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Depotalarm: Alles muss raus – außer Gold!

4. Januar 2016 von in Allgemein | 6 Kommentare

Wir hatten in den vergangenen Wochen darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Lage an den Weltfinanzmärkten merklich eintrübt. Der Kursrückgang bis August war noch als eine – wenn auch heftige – Korrektur der vorangegangenen Rally einzustufen. Deshalb hatten wir zu Paniktiefkursen am 24. August zugegriffen und einige Positionen sogar aufgestockt.

 

Die von uns erwartete Erholung kam dann auch – insofern hatten wir alles richtig gemacht-, aber sie geriet im Dezember auffällig ins Stocken. Dies war für diese Jahreszeit ungewöhnlich, weshalb wir es als Warnsignal interpretierten. Folgerichtig hatten wir noch vor Weihnachten einige Werte aus dem Depot geworfen und dort Gewinne mitgenommen.

 

Unsere Devise war: Mit reduziertem Risiko abwarten. Zumal eine positive Börsenentwicklung im Januar die Lage deutlich entschärfen könnte.

 

Zwar hat der Börsenmonat Januar heute erst angefangen, und niemand weiß, wie er enden wird. Aber bei einem Teil von uns läuteten schon am frühen Morgen vor Börsenbeginn die Alarmglocken. Schon da zeichnete sich nämlich aufgrund der asiatischen Vorgaben ab, dass es den miserabelsten Jahresstart seit Langem geben wird. In Kombination mit den Warnsignalen aus dem Dezember brachte uns dies zu einer folgenschweren Entscheidung:

 

Wir haben heute früh zu Eröffnungskursen sämtliche Werte aus dem Depot geworfen – bis auf den Goldfonds.

 

Die Entscheidung war folgerichtig, weil sich die weltweite Börsenlage weiter eingetrübt hat. Mit anderen Worten: Die Gefahr eines erneuten Abwärtstrends bis ins Frühjahr hinein hat unseres Erachtens nun deutlich zugenommen.

 

Wir sprechen damit unseren wahren Werten nicht generell das Misstrauen aus. Wie könnten wir auch? Sie sind, wie sie sind. Deshalb werden wir sie wieder in unser Depot aufnehmen, sobald sich die Lage beruhigt hat. Möglicherweise gelingt uns dies dann sogar zu deutlich geringeren Kursen …

 

Auch wir wissen natürlich nicht, was die Zukunft bringen wird, aber wir haben unsere Gewinne mit dieser Vorsichtsmaßnahme einfach mal abgesichert. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Mit einem Plus von knapp 21 Prozent seit Depotstart im Oktober 2014 lässt es sich auch gut überwintern, meint Ihr

 

Raimund Brichta

 

P.S.

Wie üblich haben wir auch heute wieder Transaktionskosten in realistischer Größenordnung berücksichtigt.

 

P.P.S.

Dass wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sondern im Gegenteil heftig um diese gerungen haben, belegt folgender Mail-Austausch von heute früh:

 

Raimund Brichta:
Depotalarm! Was haltet Ihr davon, alles außer Gold glattzustellen? Ich werde das
Gefühl nicht los, dass wir unsere wahren Werte demnächst deutlich
billiger wieder einsammeln können.

 

Eine Alternative wäre, alle Positionen außer Gold zu halbieren und die nächsten Tage abzuwarten, um dann zu entscheiden, was mit dem Rest geschieht.
Anton Voglmaier:

Ich bin mit einer Halbierung der Positionen einverstanden.
Raimund Brichta:

Und Du Volker? Können wir das zu heutigen Eröffnungskursen buchen?

 

 

Volker Schilling:

Guten Morgen,
nein, ich bin nicht damit einverstanden. Aus dem einfachen Gund, weil ich nicht am Morgen zwischen Tür und Angel Entscheidungen treffen will, die auf einem Zweizeiler beruhen, die auf eine Gefühlslage abheben. Ich dachte, wir machen hier Asset Management mit gesundem Menschenverstand und nicht nach Gefühl. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob wir einen Tag früher oder später Käufe oder Verkäufe vornehmen!
Raimund Brichta:

Ich gehe davon aus, dass wir alle ständig die Märkte beobachten und dies deshalb keine Entscheidung zwischen Tür und Angel ist. Im Gegenteil: Dass sich die Marktlage eintrübt, zeichnet sich bereits seit Wochen ab. Und wir haben darauf auch bereits mit Verkäufen von DAX-ETF sowie zweier anderer Depotwerte reagiert.

