Categories Menu

Gepostet by on Oktober 09, 2019 in Allgemein | Keine Kommentare

Powells Kehrtwende um 180 Grad

Das ist der Hammer: Wie oft habe ich auf den US-Notenbankchef Powell verbal eingedroschen und geschrieben, dass er mit seiner Bilanzkürzung auf dem Holzweg ist? Im August hat er diesen Irrsinn schließlich beendet, und jetzt dreht er den Spieß sogar um: Er will die Notenbank-Bilanz wieder ausweiten!

Look:

Powell says the Fed will start expanding its balance sheet ’soon‘

Powell begründet die Kehrtwende unter anderem mit den jüngsten Verkrampfungen am US-Geldmarkt, als der Tagesgeldzins vorübergehend auf 10 (in Worten zehn!) Prozent stieg – und das bei einem Leitzins von nur 2%.

Warum Powells Irrsinn Irsinn war, habe ich ausführlich beschrieben. Zum Beispiel hier oder hier.  Die Bilanzausweitung der Notenbanken hat nämlich nichts mit Wirtschaftsankurbelung zu tun, wie die meisten irrtümlich meinen. Nein, hier geht es darum, dem Finanzsystem die Stützpfeiler zu erhalten, die es inzwischen braucht, um nicht zusammenzubrechen.

Da muss also ein dahergelaufener Finanzjournalist wie ich, der zugegebenermaßen über vertiefte Kenntnisse unseres Geldsystems und seiner Funktionsweise verfügt, einem Notenbankchef erklären, was Sache ist? Immerhin ist Powells Lernkurve steil 😂

Ich bin schon gespannt, ob die Kurve unseres Bundesbankchefs Weidmann ebenso steil ist. Denn der soll sich zusammen mit anderen Notenbankern im EZB-Rat kürzlich vehement dagegen ausgesprochen haben, das Anleihekaufprogramm der EZB wieder aufzunehmen. Diese Käufe bewirken nichts anderes als ein weiteres Aufblähen der EZB-Bilanz. Und das ist folgerichtig, denn die Stützpfeiler sind in Europa genauso notwendig wie in den USA oder in Japan. Auch Weidmann sollte vielleicht mal auf unserer Webseite vorbeischauen 😉

Im Übrigen bleibt es bei meiner Vorhersage: Die Notenbank-Bilanzen werden im kommenden Jahrzehnt weiter aufgebläht – und das müssen sie auch. Die 10-Billionen-Grenze dürfte dabei fallen.

Mehr

Gepostet by on September 27, 2019 in Allgemein | Keine Kommentare

Negativzinsen sind die Altersdemenz unseres Geldsystems

Die Negativzinsen bringen die Mainstream-Ökonomie ganz schön ins Schwitzen. Mich nicht, denn die Hintergründe dafür sind mir nur allzu bekannt. Meine Leser informiere ich darüber seit Jahren.

Damit bin ich zwar ein einsamer Rufer, der kein Gehör findet, aber das stört mich nicht. Es belustigt mich eher. Denn es zeigt, wie ahnungslos eine ganze Gilde so genannter Experten sein kann.

Heute früh hatte ich beim Obst schnippeln wieder einen solchen belustigenden Moment: Da sagte der Hauptgeschäftsführer des deutschen Bankenverbandes im Deutschlandfunk, Negativzinsen seien eine Anomalität, eine Ausnahmesituation. Und er schob nach: „Wir kennen eigentlich in den Lehrbüchern keine negativen Zinsen“. Damit wollte er wohl dem letzten Zweifler klarmachen, dass es solche Minuszinsen „eigentlich“ nicht geben darf.

Die meisten Zuhörer hat er damit vermutlich überzeugt. Kein Wunder, sie sind schließlich Laien, die es nicht besser wissen können. Für mich war es dagegen lustig. Ich dachte daran, dass die Lehrschriften über Jahrhunderte die Erde auch als Scheibe kannten und nicht als Kugel. Oder dass vom menschengemachten Klimawandel in den Lehrbüchern „eigentlich“ nichts zu lesen war, bis dieser eintrat.

Mit den Lehrbüchern ist das nämlich so eine Sache: Die Tatsache, dass man in ihnen etwas nicht kennt, bedeutet nicht, dass es dieses Etwas nicht gibt. Unser Buch „Die Wahrheit über Geld“ ist auch kein Lehrbuch. Aber da steht die Sache mit den Negativzinsen schon seit 6 Jahren drinnen.

Im Prinzip ist es ganz einfach: Negativzinsen sind eine Alterserscheinung unseres Geldsystems. Bisher gab es sie nicht, weil das Gebilde aus wachsenden Geldvermögen und wachsenden Schulden nie so alt werden konnte wie jetzt. Früher brach es stets rechtzeitig zusammen.

Inzwischen haben die Notenbanken mit ihren Geldspritzen aber eine Medizin erfunden, die den Zusammenbruch verhindert – oder sagen wir: ihn aufschiebt.

