Categories Menu

Gepostet by on April 05, 2017 in Gastbeitrag | 3 Kommentare

Eine spannende Analyse des heutigen Geldsystems

Lieber Herr Brichta,

hier meine Rezension Ihres Buchs „Die Wahrheit über Geld“, die ich auch bei amazon eingestellt habe, sowie einige Anmerkungen und kritische Hinweise, die für Sie und Anton Voglmaier bestimmt sind.

Es würde mich freuen, wenn Sie die Korrekturvorschläge bei einer Neuauflage berücksichtigen und wenn meine Kommentare Sie zur genaueren Beschäftigung mit den vorliegenden Vorschlägen für eine neue Geldordnung anregen. Hier könnten Sie beide zur Versachlichung der Diskussion und zur Verbesserung der Lösungsvorschläge beitragen.

Ein aussichtsreicher Einstieg zum gleitenden Übergang zu einer neuen Geldordnung erscheint mir die auch von Ihnen vorgeschlagene Zulassung von sicheren Zahlungskonten mit Zentralbankbuchgeld für Nichtbanken zu sein.

Mit freundlichen Grüßen
Timm Gudehus

Eine spannende Analyse des heutigen Geldsystems und seiner Probleme

Trotz der schwierigen Materie gelingt es den Autoren, die Funktionsweise des heutigen Geldsystems allgemein verständlich darzustellen. Sie erläutern anhand anschaulicher Beispiele, wie Geld entsteht, in den Verkehr kommt und vernichtet wird, und zeigen, wie der bargeldlose Zahlungsverkehr mit Giralgeld funktioniert. Das von den Banken nach eigenem Ermessen in nahezu unbegrenzter Menge durch Kreditvergabe erzeugte Giralgeld ist kein gesetzliches Zahlungsmittel sondern ein jederzeit fälliges Zahlungsversprechen einer Bank, das heute anstatt des gesetzlichen Geldes zur Erfüllung monetärerer Forderungen allgemein akzeptiert wird.
Die Konstruktionsfehler des heutigen Geldsystem und die daraus resultierenden Unsicherheiten, Probleme, Krisen und Gefahren für die Realwirtschaft und die Finanzwirtschaft werden im weiteren Verlauf des Buchs ausführlich analysiert und beschrieben. Das ist spannend zu lesen und wertvoll zu wissen. Unbeantwortet bleibt jedoch die sich aufdrängende Frage, wie eine Geldordnung gestaltet werden kann, mit der sich die in diesem Buch aufgezeigten Probleme beheben und Gefahren begrenzen lassen.

Anmerkungen und kritische Hinweise:

Bilanzierung des Geldes
Auf S. 19 steht: „Geld wird ausschließlich auf die Passivseite der Banken und Notenbanken produziert. Das gilt auch für Bargeld.“ Für das Münzgeld ist diese Aussage falsch. Der Münzgeldbestand wird nach Ankauf von einer staatlichen Münze auf der Aktivseite der Zentralbank verbucht und nach der Abgabe der Münzen aus der Bilanz ausgebucht (Gudehus 2013/2016). Anders als Banknoten, Buchgeld und Giralgeld ist das Münzgeld daher keine Forderung an eine Bank sondern ein Aktivum mit einem nominellen Wert, der durch seine Verwendbarkeit als Zahlungsmittel gegeben ist und gesetzlich gesichert wird.

Die Aktivbilanzierung des Münzgeldes ist wegen seines geringen Anteils am Zahlungsverkehr für das heutige Geldsystem von nachrangiger Bedeutung. Die zukünftige Aktivbilanzierung auch der Banknoten und des Zentralbankbuchgeldes sind jedoch zentraler Bestandteil einer Neuen Geldordnung, in der alles Giralgeld durch Zentralbankbuchgeld ersetzt wird (Gudehus 2013 und Gudehus 2016 S. 11 u. S. 27ff). Erst durch die Neubilanzierung des gesamten gesetzlichen Geldes als Aktivgeld statt wie bisher als Passivgeld werden Geld und Kredit voneinander getrennt. Daraus resultieren auch die mit der Einführung der neuen Geldordnung verbundenen einmaligen Umwandlungsgewinne und die anschließenden Geldschöpfungsgewinne der Zentralbank.

