralbankgeld nichts anderes fordern außer Zentralbankgeld.

        Das ist ungefähr so, als wenn man von einem Kaufhaus einen Geschenkgutschein erhält, den man jederzeit in einen anderen Geschenkgutschein einlösen kann; die meisten Menschen würden das wohl als reine Verar***** empfinden und diesen Gutschein (obwohl er einen legalen Anspruch darstellt) als wertlos bezeichnen – bei Geld ist das erstaunlicherweise anders, vermutlich aus Unkenntnis der realen Verhältnisse.:)

        • Alles richtig, aber dennoch bleibt es bei der Quintessens, dass das Zentralbankgeld jenes Geld unter den beiden genannten Geldformen ist, das im Ernstfall am längsten seinen Wert behält. Denn die Zentralbank geht erst dann in die Pleite, wenn es zur Währungsreform o. ä. kommt. Geschäftsbanken könnnen schon vorher untergehen.

          • ich denke mal piratos wollte einfach den punkt ansprechen, dass unser geld fiatgeld ist.

  18. Die Zentralbanken sind halt in einem Dilemma. Die Negativzinsen können nicht beliebig ausgeweitet werden, weil dann alle die Banken stürmen, um das Geld zu Hause zu horten. Vor einem Banken-Run haben sie nämlich Angst. Das mit dem Schwarzgeld und den Drogengeschäften sind alles nur vorgeschobene Gründe. Letztlich geht es nur um die Ausweitung der finanziellen Repression. Ich vermute allerdings, dass der Schuss nach hinten losgeht, denn die Leute sind ja weitaus weniger doof, als der Durchschnittspolitiker gemeinhin glaubt. Man müsste nämlich gleichzeitig das Bargeld weltweit verbieten und dazu außerdem noch alles, was als Ersatzwährung benutzt werden könnte (Gold, Silber, Schmuck, Zigaretten usw. usf.). Anderenfalls würden die Menschen sofort auf hochwertige Handelsgüter ausweichen. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Bargeldverbot-Fanatiker sich niemals durchsetzen werden. Ansonsten: Gute Nacht, Marie.

    Das Beste: Ich kenne persönlich jemanden, der über viel gespartes Geld verfügt und dennoch FÜR das Bargeldverbot ist. Allerdings kenne ich auch nur den einen, denn das ist ja geradezu grotesk. Dazu kann ich nur sagen: Nur die allerdümmsten Kälber wählen sich ihren Schlachter selber.

  19. Für mich ist klar: Bei ca.€ 5 Billionen Vermögen der Deutschen kann sich der Staat bei Abschaffung des Bargelds durch einen wie auch immer gearteten „Schnitt“/“Vermögensabgabe“ sehr leicht entschulden, ohne dass wir Bürger dies durch Horten von
    Bargeld ( mangels solchem) verhindern könnten. Denn: Der Staat brauchte nur Kapitalverkehrskontrollen einführen und dann auf die Kontoguthaben zurückgreifen. Und genau das wird er eine Tages tun!

  20. Ein Argument was auch kaum beleuchtet wird:
    Wie sieht es mit dem Sparen, Weltspartag etc. aus. Der Ausgangspunkt ist doch Bargeld. In einer Zeit wo es kaum noch Zinsen gibt, kann man den Kindern doch nicht den letzten Weg zum Sparen nehmen. Das lernen sie indem sie physisch das Geld anfassen sammeln und zur Bank bringen.
    @Herrn Brichta: Bitte beachten Sie den Kommentar nur by-the-way und als Exkurs zu Ihrem Argument.

    • Ich komme da gerade auf einen dummen Gedanken: Die Kinder kriegen Sparschweine mit EC-Karten-Schlitz. Man steckt die EC-Karte rein, tippt den gewünschten Betrag, und schon ist das Geld im Schwein, das es sofort aufs Konto des Kindes weiterleitet. Außerdem kann das Schwein jederzeit auf Knopfdruck sagen, wie viel in ihm drinnen ist. Ein Zerdeppern wäre damit unnötig 😉 Was hielten Sie davon?

