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12.000 Punkte sind jetzt Pflicht

25. Januar 2015 von in Allgemein | 41 Kommentare

Das ging aber fix. So schnell musste ich noch nie ein Prognose-Update schreiben – und auch noch nie ein so positives! Aber es ist schon passiert: Wie in meinem Jahresausblick avisiert (http://www.teleboerse.de/aktien/Beim-Dax-sind-12-000-Punkte-drin-article14253486.html), hat der DAX den Widerstand an der 10.000-Punkte-Marke geknackt, und zwar aus meiner Sicht bereits nachhaltig.

Dies hat folgende Konsequenzen:

1.
Der von mir für möglich gehaltene, wenn auch nicht als zwingend erachtete neuerliche Test der 8.000er-Marke fällt damit aus. Denn der DAX hat direkt im Anschluss an seinen 10.000er-Durchbruch das getan, was erforderlich ist, um diesem Ausbruch das Prädikat „nachhaltig“ zu verleihen: Er ist zügig weiter gestiegen, womit er einen Sicherheitsabstand aufgebaut hat, der verhindern dürfte, dass er bei der erstbesten Korrektur wieder darunter fällt. Letzteres würde das Kaufsignal nämlich zunichte machen und sogar ins Gegenteil verkehren. Nun aber ist genügend Raum vorhanden, um auch nach unten hin „atmen“ zu können, ohne gleich das übergeordnete Kaufsignal zu gefährden.

Außerdem gilt die alte Börsianerregel: Was vorher ein Widerstand war – hier die 10.000 Punkte – wird danach, wenn die Blockade überwunden ist, zu einer Unterstützung.

2.
In meinem Jahresausblick schrieb ich: „Und je nachdem, wann dieser Durchbruch (Anm.: durch die 10.000er Marke) erfolgt, halte ich 12.000 Punkte noch in diesem Jahr für erreichbar. Über die Einzelheiten werde ich Sie dann zu gegebener Zeit auf dem Laufenden halten.“ Die gegebene Zeit ist nun gekommen, und die Einzelheiten liegen für mich klar auf der Hand: Ein Durchbruch bereits in der 3. Januarwoche ist wohl der deutlichste Hinweis darauf, DASS die 12.000 noch in diesem Jahr erreicht werden. Folglich gilt dieses DAX-Ziel für mich von nun an nicht mehr als Kür, sondern als Pflicht.

3.
Die Konsequenzen gehen aber noch weiter. Vor 3 Wochen schrieb ich: „Unter Umständen sind sogar mehr als 12.000 Punkte drin, weil die 5er-Jahre in einem Jahrzehnt als sehr gute Börsenjahre gelten. Aber auch darüber reden wir erst, wenn es soweit ist.“ Und selbst, wenn es jetzt noch nicht so weit ist, schätze ich die Wahrscheinlichkeit inzwischen deutlich höher ein, dass es spürbar mehr werden als die besagten 12.000.

Klar, man kann das Bärenfell erst verteilen, wenn der Bär erlegt ist. Sprich: Erst wenn die 12.000 tatsächlich erreicht sind, werde ich mich zu weiteren Zielen konkreter äußern. Aber ich will Sie schon jetzt – völlig unverbindlich – an einem kleinen Zahlenspiel teilhaben lassen, das Ihnen zumindest das Potential verdeutlichen soll:

Vor 30 Jahren war der deutsche Aktienmarkt in einer vergleichbaren Situation wie zurzeit. Er war zwei Jahre zuvor aus einer langen Seitwärtsphase nach oben ausgebrochen (1983 genauso wie 2013), hatte danach ein Jahr verschnauft (1984 plus 6,1 Prozent, 2014 plus 2,7 Prozent), um anschließend – wie jetzt in einem 5er-Jahr – 66,4 Prozent zuzulegen. Das war der größte Jahresgewinn, den der DAX jemals erzielt hat.

Sie können sich leicht ausrechnen, wo der DAX stünde, wenn es dieses Jahr wieder so gut liefe wie 1985: bei 16.000 Punkten! Natürlich soll das keine neue Jahresprognose von mir sein (zumindest jetzt noch nicht ;-), da ich diesen Stand eigentlich erst für später auf meiner Agenda habe. Aber es sollte Ihnen eine ungefähre Vorstellung davon geben, wie weit der DAX über 12.000 hinausschießen könnte.

Auf ein- bis zweitausend Punkte mehr kommt es in diesem Jahr jedenfalls nicht an, meint Ihr
Raimund Brichta

Quelle:
http://ow.ly/3vSkyO

41 Kommentare

  1. Werter Herr Brichta,
    Ihr Optimismus in allen Ehren! Wenngleich ich Ihre „Kursziele“ vor allem auf Grund der fehlenden Alternativen durchaus für realistisch halte.
    Wir haben uns vor geschätzten 5 Jahren, einige Zeit nach der Lehman-Pleite, mal bei einer Veranstaltung kurz unterhalten. Da standen Sie (vor und hinter der Kamera) dem gesamten System sehr skeptisch gegenüber.
    Mittlerweile bilden sich in einigen Märkten wieder Blasen und die weltweiten Zentralbanken versuchen die Geldprobleme mit noch mehr Geld zu lösen. Die Banken verstehen offensichtlich ihre zentralen Aufgaben miss und alles läuft in absurde Richtungen. Die Schere in unserem geschätzten Europa geht unaufhaltsam auseinander, auch in Deutschland und die Politik sieht tatenlos zu! Dabei sprechen Sie von „Nachhaltigkeit“ … ?!
    Ich bin kein Volkswirt und mir fehlt auch das tiefe Verständnis in das was hier passiert.
    Dennoch kann ich nur dann an steigende Kurse glauben, wenn mir die Handlungen der handelnden Personen ein Vertrauen ermöglichen!

