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Gepostet by on April 23, 2018 in Gastbeitrag | 1 Kommentar

Realsatire?

Hallo Herr Brichta,

ich wünschte es wäre eine Satire, aber vor dem örtlichen Supermarkt steht ein Automat, der Münzen in Gutscheine umtauscht. Ich befürchte, dass die Beschriftung des Automaten einiges über den (vermuteten) Bildungsstand zum Thema Geld der dortigen Kunden aussagt.

Ihre Mission ist noch lange nicht erfüllt, machen Sie weiter!

Herzlichen Dank dafür und viele Grüße aus Schilda,
Tom Planke

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Gepostet by on Dezember 20, 2017 in Gastbeitrag | 2 Kommentare

Geld bekommt keine Kinder

Sprach man noch vor enigen Jahren bei wirtschaftspolitischen Diskursen das Thema „Geld“ an, galt man sofort als Exote. Geld spielt keine Rolle, ist neutral. Nun wird viel über Geld geschrieben und debattiert. Aber so wie früher nur über die Realwirtschaft gesprochen wurde, redet man nun nur über das Geld. Die Frage des Zwangs zum Wirtschaftwachstum wird allein im Geldsystem gesucht. Die Ursachen hierfür werden aber nur gefunden, wenn die ganze GELDWIRTSCHAFT, – also die reale und die monetäre Seite in ihrem Zusammnspiel – untersucht wird.

Raimund Brichta und Anton Voglmaier setzen sich nur mit dem Geld auseinander. Und sie verorten den Wachstumszwang noch immer im Zinseszins-System. So als
ob das Geld sich von sich aus vermehren könnte.

Brichta schreibt: „Fasst man nun diese Masse der kleinen Erparnisse und das große Kapital auf den Bankkonten zusammen, erhält man gedanklich einen gigantischen Geldspeicher, der sich auf Grund von Zins und Zinseszins sowie zusätzlich gesparter Beträge unaufhörlich füllt.“ (S. 102)
Das heißt, dass Geld Kinder bekommt, auf den Bankkonten Zinsen gebiert. Geld, das zur bestenden Gesamtsumme der Bankkonten wundersam zuwächst.

Brichta dann weiter:
„Die Kontoeinlagen setzen sich vor allem aus Giro-, Tagesgeld-, Termingeld und Sparguthaben zusammen, wie sie jeder kennt. Bei den Giroguthaben ist zwar auch Geld dabei, das nicht gehortet wird, sondern dazu dient, laufende Ausgaben zu decken. Da sich dieser Teil nicht eindeutig vom gebunkerten Geldbeständen trennen lässt, muss er mit erfasst werden.“ (S. 103)
Das heißt nun: Alles Geld ist in den Kontoeinlagen vorhanden, gebunkertes und nicht-gebunkertes. Aber: Auch wenn ich das ganze nicht-gebunkerte Geld zum gebunkerten dazuschlage, wird es in Summe nicht mehr. Auch wenn man mit vorhandenem Geld Bankanleihen und Sparkassenobligationen erwirbt. (S. 103) So also kann der Geldspeicher nicht wachsen, auch wenn nicht gebunkertes Geld in Bankanleihen verwandelt wird. Das nicht gebunkerte Geld wandert nur vom Anleihekäufer zum Anleihebegeber, der es ausgibt.