  21. Die Krise ist in einer Höhe, die von Zeit Abschaffung des Geldes, wenn und provizorishte auferlegt. Diese Erhebung kommt von der Korruption, dass wirtschaftliches Phänomen kommt nicht mit bürokratischen Forderungen nach korrupten Krieg führen. Heutzutage Globalisierung „freien“ Zustand und ohne Finanzstruktur, monella hat sich zu einem Hindernis abuzhiv Tool für den Austausch von Produkt auf Kosten der Gesellschaft und des Staates eingeschaltet, mit Spekulationen in grossen Grössen ,,. Die wichtige Tatsache ist die Existenz von Finanzoasen still und stumm Zustand. Um so mehr, wenn ein guter oder Beziehungen, die einmal verkauft. Hier ist ein Beispiel, ein Fußballspiel Tickets verkauft, nicht nur für das Stadion, aber verkauft und als Ergebnis haben wir wetten Firmen. Aber, wenn die Masse ist ein verkauften Produkte ein Vielfaches mehr als den aktuellen Preis und die geringe Menge besteuert. Oder, wenn große Unternehmen mit dem Ziel, Ausblenden der Realität, um Steuern zu sparen. Nicht zu pper Angebote, die heute nicht über Transparenz sprechen. In der Art und Weise der Kapitalismus funktioniert heute war es zu Recht als kazhino Kapitalismus, es gibt keinen anderen Weg. Die Technologie oder modernen oder mehr kostet, Wegnehmen staatlichen Banken. Dies wurde nun auferlegt, sollte nicht als eine optionale, aber eine Pflicht gedacht. Die Spekulation der Spekulanten mit wirtschaftlichen Mitteln eher willkürlich Verfahren getroffen. Rechten und liberalen Parteien, für die Menschen zu arbeiten, nicht für Spekulanten Lobby. Die Zeit verlangt die Änderung, jeder leben will. Die Selbstsucht derer, die nicht mit Milliarden wird einzudämmen zufrieden sind. Stärkere Differenzierung ist heute nicht nur kostenlos, sondern auch kriminelle inakzeptabel. Politik sollte aufwachen, sonst wird die Krise fortgeführt werden und die Gesellschaft wird sinken. Ansichten Mittelmeer sprechen heute mehr. Sie offen sagen, dass die Menschen nicht politikke sondern nur aus wirtschaftlichen Gründen. Wer aber ihren Zustand verantwortlich ist. Der Staat hat die Pflicht, die Bürger, nicht den vermeintlich gelöscht, Marktwirtschaft, das heißt Demokratie gegangen ist abgestanden, dass die Zeit zu schützen. Marktwirtschaft und Demokratie wird nicht untätig Spekulanten, nicht existierte. Wenn heute in Deutschland schwer, ein Millionär oder miliadere, anders als in den ehemals kommunistischen Ländern, in denen sie geboren wurden oder miliadere Millionäre in ein paar Jahren zu werden. Mehr sind sie die Politik. Und nicht alle wurden gewonnen t vergessen njesoi. Wir Spekulation oder gekonnt brachte den Zustand .. Die fehlende Differenzierung und Chaos. Eine Zeit kommen und ökonomischen Gesetze nicht zu fragen. Die anschließende Zustand zu keinem anderen Weg braucht wirtschaftliche Hebel, um die Differenzierung steuern.

  22. Es wäre mehr als dämlich, Bargeld abzuschaffen. Damit liefern wir uns auf Gedeih und Verderb den Banken aus. Wie diese ticken, hat man in den vergangenen Jahren zur Genüge gesehen und erlitten.

    Die Parteien/Politiker, die sich ernsthaft mit der Umsetzung befassen, werden, so denke ich, die Quittung durch den Wähler bekommen.

  23. Hallo Herr Brichta.
    Ein weiser Kommentar, doch es geht noch viel weiter.
    Ist das Bargeld erst einmal ageschafft, wird es nicht lange dauern, bis….

    sich die Krankenkassen für das Konsumverhalten Ihrer Versicherten interessieren.

    bis der Staat den Konsum von unerwünschen Konsum sanktioniert (z.b. zu hoher Benzinverbrauch, Pelze usw)

    bis der Staat im Krisenfall Hamsterkäufe verbietet

    bis der Staat im Krisenfall Fluchtbewegungen von Kapital kontrolliert und behindert (z.b. aus Bargeld in Gold oder Aktien)

    bis jeder Händler das Konsumverhalten seiner Kunden ausspioniert und die Daten verkauft.

    bis (hundert) tausende Menschen virtuell von Kriminellen ruiniert werden (vor allem die Alten und Jugendlichen)

    Die Abschaffung des Bargeldes ist vergleichbar mit der Abschaffung von Rettungsbooten, weil die Sicherheitsstands auf Schiffen so hoch sind, daß kein Schiff mehr sinken kann.

    Unser Papiergeld ist ohnehin nicht besonders werthaltig. Wer dessen Abschaffung fordert, weiß grundsätzlich von dieser eklatanten Fehlkonstruktions unseres Finanzsystems. Die vorgeschobenen Gründe zur Abschaffung sind aber völlig unseriös.

    Leider fehlt mir in den Mainstreammedien und vor allem bei den Fachjournalisten wieder einmal eine breit aufgestellte Front gegen “ dummes Geschwätz von Sachverständigen“.

    Einzelne Gegener werden die Abschaffung nicht verhindern. Sie wird wohl kommen. Man wird es den Menschen „verkaufen“ wie damals den Euro als wahnsinnige Erleichertung im Bargeldwechsel auf Reisen nach Mallorca.
    Die Menschen werden ein großes Stück ihrer Freiheit aufgeben, weil sie denken damit die Kriminalität besiegen zu können.
    Doch die Kriminellen werden sich nur andere Zahlungswege und Geschäftsfelder suchen (vom Bankraub zur Rentnerabzocke)

    Doch werden werden erst viel später feststellen, daß sie selber mitgeholfen haben die Zäune auf der „Truthahnfarm Europa“ noch hoher zu ziehen.

    Grüße aus Frankfurt

    S. Knappe

    • Im Großen und Ganzen stimme ich Ihnen zu, lieber Herr Knappe. Ein Teil Ihrer Visionen ist sogar schon Realität.
      Herzlicher Gruß
      Raimund Brichta

  24. Für mich ist die Debatte um die Bargeldabschaffung eine weitere symptomatische Diskusion der Gesellschaft. Das eigentliche Problem ist immer noch das fehlerhafte Geldsystem.

    Die Gewichtung der Banken in unserem System als wirtschaftendes Unternehmen ist meiner Meinung das viel größere Problem.

    Banken sollten wieder zu Geldverwaltenden Institutionen dekradiert werden.

    Hierfür sollten die Giralgeldeinlagen der Büger dirket durch die EZB, bzw über Sicherheiten dieser abgesichert werden. So würde selbst ein Banken-Run seine Wirkung verlieren.

    Aber was rede ich hier. Bleiben wir doch beim Bargeld^^

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