Die Neubilanzierung des Geldes ist nicht ganz einfach zu verstehen. Es lohnt sich darüber nachzudenken. Erst nach längerer Debatte, die 2013 u.a. durch zwei von mir verfasste Beiträge ausgelöst wurde, wird die Notwendigkeit einer Aktivierung des Geldes verstanden und von der Vollgeldbewegung zunehmend akzeptiert (Gudehus 2016; Huber 2013, Jackson&Dyson 2014 u.a.).

Auf der Aktivbilanzierung des Münzgeldes beruht auch der Vorschlag aus dem Jahr 2011 zur Ausgabe einer Platinmünze im Nominalwert von 1-Billion-Dollar durch die Federal Reserve Bank der USA, um mit dem daraus resultierenden Geldschöpfungsgewinn den US-Haushalt zu sanieren (s. Wikipedia „1-trillion-dollar-platinum-coin“).

Geld und Schulden
Auf S. 25 steht: „Schulden sind also notwendig um unser Wirtschaftsleben aufrechtzuerhalten. Ohne Schulden – und damit ohne Geld – bräche alles zusammen.“

Das trifft für das heutige Geldsystem zu und ist die zentrale Erklärung für viele Probleme des heutigen Geldsystems, die in dem Buch aufgezeigt werden. Aus dieser Erkenntnis ergibt sich die Notwendigkeit, in einer neuen Geldordnung Geld und Kredit voneinander zu trennen (s. Gudehus 2016).

Zwang zum Wachstum
Auf S. 125 heißt es: „Geldmengen und Schulden sind zu dauerndem Wachstum verdammt – und genau dies werten wir als Konstruktionsschwäche unseres Geldsystems.“ Das steht im Widerspruch zu der Aussage an anderen Stellen des Buchs, dass im heutigen Geldsystem immer wieder Krisenzeiten mit extremer Geldmengenschrumpfung und Kreditausfällen vorkommen.

Charakteristisch für das heutige Geldsystem sind längere Phasen anhaltenden Geldmengen- und Kreditwachstums, die von plötzlich einsetzenden Phasen mit großer Geldmengen- und Kreditschrumpfung beendet werden. Die zentrale Ursache dieses zerstörerischen Wechselspiels ist die nahezu unbegrenzte Möglichkeit der Geschäftsbanken zur Giralgeldschöpfung, die durch den Kreditvergabewettbewerb der Banken und die Verschuldungsbereitschaft von Staat, Unternehmen und Privathaushalte immer wieder neu angeheizt wird. Das ließe sich in einer neuen Geldordnung dadurch lösen, dass Geld und Kredit voneinander getrennt werden.

Rente und Schneeballsystem
Auf. S. 128 steht: „In diesem Punkt gleicht es (unser Geldsystem) der gesetzlichen Rente, deren Finanzierung bei genauerer Betrachtung ebenfalls einen Schneeballcharakter hat.“

Das ist ein irreführender und unzutreffender Vergleich. Das umlagefinanzierte Rentensystem wird wie auch Krankenversicherungen, Haftpflichtversicherungen und Feuerversicherungen, durch laufend eingehende Beiträge finanziert, deren Höhe und Leistungen laufend dem Auszahlungsbedarf angepasst werden. Abgesehen von einer Schwankungsreserve wird aus den Beiträgen kein Kapitalstock in Höhe der diskontierten erwarteten Auszahlungen gebildet. Das ist das Versicherungsprinzip.

Auch die auf S. 128 geäußerte Vermutung, dass unser Geldsystem die Eigenschaften eines Schneeballsystems aufweist, ist unbegründet: Ein Schneeballsystem bricht zwangsläufig in sich zusammen, sobald die Teilnehmerzahl nicht mehr exponentiell ansteigt. Unser Geldsystem aber kann weiter bestehen, auch wenn keine neuen Teilnehmer hinzukommen und die Nettokreditaufnahme nicht weiter ansteigt. Es ist aus anderen Gründen instabil.