„Wichtig ist nur, dass der gesamte Speicherinhalt über Jahre und Jahrzehnte wächst und nicht schrumpft.“ (S. 103). Aber wie wächst er?
Bisher beschäftigt sich Brichte nur mit der rechten Waagschale, der Schale der Passiven, der Verbindlichkeiten der Bank. Den Forderungen der Bankkunden., die über Zins und Zinseszins angewachsen sind.
Nun erst kommt er zur linken, der Schale der Aktiva, der Forderungen der Bank. Hier heißt es nun „Selbstverständlich müssen diese Schulden auf der Aktivseite Vermögenswerte in entsprechender Höhe gegenüberstehen, damit die Bilanz ausgeglichen ist.“ (S. 104)
Das „Müssen“ impliziert irgendwie die Vorstellung, dass es nun nach dem automatischen Wachsen der rechten Seite der Bilanz Aufgabe der Banken ist, Vermögenswerte aufzutreiben, die sie in die linke Schale ihrer Bilanzenwaage legen können. Das aber läuft so nicht. Die beiden Seiten der Bilanz werden nicht nacheinander gebucht, sondern gleichzeitig, uno actu. Und: Die Bank sucht nicht nach einem Gläubiger, sondern einem Schuldner: den Kreditnehmer, der damit auch Schuldner der Bank wird und bleibt, auch wenn das mit dem Kredit geschöpfte Geld auf ein Konto eines anderen bei der gleichen oder einer anderen Bank überwiesen wird. Und nun Gläubiger der Bank ist. Die rechte und linke Seite der Bilanz werden gleichzeitig gebucht – uno actu -, wenn sich ein Kreditnehmer gefunden hat.
Es gilt:
Niemand außer den Banken kann Geld machen, aber alle können Schulden machen. Soferne sie die Tilgung dieser durch entsprechende Sicherheiten gewähleisten können. Das aber zwingt den Kreditnehmer, den Kredit nicht zu verkonsumieren, sondern zu investieren. Um dann mit dem Verkaufserlös die Schulden zu tilgen. Damit er aber dabei auch Zinsen und Gewinn lukrieren zu kann, muss ihm der Käufer dafür mehr zahlen, als er investiert hat – also sich noch höher verschulden. Hier liegt der Zwang zum Wachtum!

Brichta aber stolpert hier in seine eigene didaktische Falle, die er ganz am Anfang selbst einbaut: Die zeitliche Trennung der beiden Waagschalen einer Bilanz: „zuerst die rechte Schale….“ (S.18), Danach die linke ..“ (S. 20) . Was vorerst als didaktisches Hilfsmittel zum einfacheren Verstehen der Buchungsvorgänge erscheinen mag, stellt sich später dann als Falle heraus, wenn er sagt:
„Das Geldvernögen rechts kann nur existieren, sofern die Banken über entsprechend hohe Forderungen aus Krediten und Wertpapieren verfügen. Dies Forderungen stellen wiederum die Schulden anderer dar – derjenigen, die Kredite aufgenommen und die Werrpapiere ausgegeben haben.“ (S. 105)
Es kann aber nur solange das Geldvermögen darstellen, wie die Schulden nicht getilgt sind. Dann nämlich kommt das zum Tragen, was Brichta auf Seitr 24 schreibt; „Jede Tilgung eines Bankkredits führt dazu, dass Geld vernichtet wird. Geld kommt mit einer Kreditvergabe und verschwindet wieder mit der Kreditrückzahlung. Das Geldvermögen mus sich dann neue Schuldner finden. Darum bemüht sich die Bank.

Es ist möglich, dass Brichta es nicht so gemeint hat. Aber so wie er es darstellt, ist der Missinterpretation die Tür geöffnet. Das ist schade, denn sein Buch mit seiner flott geschriebenen Diktion könnte bei einem breiten Publikum zur Aufklärung über unser Geldsystem beitragen. So aber hinterlässt es einenGeruch von Verschwörungstheorie. .

Ernst Dorfner

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Gepostet by on November 24, 2017 in Gastbeitrag | 8 Kommentare

Ableitungsfehler der „Wirtschaftswissenschaft“

Viele reden über Geld, doch alle meinen damit etwas anderes. Ich sage: „So bekommen wir nie den Nebel um das Geld weg.“

Raimund Brichta und Anton Voglmaier halten es bei der Begriffsdefinition in ihrem Buch ebenfalls recht leger:

„Spezialisten können zwar stundenlang darüber diskutieren, was man eigentlich unter Geld versteht. Da dabei aber der Überblick für das Wesentliche leicht verloren geht, lassen wir uns auf eine solche Diskussion gar nicht erst ein. Wir meinen mit Geld einfach das, was jeder spontan als solches erkennt, also Scheine, Münzen und die Guthaben auf Bankkonten. […] Außerdem verwenden wir für die Guthaben auf Bankkonten auch gleichbedeutende Begriffe wie Einlagen, Kontoeinlagen oder ganz allgemein Buchgeld.“

Deshalb führen diese Autoren ebenfalls Ableitungsfehler aus.

Ich möchte nun diese Fehler vermeiden und liefere als Basis eine Begriffsdefinition zum Geld. Alles Weitere baut darauf auf. Zu meinem Buch hier folgender Hinweis:

„Wir brauchen ein alternatives Geldsystem, wenn wir die Herausforderungen unserer Zeit meistern wollen. Umweltzerstörung, Demokratieverlust, extreme soziale Ungleichgewichte sind unter anderem schädliche Wirkungen des bestehenden Geldsystems. Eine bessere Alternative existiert, doch sie ist noch zu wenig bekannt, Fließendes Geld.