    • Hier handelt es sich um ein großes Missverständnis, lieber Herr Glöditzsch. Dass ich dem System ‚kritisch“ gegenüberstehe, wie Sie richtig schreiben, gilt selbstverständlich nach wie vor. Wenn Sie zum Beispiel das Buch gelesen haben, auf dessen Seite wir hier sind, wissen Sie, dass wir darin beschreiben, warum unser Geldsystem früher oder später auf einen Zusammenbruch zusteuert.

      Aber deshalb können (und werden) die Aktienkurse trotzdem deutlich steigen! Warum sollte ich diesen Teil meiner Analyse denn verheimlichen? Das Wort nachhaltig habe ich in diesem Artikel übrigens exakt auf den Durchbruch der 10.000er-Marke bezogen. Und es ist so gemeint: Der Durchbruch ist nachhaltig, wenn er über einen längeren Zeitraum bestand hat. Logischerweise lässt sich dies hunderprozentig immer erst im Nachhinein feststellen. Aber es gibt bestimmte Markt-Signale und -Verhaltensmuster, die auf diese Nachhaltigkeit nach meiner Einschätzung jetzt schon hindeuten. Genau diese habe ich beschrieben. Aber ich habe kenntlich gemacht, dass es sich hier um meine Einschätzung handelt und nicht um eine allgemeingültige Nachhaltigkeit. Dies wiederum wird mir von anderen (siehe „Anton“) als Ego-Tripp ausgelegt. Recht machen kann man es also nie allen, wie Sie sehen, aber das ist auch nicht mein Ziel. Ich lege viel Wert auf meine geistige Unabhängigkeit.

      Was das Verhalten der Zentralbanken anbelangt, so ist es im Übrigen vollkommen nachvollziehbar und entspricht auch meinen Erwartungen, die ich bereits im Buch beschrieben habe: Diese müssen, wenn Sie den Systemzusammenbruch möglichst weit in die Zukunft verschieben wollen, einen immer größeren Teil der weltweiten Schulden in ihre Bilanz nehmen. Genau das tun sie zurzeit. Die Amis, die Engländer, die Japaner und sogar die Schweizer tun es. Nur die EZB hinkte bisher damit etwas hinterher. Dies holen sie jetzt nach.

      • Sehr geehrter Herr Brichta,

        für mich hat der neuerliche Anstieg des DAX mit nichts anderem zu tun, wie der Aufgabe der SNB den Franken gg. dem Euro künstlich auf 1,2 zu halten.

        Der damit verbundene Kursverlust des Euro, der ja dann sofort einsetzte, wird durch den „Sachwert“ Aktie ausgeglichen. Das hat mit Fundamentaldaten der Dax Konzerne wenig bis nichts zu tun.

        Auslöser dieses Börsenhypes und m. E. währungstechnischer Katastrophe war die Aussage von Frau Merkel, die einen Ausstieg Griechenlands aus dem Euro für „verkraftbar“ bezeichnete.

        Daher ist Ihre Prognose mit den 12.000 Punkten durchaus realistisch, weil der Euro kurze Zeit später mit 1:1 zum Franken notierte, sprich 20% verloren hat. Börse um 20% nach oben, und schon passt ist alles wieder.

        • So denkt sich eben jeder seine eigene Geschichte dazu aus, aber diese sind mir alles egal. Mir war aus rein markttechnischen Gründen klar, dass es kräftig nach oben gehen wird, sobald die 10.000er-Marke geknackt ist. Ein Rückschlag, der unweigerlich kommen wird, dürfte den DAX nun allenfalls wieder bis 10.000 zurückwerfen können.

  2. Ein sehr anstrengender Beitrag… Um Substanz herum gesprochen. Gefühlte 25 „ich“ helfen auch nicht beim lesen. Inhalt und weiterführendes kann ich wirklich nicht finden… Kleiner Tipp auch für den Egoshooter: weniger ist mehr….

    • Ihr Kommentar ist allerdings auch recht anstrengend, lieber Anton. Deshalb noch einmal zur Info für Sie: Es geht hier um meine persönliche Einschätzung für das Börsenjahr, nicht um die Einschätzungen anderer und auch nicht um irgendwelche anderen Sachverhalte. M. E. gebietet es deshalb die Fairness, des öfteren darauf hinzuweisen, dass es sich um meine ganz persönliche Einschätzung handelt, der man folgen kann oder auch nicht. Leute wie Sie werden bestimmt auch umso genüsslicher darauf hinweisen, falls meine Erwartungen nicht eintreffen sollten. Damit könnte ich dann gut leben 😉

      Und was die von Ihnen vermissten „Inhalte“ anbelangt, so liegen diese in der zugrunde liegenden Analyse des Marktverhaltens und den daraus abgeleiteten, recht eindeutigen Prognosen. Beides ist natürlich wieder auf meinem Mist gewachsen, sorry.