Das Ganze ist also vergleichbar mit dem Fortschritt in der Medizin. Er sorgt dafür, dass wir alle älter werden. Damit sorgt er aber auch dafür, dass es Erscheinungen gibt, die es früher nicht gab. Zum Beispiel war Altersdemenz früher nur deshalb kein großes Thema, weil die Leute nicht so alt wurden, um in Massen dement zu werden. Jetzt ist das anders.

So gesehen sind die Negativzinsen die Altersdemenz des Geldsystems. Sie sind unvermeidbar, so lange das System im Alter weiter lebt.

Aber das könnt Ihr in keinem Lehrbuch lesen, sondern nur hier,

meint Euer Raimund

Mehr

Gepostet by on September 08, 2019 in Allgemein | 4 Kommentare

Die Wahrheit über Zinsen

Wie verbreitet die  Missverständnisse über unser Geldsystem sind, zeigt folgende Bemerkung von Prof. Joseph Huber, der die Vollgeldbewegung „Monetative“ in Deutschland ins Leben gerufen hat. Huber schreibt:

„Da Zinsen an einem Markt von sich aus nicht unter die Nullzinsgrenze rutschen, …“

https://vollgeld.page/negativzins

Damit unterstellt er, die Marke null sei eine natürliche Untergrenze für den Zins, die allenfalls durch aktives Drehen der Notenbank an der Zinsschraube unterboten werden könne (wie in den letzten Jahren geschehen).

Stimmt nicht.  Wenn – wie hier mehrmals dargelegt – die Masse an vorhandenem Geldvermögen (das nach Anlage sucht) und die Masse an Schulden (die diesem Geldvermögen gegenüberstehen) groß genug ist (und außerdem systembedingt weiter wächst),  kann der Zinsdruck, der von der riesigen Masse an Sparvermögen ausgeht, sehr wohl dafür sorgen, dass die Zinsen am Markt von sich aus unter die Nullgrenze rutschen.

Denn genauso wie die Sparvermögen insgesamt wachsen, wächst innerhalb dieser Masse auch der Anteil desjenigen Sparvermögens, das nur bei den kreditwürdigsten Adressen angelegt werden soll, oft sogar nur dort angelegt werden darf. Die Nachfrage nach diesen Anlagen ist dann so groß, dass die betreffenden Geldvermögensbesitzer sogar Kosten in Form von Negativzinsen in Kauf nehmen. Hauptsache, sie haben eine „sichere“ Anlage.

Dazu kommt Folgendes: Solange der Zinstrend nach unten weitergeht, können diese Anleger mit Kursgewinnen auf ihre Anleihebestände rechnen, die sie für den Negativzins entschädigen. Verrückt, was?

Die Zusammenhänge sind eigentlich einfach. Deshalb verstehe ich nicht, warum sie von fast allen etablierten „Experten“ ignoriert werden.

Der Beitrag der Notenbanken besteht nur darin, dass sie die Geldvermögen mit ihren Eingriffen schützen. Sie lassen es damit nicht zu, dass diese Spargelder – bzw. große Teile davon – in einer monetären Krise vernichtet werden. Dies haben die Notenbanken seit der Finanzkrise gemacht, und sie werden nach meiner Einschätzung auch im vor uns liegenden Jahrzehnt so weitermachen.

Theoretisch könnten die Notenbanken natürlich gegensteuern. Sie könnten zum Beispiel die Leitzinsen erhöhen. Damit würden sie aber  ab einem bestimmten Punkt selbst die Krise auslösen, die sie eigentlich verhindern wollen.

Denn: Dem wachsenden Geldvermögensberg steht ein ebenso wachsendes Schuldenloch gegenüber. Viele dieser Schuldner würden pleite gehen, wenn die Zinsen stiegen. Über einen Dominoeffekt käme es dann zur besagten monetären Krise, die schließlich in einer realwirtschaftlichen Krise münden würde wie der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre .

Dann hätten wir die Bereinigung. Geldvermögen und Schulden wären in großem Stil vernichtet, und die Zinsen könnten danach auch wieder steigen. Das werden die Notenbanken aber nicht freiwillig zulassen,

wettet Ihr

Raimund Brichta

Mehr

Gepostet by on September 04, 2019 in Allgemein | Keine Kommentare

Sewings Irrtum

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat heute gesagt, die Niedrigzinsen ruinierten langfristig das Finanzsystem. Tatsächlich ist es  andersherum: Die Niedrigzinsen sind eine zwangsläufige Folge des Finanzsystems. Und sie verlängern eher dessen Lebensdauer, als dass sie es ruinieren. Richtig ist nur, dass das System langfristig auf seinen Ruin zusteuert – auch wenn dieser noch in weiterer Ferne liegt.

Die meisten Leser  dieses Blogs und die Leser unseres Buches wissen das. Solange selbst Leute wie Sewing es nicht wissen, gehören wir zu einem kleinen Kreis der Eingeweihten. Was wir draus machen, bleibt jedem selbst überlassen.

Mehr