Bei den Lösungen sind in der Reformbewegung verschiedene Ansätze zu finden, die zum Teil stark voneinander abweichen. Stichworte sind: eine vermeintliche Geldschöpfung aus dem Nichts durch Geschäftsbanken, Vollgeld, freie Märkte, Gold als monetäres Mittel oder Fließendes Geld. Als eine der Hauptursachen für den wahrzunehmenden Nebel um die elementaren Fragen kann eine fehlende eindeutige Begriffsdefinition beim Geld in der herrschenden Volkswirtschaftslehre ermittelt werden. Dieser Fehler innerhalb der Wirtschaftswissenschaft wurde zum Teil von Geldsystemkritikern übernommen, hieraus ergeben sich schwerwiegende Ableitungsfehler.

Dieses Buch versucht den Spagat zu schaffen, einerseits in die inhaltlichen Tiefen vorzudringen, andererseits eine Verständlichkeit zu liefern, so dass es für alle Leserinnen und Leser geeignet sein soll, die sich mit dem Thema beschäftigen möchten. Der Autor ist fest davon überzeugt, dass wir Menschen auch beim Geld zu neuen Wegen finden müssen. Doch Veränderungen in diesem Bereich sind wegen gegebener Machtstrukturen nur erzielbar, wenn breite Bevölkerungsschichten dem Wandel zustimmen und ihn unterstützen. Dazu muss der seit Jahrzehnten stattfindende Erkenntnisprozess deutlich an Fahrt gewinnen. Eine Aufgabe dieses Buches kann deshalb sein, Impulse zu geben, um die betreffenden Inhalte stärker auf die politische Diskussionsebene zu heben.

In diesem Werk werden keine Schuldigen gesucht oder Feindbilder aufgebaut, Grundlagen sollen eine Basis für das Verständnis der Zusammenhänge herstellen. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, welche brillanten Resultate Umgestaltungen im Geldsystem bringen. Geld greift mit hoher Intensität in so gut wie alle Bereiche unseres Lebens ein. Neuerungen beim Geld bringen deshalb hervorragende Potentiale für fast alle Gebiete, wie dem Schutz der Natur, der Verbesserung demokratischer Strukturen oder dem Frieden. Ziel muss sein, dass der Mensch nicht dem Geld, sondern das Geld dem Menschen dient.“

Ich freue mich, wenn sich Interessierte mit meinen Positionen kritisch auseinandersetzen, danke.

Steffen Henke

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Gepostet by on Oktober 08, 2017 in Gastbeitrag | 4 Kommentare

Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Hallo Herr Brichta,

Sie haben ja in Ihrem Buch sowohl Gesells Schwundgeld-Idee als auch die Vollgeldreformer als nicht ausgereifte/unzureichende Versuche zur Weiterentwicklung/Stabilisierung unserer Geldordnung beschrieben.

Was halten Sie denn vom Vorschlag von Herrn Buscheck:

https://guthabenkrise.wordpress.com/2013/10/12/wie-man-gesells-friedens-idee-ohne-das-unbeliebte-gesell-geld-umsetzt/

Ich glaube in Ihrem Buch herauszulesen, dass Sie eine Weiterentwicklung der Geldordnung als notwendig erachten, selber aber auch noch keinen stringenden Lösungsansatz gefunden haben und Sie daher wie wir alle bei
dem Spiel (wie Herr Müller von Cashkurs) einfach weiter mitspielen.

mit freundlichen Grüßen

Stefan Freichel

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Gepostet by on September 18, 2017 in Gastbeitrag | 1 Kommentar

Galileo der Ökonomie

Hallo Herr Brichta,

ich denke folgender 1/2 h Vortrag von Prof. Steven Keen könnte viele Leser interessieren. Er weist hier sehr schön nach, dass ohne eine Verschuldung des Staates keine Kapital-Akkumulation möglich ist. Ich halte Herrn Keen für den Galileo der Ökonomie. Was halten Sie von seiner Argumentation?

P.S. Der Vortrag ist in Englisch.

Beste Gruesse

Stefan Freichel

https://www.youtube.com/watch?v=0y5rP56OX78&feature=youtu.be&a=

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