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Gepostet by on Mai 25, 2016 in Gastbeitrag | 1 Kommentar

Wann ist die Zeit zum Ausstieg?

Hallo Herr Brichta,
ich bin Leser Ihres Buches „Die Wahrheit über Geld“. Hier schreiben zu bestehenden Lebensversicherungen: „Ich rate also dazu, in den nächsten Jahren einfach wachsam zu sein. Ob man dann tatsächlich eines Tages die Reißleine ziehen sollte, wird sich zeigen. Klar ist jedenfalls: Wenn erst einmal alle kündigen wollen, könnte es bereits zu spät sein. Es kommt also darauf an, im Notfall rechtzeitig den Absprung zu schaffen.“
Ich habe eine laufende LV mit 4% Garantiezins (steuerfrei); Ablauf allerdings erst 2034. Bei welchen Warnsignalen würden Sie hier eine Kündigung in Betracht ziehen ?

Viele Grüße
Ihr Leser
Heiner Müller.

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Gepostet by on Mai 23, 2016 in Gastbeitrag | 3 Kommentare

Geldschöpfung durch Lohnzahlungen?

Sehr geehrter Herr Voglmaier, sehr geehrter Herr Brichta,

ich hatte ihr Buch mit großer Begeisterung gelesen.
Die Argumentation erschien mir durchweg schlüssig.

Können Sie mir vielleicht in einer Sachfrage behilflich sein?
Ich belese mich mehr und mehr zum Thema und finde in Bücher wie im Internet
einen Wust an widersprüchlichen Informationen. Von der Geschichte vom fehlenden Zins
bis zu der These Banken hätten überhaupt gar keine Zinseinnahmen.

Können Sie mir vielleicht sagen ob die These,
Banken würden bzw. könnten Gehälter und Löhne usw.
schlichtweg schöpfen und ihren Angestellten gutschreiben – so etwa wie einem Verkäufer nicht einer Dienstleistung sondern eines Goldbarrens der entsprechende Betrag gutgeschrieben wird?!

http://www.monetative.de/was-ist-geld/

„Unbares Buch- oder Giralgeld wird von Geschäftsbanken per Buchungseintrag im Computer geschaffen, wenn sie Zahlungen an Nichtbanken leisten (z.B. […] Zins- und Lohnzahlungen). […]“

In dem merkwürdigen Buch von Horst Seifert finden sich ähnliche Aussagen.

Sollten Sie Zeit finden, vielen Dank im Voraus.
MFG
F.S.

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Gepostet by on Oktober 12, 2015 in Gastbeitrag | 2 Kommentare

Was halten Sie von diesen Anlagevorschlägen?

Hallo Raimund,

ich wende mich an Sie mit einem persönlichen Anliegen.

Meine Tochter Isabelle – sie ist 27 Jahre und arbeitet in München – möchte zukünftig monatlich ca. 200 Euro zurücklegen.

Ein Bekannter von ihr hat ihr geraten, in ETF-Fonds zu investieren. Er hat
ihr ein Fondssparplan mit einem Mix von 3 Fonds zusammengestellt (siehe
Anlagen). Sie könnte monatlich je 70 Euro, also insgesamt 210 Euro,
anlegen und sparen. Dies sollte sie ca. 15 Jahre lang machen. Er meinte,
dass sich dadurch ihr Einsatz von insgesamt 37.800,- Euro mit großer
Wahrscheinlichkeit verdoppeln würde.

Sie weiß nicht, ob sie das machen soll. Ich weiß es leider auch nicht, da ich
mich nicht auskenne.

Ich habe an Sie gedacht, da Sie sich mit Aktien sehr gut auskennen, und
möchte Sie gerne bitten, mir Ihre ehrliche Meinung zu sagen. Würden Sie das o.g. Vorgehen auch empfehlen? Oder hätten Sie einen anderen Vorschlag?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.

Danke und herzliche Grüße,
Daniela

Stoxx Europe Food&Beverage

Stoxx Europe Healthcare

Nasdaq100

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Gepostet by on Oktober 05, 2015 in Gastbeitrag | 2 Kommentare

Fragen zum Buch

Sehr geehrter Herr Brichta,

Mit viel Freude habe ich Ihr Buch ‚Die Wahrheit über Geld‘ gelesen; dabei besonders den ersten und den letzten Teil, welche klar und logisch gegliedert waren und schrittweise die Ideen weiterverfolgt haben.
Leider hatte ich das Gefühl, daß die Gangart in der Mitte des Buches in den Galopp überging, so daß für mich persönlich der Verständnisfaden kurzzeitig verlorenging. Da hier aber der Faden zu den Konsequenzen am Ende des Buches fehlt, wäre es schade diese Lücke nicht zu schließen.

Vielleicht könnten sie sich ja ein paar Minuten Zeit nehmen um meine Fragen zu beantworten.

1. Sehr logisch war im ersten Teil die Entstehung des Geldes bis hin zum Josefspfennig und dem achten Weltwunder. Leider fehlte mir dann der Übergang zu der ausufernden Verschuldung.
Frage: Wie genau sind die Mechanismen des Vermögens-Schuldenkreislaufes in einer Bank ? Wenn eine Bank zum Beispiel mit Tagesgeld überschüttet wird und dafür die Zinsen erwirtschaften muß – welche Mechanismen treten dann zutage um dies anzugehen ? Im Prinzip benötigt die Banl dann dringend jemanden, der sich geld leiht, oder ?