Schuldenbremse
Auf S. 132 steht: „Dabei hat die begehrte Erfindung (i.e. die Schuldenbremse) noch nicht einmal in Deutschland ihren Leistungstest erbracht.“

Die seit 2003 in der Schweiz geltende Schuldenbremse hat sich bisher durchaus bewährt und die erwartete Bremswirkung ausgelöst. Dabei sind anfangs einige Definitionsprobleme bezüglich der Messung der Neuverschuldung aufgetreten. Ohne zuvor eindeutig definierte und objektiv messbare Bezugsgrößen besteht hier die große Gefahr der Willkür und Manipulation, z.B. durch Schattenhaushalte und Ausgrenzung staatlicher Aktivitäten.

Zinseszins und Josephspfennig
Das im Kapitel „Das achte Weltwunder“ auf S. 91ff erzählte und im Anhang 5 durch Rechnungen untermalte Märchen vom Josephspfennig, der sich durch Zins und Zinseszins exponentiell vermehrt, ist spannend zu lesen und zunächst verblüffend. Es beruht jedoch auf mehreren unzutreffenden oder realitätsfernen Annahmen:

• Es gibt keine Person oder Institution, weder Bank noch Staat, die auf einen eingezahlten Geldbetrag für ewige Zeiten verlässlich Zinsen und Zinseszinsen zahlen kann. Früher oder später stellt die Institution die Zahlung ein oder sie geht unter.

• Die Eigentümer eines angesparten und verzinsten Geldbetrags verwenden ab einem bestimmten Zeitpunkt den Sparbetrag oder zumindest den laufenden Zinsertrag für den Konsum, Investitionen oder andere Zwecke. Im Todesfall verteilt sich der Sparbetrag auf Erben, die ihn ausgeben, investieren oder zur Schuldentilgung verwenden.

• Wenn eine ewige Thesaurierung von Sparbetrag, Zinsen und Zinseszinsen möglich wäre und das angesammelte Geld niemals ausgegeben wird, würde sich in einem reinen Münzgeldsystem nach längerer Zeit alles Geld der Welt bei Joseph und seinen Erben sammeln und kein Geld mehr zur weiteren Zinszahlung vorhanden sein.

• Im heutigen Kreditgeldsystem können die Zinsen solange durch Giralgeldschöpfung erzeugt werden, wie der Kontoinhaber der Zahlungsfähigkeit seiner Bank vertraut. Das Vertrauen des Kontoinhabers in die Zahlungsfähigkeit seiner Bank aber sinkt, wenn der Kontostand durch die thesaurierten Zinsen das Eigenkapital der Bank erreicht oder überschreitet. Wenn er dann die Auszahlung seines verzinsten „Josephspfennigs“ verlangt, ist die Bank zahlungsunfähig.

Das Märchen vom Josephspfennig lenkt von den eigentlichen Problemen des heutigen Geldsystems ab. Es verschleiert die Rolle des Zinses als Preis für das risikobehaftete Ausleihen von Geld und übertreibt die Auswirkungen der Zinseszinsen maßlos. Von den Reichen der Welt hat keiner einen nennenswerten Teil seines Vermögens durch Zinseszinsen erworben.

Rettung des Euro
Auf S. 160 steht: „Um den Euro zu retten gibt es nur einen Weg: heiraten oder einen Bundesstaat Europa gründen.“

Auf S. 162 heißt es dagegen: „Andererseits wird der Euro nicht so schnell im Graben landen, wie es sich die Gegner wünschen.“ Und auf S. 163 „Dazu wird es unausweichlich sein, dass die Europäische Zentralbank immer größere Tranchen der benötigten Summen übernimmt.“

Das anhaltende Erzeugen von Zentralbankbuchgeld zum Aufkauf von Staatsanleihen und zur Rettung maroder Banken ist ein bereits eingeschlagener Weg zur Rettung des Euro ohne Heirat und ohne Bundesstaat Europa. Wie dieses gigantische Experiment ausgeht, ist unbekannt. Es lässt sich geldtheoretisch unendlich lange fortsetzen, wenn die Gesellschaft bereit ist, auch negatives Eigenkapital einer Zentralbank zu akzeptieren. Verboten ist das nicht. In Chile hat es das bereits für eine längere Zeit gegeben.