  3. Hallo Herr Brichta,

    ich bin hier etwas vorsichtiger. Bin zwar auch „noch“ in Aktien investiert jedoch sind mir die Kurse langsam schon etwas zu heiß.

    Es läuft gerade einfach zu gut.

    Grüße
    Dennis

    • Nach meiner Beobachtung geht es vielen Anlegern so wie Ihnen, lieber Dennis Rekos. Und genau dies ist das Positive. Denn die Aktienkurse können damit an der viel zitierten ‚Mauer der Angst“ nach oben klettern. Kaum jemand traut dem Anstieg. Solche Bewegungen sind die nachhaltigsten, die ich kenne. Wenn erst mal alle sicher sind, dass es nur weiter rauf gehen kann, dann ist der nächste Crash bzw. die nächste Korrektur nicht mehr weit.

  4. Sehr geehrter Herr Brichta,

    nun mal Butter bei die Fische – wie wir an der Küste sagen.

    Mir wird ganz schwindlig bei den Zahlen. In 2013 Korrektur auf 6000, in 1.2014 dann 50.000 und nun 12.000.

    Was hat sich denn geändert ausser der Draghi-Bazooka?

    • Also mehr Butter geht doch wohl nicht: Noch in diesem Jahr 12.000, vermutlich sogar deutlich mehr. Ist doch eindeutig, oder?

      Und die Prognose 50.000 gilt auf Sicht von 10-15 Jahren, also mit Blick auf die zweite Hälfte des kommenden Jahrzehnts. Man wird doch zwischendurch auch mal über Zwischenziele reden dürfen. Oder sollich jetzt bis 2028 meinen Mund halten?

      Die 6.000 hielt ich im Jahr 2013 einmal für wahrscheinlich, weil der DAX bis dahin noch nicht aus seiner langfristigen Seitwärtsbewegung (seit 2000) ausgebrochen war und ich einen Ausbruch damals noch nicht erwartet hatte. Nachdem dieser aber kam, habe ich mich im Oktober 2013 an die veränderte Lage angepasst und die Langfristprognose 50.000 abgegeben. Seit Oktober 2013 ist für mich nämlich klar, dass ein neuer langfristiger Börsenauschwung begonnen hat.

      Und was die Draghi-Kanone anbelangt, passt diese genau in mein Erwartungsbild. Sie fragen, was sich geändert hat? Schauen Sie sich doch mal den Euro an und den Ölpreis. Beides wirkt wie ein zusätzliches Doping für unsere ohnehin schon recht starke Wirtschaft.

      Sie sehen also, dass bei nüchterner Betrachtung das alles überhaupt nicht verwirrend ist.

      • Moin Herr Brichta,

        vielen Dank für die Anmerkungen.

  5. Schon Karl Valentin wollte sich in einem Sketch ein Bergwerk mieten, weil er Angst vor Meteoriten hatte. Sicherheit vor Seltenheit 😉

  6. Lieber Raimund,

    wow – jetzt wirst Du aber richtig mutig mit Deiner aktualisierten Prognose (vgl. Anhang).

    Nach den Ereignissen der letzten 2 Wochen mit

    · Freigabe des Schweizer Franken
    · Flutung des Marktes durch Dragi-Milliarden (oder sollte man besser sagen: 1,1 Billionen ?)

    Sowie

    · Sieg von Tsipras in Griechenland (wobei hier die nachhaltigen Folgen auf Börse & Euro noch abzuwarten sind)

    … erscheint alles möglich !!!

    Ich wünsche Dir einen guten Start in die Woche !

    Viele Grüße

    Steffen

    • Mutig, aber noch lange nicht übermütig. Das ist tatsächlich erreichbar 🙂

  7. Ich glaube nicht das Sie ein guter Fondmanager wären. Sie schwimmen zu sehr mit dem Strom.

    Auch wenn Sie anderes denken – was auch legitim ist – lesen Sie mal den Robert Shiller. Der geht dieses Jahr von einem markanten TOP aus.

    • Ich will auch gar kein Fondsmanager sein, lieber Herr Schmidhuber. In meiner Rolle als Finanzjournalist und Börsenexperte fühle ich mich pudelwohl 😉 Und ob andere von einem markanten Top oder sonstwas ausgehen, interessiert mich überhaupt nicht. Ich halte mich an meine Analysen und leite daraus meine Erwartungen ab – unabhängig vom sonstigen Börsengerede. Sie finden immer Leute die mehr und solche die weniger prognostizieren.

      Darüber hinaus widerspricht die Aussage „markantes TOP in diesem Jahr“ nicht einmal meiner Prognose. Wenn das TOP bei den von mir erwarteten 12.000 plus liegt – bitteschön, dann sind beide Prognosen sogar kompatibel.

      Im Übrigen sind wir von den 12.000 immer weniger weit entfernt. Der DAX ist gerade über 10.800 Punkte gestiegen 😉

      • Ich finde, als Finanzjournalist, der durch Börsensendungen führt, sollte man sich darauf beschränken, das Börsengeschehen neutral und sachlich zu kommentieren und der Öffentlichkeit nahezubringen und nicht mit eigenen subjektiven Prognosen Gefahr laufen, Anleger zu beeinflussen. Das machen schon die vielen Experten, die in Ihrer Sendung zu Wort kommen. Ich bin selbst Diplom-Volkswirt und hauptberuflich mit der Börse beschäftigt. Wäre ich Journalist, würde ich neutral bleiben, allein schon deshalb, und ruhiger arbeiten zu können.