2. Sie hatten ausdrücklich geschrieben, daß Aktien nicht zu den Geldvermögen zählen, sondern zu den Sachanlagen.
Frage: Wenn ein Großteil der 4 Billionen Euro auf deutschen Konten in den Aktiemarkt wandern würden, wäre dann der Geld-Schulden-Kreislauf unterbrochen ? Dann würde doch die Geldmenge nicht weiter wachsen ?

3. Die Verschuldung der USA ist im 40-Jahreszeitraum zwischen 1945 und 1985 nicht gestiegen bzw. nach Geldentwertung sogar gesunken. Was ist in dieser Zeit mit der Geld-Schuldenspirale passiert ?

Ich hoffe, daß sie die Zeit finden um meine Fragen zu beantworten.

Vielen Dank noch einmal für die stimulierende Lektüre !

Viele Grüße

Dr. Michael Bräuer
Hannover

 

Raimund Brichta antwortet:

Herzlichen Dank, lieber Herr Bräuer, für Ihre weiterführenden Fragen. Ich werde mich darum bemühen, eventuelle Lücken zu schließen. Genau dafür ist diese Seite ja da! Zögern Sie also auch nicht nachzuhaken, sofern Ihnen meine folgenden Antworten nicht ausreichen sollten.

1.
Genau um diese Frage geht es in den Kapiteln „Geldspeicher stehen nicht nur in Entenhausen“ und „Wer ist schuld an der Krise?“

Dort habe ich das Augenmerk auf die Passivseiten der Bankbilanzen gerichtet, um zu verdeutlichen, dass der Druck zum Weiterdrehen der Geld-Schulden-Spirale auch von der Seite der Geldvermögensbesitzer kommen kann.

Wenn eine Bank auf der Passivseite ihrer Bilanz mit Einlagen „überschüttet“ wird, wie Sie es formulieren, dann wird sie erstens ihre Einlagenzinsen senken und zweitens danach trachten, auf der Aktivseite möglichst ertragreiche Anlagemöglichkeiten zu finden, dazu gehören auch Kredite.

Das heißt, auf der verzweifelten Suche nach neuen Kreditnehmern drückt man tendenziell immer mehr Augen zu, was die Kreditwürdigkeit betrifft, je stärker der Wachstumsdruck wird, der von der Passivseite kommt. Dies war auch einer der wesentlichen Auslöser der Finanzkrise 2007/2008, wie ich im Buch beschrieben habe.

2.
Nein, denn das „Abwandern“ ist zunächst ja keines: Die Sichteinlagen, die für den Kauf der Aktien hergegeben werden, wandern lediglich von einem Konto aufs andere, bleiben als solche i. d. R. also erhalten. Das gilt so lange, bis in der nachfolgenden Kette jemand mit dem erhaltenen Geld einen Kredit tilgt. Da in einem steigenden Aktienmarkt aber auch die Neigung zur Kreditaufnahme zunehmen dürfte (zum Beispiel Wertpapierkredite), ist auch in einer solchen Phase per Saldo eher mit einer Zunahme des Kredit- und Geldvolumens zu rechnen.

3.
Einspruch, lieber Herr Bräuer. Die Verschuldung der USA ist auch in diesem Zeitraum kräftig gestiegen, da Sie staatliche UND private Verschuldung zusammenrechnen müssen.

Unten stehender Chart mag Ihnen als Beispiel dienen. Ich lehne es zwar grundsätzlich ab, wie Sie aus dem Buch wissen, die absolute Schuldenhöhe (Bestandsgröße) mit dem jährlichen BIP (Stromgröße) ins Verhältnis zu setzen, habe aber auf die Schnelle keinen anderen Chart gefunden. Er zeigt trotz des Ins-Verhältnis-Setzens eindrucksvoll, was ich meine:

Die Staatsschulden sind in ihrer absoluten Höhe in dieser Zeit nur leicht gestiegen und haben sich im Verhältnis zum steigenden BIP damit relativ verringert. (Nebenbei: Das BIP ist bei solchen Berechnungen übrigens NICHT inflationsbereinigt, d. h. alleine die in den 70er-Jahren hohen Inflationsraten haben das BIP nominal in die Höhe getrieben und somit die Staatsschuldenquoten gesenkt, obwohl die Staatsschulden in absoluter Höhe weiter leicht gestiegen sind.)

Gleichzeitig sind die Schulden des Privatsektors in dem von Ihnen genannten Zeitraum aber selbst im Verhältnis zum steigenden nominalen BIP kräftig gestiegen. Das heißt, das sie in der absoluten Höhe noch stärker zugelegt haben. Die GESAMTSCHULDEN (staatlich plus privat) sind also auch in dem von Ihnen genannten Zeitraum kräftig gestiegen und haben so die Geld-Schuldenspirale in Gang gehalten.

image

Man erkennt hier auch in Ansätzen, dass die jeweils andere Schuldenseite in die Bresche springen muss, wenn entweder die Privat- oder die Staatsverschuldung im Wachstum einmal schwächeln.

Sollten Sie noch Nachfragen haben, zögern Sie bitte nicht, mir diese zu stellen. Ich möchte, dass alle Leser in Sachen Geld auf dem gleichen Informationsstand sind.

Herzlicher Gruß
Raimund Brichta

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