Insofern ist diese Entscheidung nur eine konsequente Fortsetzung der zuletzt verfolgten Strategie: Wir nehmen weiteres Risiko aus dem Depot. Mehr nicht. In einer Mail am frühen Morgen all die Faktoren noch einmal zu benennen, hielt ich für überflüssig, weil ich – wie gesagt – davon ausging, dass wir sie ohnehin im Hinterkopf haben.

Irgendwann muss man schließlich handeln, und es ist ja gerade unser Vorteil, dass wir nicht erst durch unzählige Gremien damit gehen müssen. Du magst recht haben, dass wir uns darin von anderen professionellen Asset Managern unterscheiden. Aber ich meine, dass diese Unterscheidung sogar positiv zu werten ist!

 

Anton Voglmaier:

Lieber Volker,
grundsätzlich würde ich Dir ja mit Deiner Einschätzung recht geben, wenn wir uns nicht schon vorher über die Thematik unterhalten hätten. Das haben wir aber und so ist die heutige Entscheidung als Bestätigung der vorhergehenden Überlegungen zu sehen. Ich stimme Dir aber zu, dass es auf einen Tag nicht unbedingt ankommen muss.

 

 

Raimund Brichta:

Übrigens: Mein „Zweizeiler“ kann eigentlich nur für jemanden überraschend
gekommen sein, der sich über die Feiertage nicht auch mit dem Zustand der Finanzmärkte beschäftigt hat. Es sei Dir gegönnt, lieber Volker, denn schließlich gibt es auch noch anderes als die Börsen 😉
Aber Du kannst sicher sein, dass auch ich andere Beschäftigungen hatte. Zum Beispiel das Skifahren am Großglockner. Vielleicht ist es aber gerade die klare Luft in den sonnigen Bergen gewesen, die mir geholfen hat, den Kopf frei zu machen?
Außerdem:
Was Du „Gefühlslage“ nennst, nenne ich Erfahrung. Und die lehrt mich, dass ein Januar, der so beginnt wie dieser, kein gutes Zeichen ist für die Märkte in den kommenden Monaten. Zumindest bis in den März. Selbst wenn die Erfahrung dann in einer Gefühlslage mündet – was ist dagegen einzuwenden? Schließlich habe ich bereits in unserer Diskussion über Renk klar gemacht, wie wichtig auch Bauchgefühle an den Börsen sein können.
Im Prinzip war die Signallage aber schon seit Mitte Dezember klar. Ich habe jedoch noch auf deutliche Signale im Januar gewartet – egal in welche Richtung. Dass sie nun schon am ersten Handelstag kommen, konnte ich auch nicht vorausahnen. Aber es ist umso besser…
Wie dem auch sei. Wir sollten jetzt handeln. Ich möchte auch noch einmal explizit zur Diskussion stellen, nicht nur die Hälfte, sondern alles außer Gold glattzustellen.
Meinungen?

 

Anton Voglmaier:

Bin ich auch mit einverstanden.

 

Raimund Brichta:

Und Volker?????

6 Kommentare

  1. Der Titel ist wie ich finde doch etwas panikartig geschrieben worden 🙂 Genau zu einem Zeitpunkt wo es stark abwärts geht muss man sich besinnen und sich überlegen ob ein Bullenmarkt noch in takt ist. Und meienr Meinung ist das der Fall in Deutschland. Gold hat grs immer Saison und sollte immer eine kleie Beimischung im Depot darstellen! Gold hat übrigens jetzt die Chance den jahrelangen Bärenmarkt zu beenden aus der Range auch auszubrechen nach oben!

    • I wo, von Panik keine Spur. Der Titel beschreibt nur das zugespitzt, was wir im Depot getan haben.

      Jetzt warten wir ruhig und entspannt ab, bis sich die Lage beruhigt. Dann sammeln wir unsere wahren Werte zu hoffentlich tieferen Kursen wieder ein. Ein völlig normaler Vorgang an der Börse. Denn wie heißt es so schön: Auch im Einkaufspreis liegt der Gewinn 😉

    • Finden Sie das immer noch ?

  2. Interessant immer wieder so einige Artikel nach einer gewissen Zeitspanne zu lesen. Wenn ich mir hier so Kommis durchlese, auch was Gold betrifft, so lag mancher doch völlig im Schwarzen! Im übrigen bin ich ein großer Fan von ihnen Hr Raimund Brichta 🙂 LG aus Darmstadt meiner alten Heimat :-9

  3. Nachdem Herr Thieme nun keinerlei Info mehr kostenfrei herausgibt freut es mich umso mehr noch den Blog von meinem zweiten Liebling Hr Brichta lesen zu dürfen 🙂 LG

  4. Was wirklich sehr interessant ist, ist der Fakt dass so ziemlich alle Analysten die 10600 er Marke jetzt zum Monatsende als kritische Marke ansehen! Bin schon gespannt aufs nächste MOnat!

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