        • Aber genau das tue auch auch, ich bleibe neutral. Mir ist es egal, ob die Kurse steigen oder fallen, ich analysiere lediglich die Marktentwicklung und schätze sie ein. Auch dies gehört zum Börsen-Journalismus. Man kann nur berichten, man kann aber auch Einschätzungen abgeben, wenn man sich das zutraut. Ich selbst traue mir das seit 10 Jahren zu, und deshalb tue ich es. Wichtig ist nur, dass man dies neutral tut und sich nicht von anderen Interessen leiten lässt. Genau deshalb investiere ich selbst nicht mehr in Aktien, das heißt, ich lege mir selbst einen sehr strengen Verhaltenskodex auf.

  8. Sehr geehrter Herr Brichta,

    korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege. Aber hatten wir 1985 eine Finanzierung der Staatsschulden durch die Druckerpresse? Hatten wir jemals in den Zeiten des Dax eine staatlich verordnete Geldschwemme?

    Ich kann mich daran nicht erinnern. Deshalb ist ein Blick zurück und eine Analgie zu historischen Börsenverläufen sehr trügerisch.

    Ist es daher nicht vielmehr so:
    * die Geldschwemme erreicht ihre Wirkung nicht, weil wir uns in vielen Teilmärkten in Käufermärkten befinden und sich deshalb Preiserhöhungen nicht durchsetzen können. Deshalb stellt sich die Frage nach dem Verbleib der Geldmenge. Und wenn dann nur zwei Teilmärkte auftauchen, die in unbegrenztem Maße Geld aufsaugen können, dann kann ich Ihre Dax-Euphorie zwar nachvollziehen … Es ist und bleibt aber eine Blase.

    Die Strategie der durch Geldvermehrung induzierten Inflation zur Provokation einer inversen Zinstruktur mit dem Ziele der Staatsentschuldung scheint ganz offensichtlich nicht zu greifen und sie wird noch weiter scheitern, wenn Ihre Prognose stimmt. Damit entkoppelt sich aber die Realwirtschaft immer mehr von den Börsenkursen.

    * Sehr schön hat man selbst bei der EZB erkannt, dass ein niedriger Zins nur eines von vielen Puzzle-Stückchen ist, welches einen Investor zum Geldautomaten führt. Primär ist immer die ganz reale Vermarktungschance sprich das ERLÖSEN des Geldes aus der Investition. Und hier scheitern wir ganz grandios.

    Fazit: die Schäden durch ausbordende Geldfluten sind langfristig und langandauern. Den Dax bei 12.000 werden wir dann erreichen, wenn man wieter die Wasserleiche „Wirtschaft“ ertränkt und sich am Wachstum des Leichnahms sich erfreut. Gesund ist es aber nicht. Das Katerfrühstück kommt ganz bestimmt, den Wirtschaft lenkt man nicht von oben, sondern durch Konsum von unten.

    Ich freue mich auf Ihre weiteren Artikel und verbleibe wie immer

    mit sehr interessierten Grüßen

    Ihr Jörg Blankenburg

    • Ich korrigiere Sie nur sehr ungerne, lieber Herr Blankenburg, aber in diesem Fall muss ich es tun:

      Die Situationen 1983-85 und 2013-15 sind genau aus den von mir genannten Gründen sehr gut vergleichbar. Die Börsenverfassung war damals nämlich ähnlich wie heute. Etwas anderes ist es mit den GRÜNDEN, die für diese vergleichbaren Börsenverfassungen sorgen. Die Gründe unterscheiden sich immer, aber sie sorgen stets für die gleichen Entwicklungen: Kurse gehen hoch, runter oder seitwärts. Was anderes gibt es an der Börse nicht. Und deshalb kann man die Zyklen sehr wohl vergleichen.

      Und sogar FUNDAMENTAL gibt es wichtige Parallelen zu damals:

      Das KGV, im Prinzip DER Maßstab für die fundamentale Beurteilung eines Aktienmarktes, lag damals ungefähr dort, wo es heute liegt. Ja, es lag sogar noch einen Tick darüber, wie Sie sehr schön hier sehen können:

      http://www.boerse.de/dax-kgv/

      Und auch damals kam es nach der Krise der 70er Jahre aus ähnlichen Tiefen wie diesmal. Es gibt also mehr Parallelen, als Sie glauben.

      Und was die Notenbank-Aktionen angeht, so wiederhole ich mich: Sie sind für mich nämlich vollkommen vorhersehbar, nachvollziehbar und bereits in meinem Buch beschrieben.

      Herzlicher Gruß
      Raimund Brichta

  9. Herr Brichta, bedeutet Ihre modifizierte Prognose, dass Sie jetzt auch eine nennenswerte Korrektur dieses Jahr an an den Aktienmärkten (mehr als 10 % runter) für wenig wahrscheinlich halten oder gehen Sie davon aus, dass es auch in 2015 schon noch irgendwann (Im Sommer?) eine spürbare Korrektur (ohne aber dabei die 8000er Marke zu testen) geben wird, bevor sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzt?