Die Vorhersage auf S. 179: „Wir meinen damit, dass der Zerfall des Euro noch in diesem Jahrzehnt (soll heißen bis 2020?) beginnen wird“ ist daher gewagt.

Ein dritter Weg, den Euro zu retten ist der Übergang zu einer neuen Geldordnung mit einem Europäischen Währungsgesetz, das die grundlegenden Schwächen und Probleme unseres heutigen Geldsystems beseitigt. Die Broschüre „Neue Geldordnung“ enthält dazu Lösungsvorschläge (Gudehus 2016). Ein Weg zur neuen Geldordnung könnte die Einführung sicherer Zahlungskonten (Sicherheitskonten) auch für Nichtbanken sein, mit denen die Kontoinhaber über eigenes Zentralbankbuchgeld (Vollgeld) verfügen können.

Wie geht es weiter?
Auf S. 111 schreiben die Autoren: „Wir sind der Ansicht, dass dieses Übel (des heutigen Geldsystems) gar nicht beseitigt werden kann – zumindest nicht in der bestehenden Geldordnung.“ Auf S. 220 sagen sie: „Wir können es auch gar nichts besser machen, weil gar nicht die Voraussetzungen dafür vorliegen.“ und weiter „Ändern können wir daran auf absehbare Zeit nichts.“ Schließlich auf S. 223: „Wir handeln wie ein Arzt, der seinem Patienten verdeutlicht, dass er nach derzeitigem Stand der Forschung keine Besserung erwarten kann“. Das ist ungewöhnlich resignierend, denn es gibt diskussionswürdige Lösungsvorschläge (s.u.).

Abschließend berichten die Autoren oberflächlich über Vollgeld. Anders als bei dem ebenfalls behandelten Schwundgeld und Goldgeld handelt es sich bei dem Vorschlag von Vollgeld, d.h. von jedermann zugänglichem Zentralbankbuchgeld, um einen konsistenten und inzwischen recht weit ausgearbeiteten Vorschlag einer Neuen Geldordnung, mit der sich viele der in dem Buch angesprochenen Probleme unseres heutigen Geldsystems lösen lassen. Das Vollgeldkonzept umfasst mehr und anderes als in dem Buch berichtet und berurteilt wird. Hierüber sollten die Autoren einmal ausführlich mit Hans Christoph Binswanger sprechen, einem Pionier der Vollgeldordnung, bei dem sich die Autoren auf S. 232 ausdrücklich für Hinweise und Verbesserungsvorschläge bedanken.

Vielleicht regen die vorangehenden Anmerkungen und kritischen Hinweise die Autoren zur Lektüre der nachstehenden Bücher und Veröffentlichungen über eine Neue Geldordnung auf der Basis von Vollgeld an. Hier ist noch manches zu klären und zu verbessern.

Literaturempfehlungen
Binswanger, H. Chr., Huber J. & Mastronardi Ph. (2012); Die Vollgeld-Reform, Wie Staatsschulden abgebaut und Finanzkrisen verhindert werden können, Edition ZE!TPUNKT, Die nächste Schweiz, Solothurn
Gudehus, T. (2013); Geldordnung, Geldschöpfung und Staatsfinanzierung, ZfW Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, 62. Jg. 2013/2, S. 194-222
Gudehus, T. (2016); Neue Geldordnung, Notwendigkeit, Konzeption und Einführung, Springer-Essential, Wiesbaden
Huber, J. (2013); Monetäre Modernisierung, Zur Zukunft der Geldordnung: Vollgeld und Monetative, 3. neu bearbeitete und aktualisierte Auflage, Metropolis-Verlag, Marburg
Jackson A. & Dyson B. (2014); Modernising Money, Why our monetary system is broken and how it can be fixed, Positive Money, London
Seit Anfang 2017 leitet Ben Dyson bei der Bank of England, eine Arbeitsgruppe, die sich mit neuen Zahlungssystemen befasst