    • Eine 10-Prozent-Korrektur ist natürlich immer möglich, aber solche Schwankungen jetzt schon im Vorhinein prognostizieren zu wollen, grenzt an Hellseherei. Wichtig ist für mich lediglich, dass die 12.000 plus im Lauf des Jahres erreicht werden.

  10. Sehr geehrter Herr Brichta.

    Ich bedanke mich sehr für Ihre Ausführungen. Sind diese doch für mich ein erstes deutliches Zeichen, dass eine Art „Euphorie“ in den Markt Einzug hält und ich damit beginnen kann, meine Stoppkurse deutlich nachzuziehen. Viele Grüße.

    • Wenn ein Index innerhalb weniger Tage so stark zulegt wie zuletzt der DAX, ist klar, das irgendwann eine Gegenbewegung fällig ist. Allerdings ändert das nichts an meiner Jahresprognose, denn die Stimmung ist noch lange nicht überhitzt, wie ich allein an den zahlreichen pessimistischen Widersprüchen auf meinen Artikel erkenne 😉

  11. Sehr geehrter Herr Brichta,
    aus zyklischer Sicht befindet sich der DAX beim 20_Jahres-Zyklus nach 1985/87 und 1999/2001 in einer Topbildungsphase und im langfristigen Regressionskanal nahe der oberen Linie. Ich finde es von Ihnen nicht richtig, mit übertriebenen Kursprognosen (16000 im DAX) nun auch noch den letzten Privatanleger in den Aktienmarkt zu locken, denn nach den beiden besagten Zyklustops gab es beide Male im Anschluss verheerende Crashs am Aktienmarkt (1987 und 2000/2003). Wir befinden uns in einer Blasenbildung, die im Verlauf den nächsten 5 Jahre zu einem katastrophalen Kurssturz mit dem Zusammenbruch der Währungsunion führen könnte, der alle investierten Privatanleger mit in die Tiefe reißen würde. Als der DAX in 2009 bei 3600 Punkten stand, riet jeder zum Ausstieg. Jetzt bei 11000 bläst jeder zum Einstieg. Gleiche Situation wie vor 15 Jahren.
    Mit freundlichen Grüßen

    • Hallo Herr Drechsel,

      1.
      Ich prognostiziere nicht die 16.000 für dieses Jahr, sondern derzeit prognostiziere ich „nur“ mindestens 12.000 mit der Aussicht auf mehr. Eine von mir sehr deutlich als „Zahlenspiel“ gekennzeichnete Berechnung, wo der DAX stehen könnte, wenn er sein Jahresergebnis von 1985 wiederholen würde, ist das, als das ich es gekennzeichnet habe: als Zahlenspiel, das deutlich macht, wie es laufen könnte, wenn es so läuft wie 1985. Nicht mehr und nicht weniger. Ich traue Ihnen und den anderen Leserinnen und Lesern zu, dies bei der Lektüre zu erkennen, zumal ich sogar bewusst und explizit darauf hinweise. Ich sage damit nicht, dass es so kommen wird, sondern allenfalls, dass es so kommen KÖNNTE, wenn es besonders gut läuft. Dies als meine „Prognose“ zu bezeichnen, ist falsch. Und wenn es in Ihrem vollen Bewusstsein geschähe, würde ich es sogar als unseriös bezeichnen.

      2.
      Da jeder Anleger selbst für seine Anlageentscheidungen verantwortlich ist, „locke“ ich auch nicht „den letzten Privatanleger“ in den Aktienmarkt, wie Sie schreiben. Zumal es genügend Leute wie Sie gibt, die das genaue Gegenteil prognostizieren, nämlich dass es runter geht. Das ist jedermanns gutes Recht, und allein die Zukunft wird zeigen, wer richtig lag und wer nicht.

      3.
      Damit wären wir auch schon bei Ihrer „Zyklik“: Dass es Irgendwann im Lauf dieses Jahrzehnts wieder mal einen Crash geben kann, halte auch ich für möglich, ja sogar für wahrscheinlich. Aber eben nicht in diesem Jahr. Ich habe den nächsten Crash eher für 2017/18 auf der Agenda. Auf jeden Fall ist es noch zu früh, diesen jetzt schon auszurufen. Denn bis dahin werden die Aktienkurse vermutlich noch deutlich steigen.

      Im übrigen ist die Angst vor einem Crash ein sehr schlechter Ratgeber, wenn es darum geht, Anleger mit der Börse vertraut zu machen. Der Crash von 1987 zum Beispiel wirkt rückwirkend betrachtet wie ein Fliegenschiss. Der DAX fiel damals von 1.500 auf 900 Punkte. Und genauso wird es mit dem nächsten Crash sein. Nehmen wir an, dieser würde den DAX von 16.000 auf 8.000 drücken. Wenn einige Jahre später der DAX bei 50.000 liegt, wird auch das nur als eine Episode erscheinen.

      Die Frage, wie man als Anleger mit solchen Schwankungen umgehen soll, ist eine ganz andere. Sie hängt von der Mentalität sowie den Vermögens- und sonstigen Lebensverhältnissen eines jeden Einzelnen ab. Damit wären wir also bei der Anlageberatung, die ich bewusst nicht betreibe. Meine persönliche Meinung dazu ist,
      dass man diese Schwankungen am besten mit der regelmäßigen Anlage kleinerer Beträge in den Griff bekommt, um so vom Durchschnittskurs-Effekt zu profitieren. Aber das ist, wie gesagt, nicht Gegenstand einer Jahresprognose, die – wie schon der Name sagt – nur die Marktentwicklung für dieses eine Jahr betrifft.

      4.
      Dass ich mit meiner Prognose nicht „zum Einstieg rate“, wie Sie es zumindest unterstellen, habe ich schon erwähnt. Diese Prognose hat einzig und alleine das Ziel, die tatsächliche Marktentwicklung möglichst treffsicher vorherzusagen – was auch mir nicht immer gelingt, aber dafür immer öfter 😉 Was jemand daraus macht, und ob überhaupt, bleibt jedem selbst überlassen. Ähnlich wie bei einem Wetterbericht: Auch ein Meterologe hat nur das Ziel, möglichst treffsicher die Wetterentwicklung zu prognostizieren. Was jeder daraus macht, bleibt jedem selbst überlassen.

      • Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Es ist richtig, Sie betreiben keine Anlageberatung, aber Sie wissen, dass Sie mit ihren Kommentaren eine große Anzahl von Privatanlegern erreichen, die mangels eigener Kenntnisse Ihren Prognosen folgen. Es ist nur so, dass solche Prognosen nicht dann kommen, wenn sie kommen sollten, nämlich an langfristigen unteren zyklischen Wendepunkten wie in 2003 und 2009, wo das Chance-Risko-Verhältnis günstig ist, sondern nun bei der Ausbildung eines langfristigen oberen Wendepunktes, wo die Gefahren die Chancen weit überwiegen. Und noch eines: wer wie viele Anleger durch zu optimistische Prognosen wie in 2000 oder 2007 in der Folge bis zu 90 Prozent Verlust gemacht hat, den helfen auch anschließende Börsenaufschwünge nichts mehr, denn dieser Anleger ist vor allem psychisch ruiniert.

        • Sie verkennen leider schon wieder einen wichtigen Sachverhalt: Ich mache solche Jahres-Prognosen inzwischen seit 10 Jahren. In dieser Zeit habe ich 7 mal genau ins Schwarze getroffen und lag dreimal daneben. Das entspricht einer Trefferquote von 70 Prozent, mit der ich persönlich gut leben kann, auch wenn ich sie natürlich weiter verbessern will 😉

          Und was das von Ihnen angesprochene Jahr 2009 betrifft, so hatte ich selbstverständlich auch damals zum Jahrebeginn eine Jahresprognose abgegeben. Unr raten Sie mal, was ich damals prognostiziert hatte? 6.000 Punkte. Und jetzt raten Sie mal, wo der DAX Ende 2009 stand? Richtig, bei 6.000 Punkten. Dass ich Ihnen keinen Schmuh erzähle, erkennen Sie hier: http://www.n-tv.de/deleteMe/migration/Ziel-6000-plus-article424836.html

          Und selbst den erneuten Test der 4.000er-Marke hatte ich da schon avisiert (März-Tief lag bei 3.600) – wenn auch erst für später, als es dann tatsächlich eingetreten ist. Aber auch ich bin eben kein Hellseher 😉

          Im Jahr 2003 hatte ich noch keine Jahresprognosen gemacht.

          Wo Sie nach meinem Dafürhalten ebenfalls nicht richtig liegen, ist bei Ihrer Einschätzung, dass wir uns in der „Ausbildung eines langfristigen oberen Wendepunktes“ befinden. Das Gegenteil ist nämlich nach meiner Analyse der Fall: Mit dem Ausbruch aus der langfristigen Seitwärstbewegung im Jahr 2013 ist vielmehr eine Situation entstanden, die mit dem Jahr 1983 und dem daran anschließenden langfristigen Börsenaufschwung vergleichbar ist. Genau deshalb prognostiziere ich einen DAX-Stand von 50.000 Punkten für die zweite Hälfte des kommenden Jahrzehnts und genau deshalb wird der von uns beiden erwartete Crash in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts nur eine Korrektur im langfristigen Aufwärtstrend darstellen, so wie das beim Crash von 1987 der Fall war.

          Das ist ja das Interessante an der Börse: Verschiedene Leute leiten aus ihren jeweiligen Indikatoren vollkommen unterschiedliche Prognosen ab. Das war schon immer so und wird auch in Zukunft so sein.

          Von zwei unterschiedlichen Prognosen kann im besten Falle aber nur eine richtig sein. Hier kommt es also auf die „Qualität“ des Prognostikers an. Wer von uns beiden recht behält, werden die nächsten 15 Jahre zeigen. Ich sehe diesem Entscheid mit großer Gelassenheit entgegen 😉

          • Wenn Sie möchten, können Sie sich mal die Zykluscharts auf meiner Webseite (trading-cycles.com) betrachten. Vielleicht kommen Sie hinsichtlich Ihrer langfristigen Prognose dann zu einer anderen Beurteilung. Aber ich möchte Ihnen meine Meinung natürlich nicht aufdrängen.

          • Danke für das Angebot! Ich sehe es aber lieber sportlich: Lassen Sie unsere beiden Analysen gegeneinander antreten und die Börse entscheiden, ob eine davon – und wenn ja welche – die richtige war 😉

            Nun geht es aber sowieso erst einmal um meine Analyse für dieses Jahr. Reden wir also am Jahresende darüber, wie es gelaufen ist. Einverstanden?