Dr. Timm Gudehus

Mehr

Gepostet by on Februar 23, 2017 in Gastbeitrag | 11 Kommentare

„Falsche Begründungen von Negativzinsen“

Sehr geehrter Herr Brichta,

Anfang Februar ist in der ZfgK Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen der von mir verfasste Artikel

„Falsche Begründungen von Negativzinsen“

erschienen (s. Anhang). Er belegt am aktuellen Beispiel der Negativzinsen für Zentralbankbuchgeld und der damit begründeten Verwahrgebühren für Giralgeld die Widersprüche unseres heutigen Geldsystems, die Unsinnigkeit der gegenwärtigen Geldpolitik und das daraus resultierende Täuschungspotential. Obgleich Giralgeld von der kontoführenden Bank weder aufbewahrt oder ausgeliehen noch bei der Zentralbank hinterlegt oder abgesichert wird, werden für dessen „Verwahrung“ Kosten geltend gemacht und Gebühren verlangt. Die betroffenen Kontoinhaber sollten daher wegen arglistiger Täuschung Einspruch gegen Negativzinsen und Verwahrgebühren einlegen.

Es würde mich freuen, wenn Sie der Artikel zu einem eigenen Kommentar oder Beitrag über Negativzinsen anregt.

Freundliche Grüße
Timm Gudehus

Hier der Artikel: ZfgK-NegativzinsenGudehus

Mehr

Gepostet by on Januar 02, 2017 in Gastbeitrag | 4 Kommentare

Verständnisfragen zum Wachstumszwang und zur Geldschöpfungsart

Sehr geehrter Herr Brichta,

mir hat Ihr Buch sehr gut gefallen, weil es sehr verständlich geschrieben ist. Dafür möchte ich Ihnen erst mal ein großes Lob aussprechen. Die 10 Euro waren bestens investiert. 2 grundsätzliche Verständnisfragen treiben mich noch um:

Wie würden die spiegelbidlich verlaufenden Guthaben- und Schulden-Kurven aus dem Kapital ,,Der Berg und das Loch“ aussehen, wenn die Geldschöpfung grundsätzlich nicht durch Kreditvergabe erfolgen würde?

Was mich zu meiner 2. Frage führt: Würde sich dann am Wachstumszwang unseres jetziges Geldsystems (Schuldgeld) großartig etwas ändern? Schließlich würde es nach wie vor zu Hortung (Geldmengenentzug und Geldspeicheraufbau) und Umverteilung (Zinseszinseffekt auf die Hortung) kommen.

Von Vollgeldbefürwortern lese ich immer wieder, dass es keinen Wachstumszwang mehr geben würde, wenn der Staat die Geldschöpfung der Privatbanken verbietet und anschließend alles Geld selbst durch Staatsausgaben schöpft bzw. in Umlauf bringt. Das kann ich aber irgendwie nicht glauben.

Mit freundlichem Gruß

Sommer

Mehr

Gepostet by on August 07, 2016 in Gastbeitrag | 1 Kommentar

100% Deckung

Sehr geehrter Herr Brichta,

mit großem Interesse habe ich Ihr Buch gelesen und glaube unser Geldsystem nun besser zu verstehen.
Folgende Thematik ist mir aber noch nicht klar: Sie beschreiben die Abhängigkeit der Geschäftsbanken vom Geld der Zentralbank und dass nur ein kleiner Teil der Kredite mit Zentralbankgeld abgesichert wird, weil es durch verschiedene Mechanismen auch ohne geht- mit allen daraus resultierenden Risiken.
Nun stellen sich mir diese Fragen: Könnten die Banken eine deutlich höhere Deckung anstreben, wenn sie es nur wollten? Warum verzichten sie darauf? Könnte eine Bank auch eine 100%ige Deckung erreichen?