          • Hallo Herr Brichta,
            hinsichtlich Ihrer Einschätzung der aktuellen langfristigen zyklischen Situation habe ich noch folgendes anzumerken: ich habe mir die Mühe gemacht, anhand der Jahresschlusskurse des Dow Jones von 1906 bis 2014 die langfristigen 20-, 40- und 80- Jahreszyklen zu berechnen und in einem Chart grafisch darzustellen. Daraus ergibt sich, dass Anfang der 80er Jahre alle drei Zyklen nach Beendigung der Seitwärtsperiode von 1960-1980 einen nahezu simultanen Boden ausgebildet haben, was anzuschließend zu der Hausse bis 2000 führte. Aktuell bilden der 20- und 80- Jahreszyklus ein simultanes Top aus, während der 40J-Zyklus bereits abwärts gerichtet ist. Die von Ihnen angesprochene Vergleichbarkeit der aktuellen Situation mit der von 1983 ist also keineswegs gegeben, zumindest nicht aus zyklischer Sicht. 1983 befanden wir uns beim 80J-Zyklus am Beginn eines Aufschwungs, jetzt steht er unmittelbar vor Beginn einer Abschwungphase.
            Mir freundlichen Grüßen
            Robert Drechsel

          • Das ist es doch, was ich meine: Es kommt immer darauf an, WELCHE Zyklen man als wichtig erachtet. Darüber könnten wir nun noch lange streiten, aber ich ziehe – wie gesagt – den richtigen Wettbewerb vor: Sehen wir uns die Entwicklung der nächsten 10-15 Jahre an und warten, welche Zyklen den richtigen Tipp gegeben haben 😉

  12. Hallo Herr Brichta,
    ich verfolge Ihren Werdegang bei der Telebörse jetzt schon seit 1992 und habe Sie bisher immer für einen seriösen und kompetenten Börsenjournalisten gehalten. Allerdings finde ich es unverantwortlich, mit solch populistischen Prognosen nun an die Öffentlichkeit zu treten. Sie wissen genauso gut wie ich, dass Europa mit dieser EU-Politik an die Wand gefahren wird und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das Kartenhaus zusammenfällt. Viele Grüße

    • Darauf kann ich nur dasselbe antworten wie auf Herrn Drechsel, nämlich dies:

      Hallo Herr Drechsel,

      1.
      Ich prognostiziere nicht die 16.000 für dieses Jahr, sondern derzeit prognostiziere ich „nur“ mindestens 12.000 mit der Aussicht auf mehr. Eine von mir sehr deutlich als „Zahlenspiel“ gekennzeichnete Berechnung, wo der DAX stehen könnte, wenn er sein Jahresergebnis von 1985 wiederholen würde, ist das, als das ich es gekennzeichnet habe: als Zahlenspiel, das deutlich macht, wie es laufen könnte, wenn es so läuft wie 1985. Nicht mehr und nicht weniger. Ich traue Ihnen und den anderen Leserinnen und Lesern zu, dies bei der Lektüre zu erkennen, zumal ich sogar bewusst und explizit darauf hinweise. Ich sage damit nicht, dass es so kommen wird, sondern allenfalls, dass es so kommen KÖNNNTE, wenn es besonders gut läuft. Dies als meine „Prognose“ zu bezeichnen, ist falsch. Und wenn es in Ihrem vollen Bewusstsein geschähe, würde ich es sogar als unseriös bezeichnen.

      2.
      Da jeder Anleger selbst für seine Anlageentscheidungen verantwortlich ist, „locke“ ich auch nicht „den letzten Privatanleger“ in den Aktienmarkt, wie Sie schreiben. Zumal es genügend Leute wie Sie gibt, die das genaue Gegenteil prognostizieren, nämlich dass es runter geht. Das ist jedermanns gutes Recht, und allein die Zukunft wird zeigen, wer richtig lag und wer nicht.

      3.
      Damit wären wir auch schon bei Ihrer „Zyklik“: Dass es Irgendwann im Lauf dieses Jahrzehnts wieder mal einen Crash geben kann, halte auch ich für möglich, ja sogar für wahrscheinlich. Aber eben nicht in diesem Jahr. Ich habe den nächsten Crash eher für 2017/18 auf der Agenda. Auf jeden Fall ist es noch zu früh, diesen jetzt schon auszurufen. Denn bis dahin werden die Aktienkurse vermutlich noch deutlich steigen.

      Im übrigen ist die Angst vor einem Crash ein sehr schlechter Ratgeber, wenn es darum geht, Anleger mit der Börse vertraut zu machen. Der Crash von 1987 zum Beispiel wirkt rückwirkend betrachtet wie ein Fliegenschiss. Der DAX fiel damals von 1.500 auf 900 Punkte. Und genauso wird es mit dem nächsten Crash sein. Nehmen wir an, dieser würde den DAX von 16.000 auf 8.000 drücken. Wenn einige Jahre später der DAX bei 50.000 liegt, wird auch das nur als eine Episode erscheinen.

      Die Frage, wie man als Anleger mit solchen Schwankungen umgehen soll, ist eine ganz andere. Sie hängt von der Mentalität sowie den Vermögens- und sonstigen Lebensverhältnissen eines jeden Einzelnen ab. Damit wären wir also bei der Anlageberatung, die ich bewusst nicht betreibe. Meine persönliche Meinung dazu ist,
      dass man diese Schwankungen am besten mit der regelmäßigen Anlage kleinerer Beträge in den Griff bekommt, um so vom Durchschnittskurs-Effekt zu profitieren. Aber das ist, wie gesagt, nicht Gegenstand einer Jahresprognose, die – wie schon der Name sagt – nur die Marktentwicklung für dieses eine Jahr betrifft.

      4.
      Dass ich mit meiner Prognose nicht „zum Einstieg rate“, wie Sie es zumindest unterstellen, habe ich schon erwähnt. Diese Prognose hat einzig und alleine das Ziel, die tatsächliche Marktentwicklung möglichst treffsicher vorherzusagen – was auch mir nicht immer gelingt, aber dafür immer öfter 😉 Was jemand daraus macht, und ob überhaupt, bleibt jedem selbst überlassen. Ähnlich wie bei einem Wetterbericht: Auch ein Meterologe hat nur das Ziel, möglichst treffsicher die Wetterentwicklung zu prognostizieren. Was jeder daraus macht, bleibt jedem selbst überlassen.

      • P.S.
        Und ich finde es bemerkenswert, in welcher Art und Weise das Wort „populistisch“ von Ihnen missbraucht wird. Ich gebe meine Einschätzung für die DAX-Entwicklung in diesem Jahr wieder. Nicht mehr und nicht weniger. Und messen lasse ich mich nur daran, ob meine Prognosen treffsicher waren oder nicht. Das Wort Populismus ist in diesem Zusammenhsng gänzlich fehl am Platze.

        • Herr Brichta, mit populistisch meine ich, dass Ihnen bewusst sein sollte, dass Sie mit Ihren Prognosen eine Masse von unerfahrenen Anlegern erreichen. Was ich vermisse ist der Hinweis auf mögliche Risiken und Ausstiegssignale. Denn ein Privatanleger, der jetzt aufgrund Ihrer Prognosen investiert, wird nicht aussteigen, wenn es crascht, sondern im Markt bleiben und die Verluste laufen lassen. Wir befinden uns jetzt in einer Phase, in der die Aktien von den Händen der Hartgesottenen in die Hände der Zittrigen übergehen, wie Kostolany es ausgedrückt hat. Und die Zittrigen, die jetzt Ihnen vertrauen, werden auf Dauer die Verlierer sein, auch wenn es kürzerfristig weiter nach oben gehen sollte. Denn die Zeiten einer Buy-and-Hold-Strategie sind seit dem Jahr 2000 vorbei.

          • Es bleibt auch nach dieser Erklärung dabei, dass das Wort populistisch hier fehl am Platze ist. Denn selbst wenn es so wäre, dass „unerfahrene“ Anleger nun massenweise Aktien kauften, nur weil ich diese Prognose abgebe, wie Sie es unterstellen, wäre die reine Abgabe einer Prognose noch lange nicht „populistisch“. Außerdem gehe ich nicht davon aus, dass dies tatsächlich passiert, denn die Abgabe einer Jahresprognose von mir ist ein ganz normales Ritual, dass ich nun schon zum elften Mal in Folge vollzogen habe. (siehe meine Antwort an Herrn Drechsel.)

            Die Höhe der Prognose ist dabei nur von meiner persönlichen Einschätzung abhängig. So hatte ich für das vergangene Jahr lediglich prognostiziert, dass der DAX auf 10.000 steigt und dann erst mal Luft ablassen wird. Das war keine Prognose zum Jubeln, aber sie traf genau ins Schwarze. Aus dem Umstand, dass nun der Widerstand bei 10.000 geknackt ist, ergeben sich jetzt sehr positive Kurs-Implikationen für die nächsten Monate. Das ist alles. Und bisher zumindest gibt mir das Marktverhalten recht. Es geht ja nicht darum, eine Kursentwicklung als gut, schlecht, wünschens- oder verurteilungswert einzustufen, sondern nur darum, welche Entwicklung zu erwarten ist.

  13. Herlich!!!

    hier ist was los!Selten so viel Spaß gehabt beim lesen, weiter so.

    Ich finde 12000 auch kein Unding. Bedenkt man, dass der Dax 2013 ebenfalls um 2000 Punkte stieg. Und 2000 von 7500 ist wesentlich mehr als 2000 von 10000. Immer die Relativität beachten.

    Herr Brichta, anscheinend haben sie hier einen wunden Punkt der Leser getroffen. Bin mal gespannt was noch kommt.

    • Und wenn Sie so viel Spaß hatten, dann sagen Sie’s doch weiter 😉

      • Sie könnten auch mal wieder ein Essay zur momentanen Lage der Politik bzw. Eu schreiben. Die les ich immer gerne, nur waren diesbezüglich ein wenig zurückhaltend in letzter Zeit.

        • Leider bin ich momentan anderweitig stark beschäftigt. Aber EU- und Euro-mäßig läuft derzeit ohnehin alles nach dem Plan, den ich schon im Buch vorgezeichnet habe. Spätestens dann, wenn es etwas Unerwartetes gibt, werde ich mich bestimmt wieder zu Wort melden 😉

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