Vielen Dank!

Jan Riesen

Mehr

Gepostet by on Juni 14, 2016 in Gastbeitrag | 1 Kommentar

Fragen zum Buch

Sehr geehrter Herr Brichta,

seit mehr als dreißig Jahren bin ich in der Finanzbranche (auch als Dozent) tätig, verfolge mit Interesse Ihre Berichterstattungen und war erstaunt, wie anschaulich Sie beide die Thematik beschrieben haben. Eigentlich sollte dies jedem ohnehin klar sein, aber es fehlt leider die Finanzbildung. Auch Herr Max Meier hatte das Buch scheinbar nicht sorgfältig gelesen, da die Antworten sehr klar beschrieben waren. Aber scheinbar ist auch er einer der von Ihnen im Buch beschriebenen Volkswirten, die nicht oder nur schwer in der Lage sind, sich von althergebrachten Modellen zu trennen und sich den neuen Herausforderungen (z. B. Nullwachstum…) zu stellen.

Ich jedenfalls finde in Ihrem Buch Passagen, die ich schon seit mehr als zwanzig Jahren verbreite, aber auch mir nur wenige zuhören wollten (z.B. Seite 221 + 222). Wahrscheinlich hat aber genau diese Einstellung dazu geführt, dass meine Portfolios mehrfach ausgezeichnet wurden. Man muss sich auf das Wesentliche konzentrieren und mit gesundem Menschenverstand hinterfragen (Bundesanleihen sind das einzig legale Schneeballsystem è möchte ich als Anleger dabei sein?; sowie die Euro-Konstruktion è war von mir genauso vorhergesagt worden!).

Nach der Lektüre Ihres Buches habe ich folgende Fragen:

Edelmetalle hatte ich bis letztes Jahr nicht als Investment auf der Agenda, weil zu teuer und kein regelmäßiger Ertrag damit verbunden war. Als „Contrarian“ Investor bzw. auf der Suche nach günstigen Investments habe ich in 2015 begonnen in Minenwerte zu investieren und mich in diesem Zusammenhang intensiv damit auseinandergesetzt und Research betrieben. Nun stellt sich für mich zunehmend die Frage, wie kann man sich frühzeitig auf die von Ihnen bevorstehenden Szenarien vorbereiten um nicht günzlich auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Kann es sein, dass Gold- und Silbermünzen im Zuge einer Währungskrise bzw.- reform vorübergehend als Zahlungsmittel und vor allem als Werterhaltungsmittel dienen könnten?

Besonders spannend finde ich Ihre Sichtweise auf Seite 215 „…wahre Werte in möglichst sicheren Ländern besitzen…“. Welche Länder kämen dafür aus jetziger Sicht für Sie in Frage?

Ich bin seit 25 Jahren immer wieder in Kanada und bin bei meiner Recherche auf www.kanada-enterprises.de gestoßen, über die man Edelmetalle in Kanada kaufen und einlagern (außerhalb des Bankensystems) kann. Wo liegt aus Ihrer Sicht hier das Problem (Zugriff des Staates, Zahlungsfähigkeit etc.)?

Ich kann alle Aspekte im Kapitel „Sicherheitsgurte für Ihr Geld“ voll unterschreiben, habe aber noch eine praktische Frage zu Aktienfonds im dort beschrieben Umfeld. Da Aktienfonds aus Geldern vieler Anleger gespeist werden und die bei einer Panik die Gelder abziehen könnten, wäre damit doch das Sondervermögen in der Werthaltigkeit stark beeinträchtigt. Der Fondsmanager müsste (wie in 2008) die besten und liquiden Titel als erstes verkaufen und würde damit dem Fondsvermögen immens schaden. Wäre es in diesem Szenario nicht besser, direkt in Aktien investiert zu sein, anstelle in einer Fondslösung?

Recht herzlichen Dank für eine gelegentliche Antwort auf meine Fragen und Ihrer „Nachhilfe“

Mehr