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Bargeldverbot beim Finanzamt? – Teil 3

4. Juli 2015 von in Allgemein | 113 Kommentare

In letzter Zeit wurde lebhaft über ein mögliches Bargeldverbot diskutiert. Faktisch gibt es ein solches Verbot an vielen Stellen aber schon, meine ich. Deshalb habe ich einen Selbstversuch gestartet. Hier Teil 3 meiner Erlebnisse:

Kurz zur Erinnerung: Ein Finanzamtsmitarbeiter hatte mir die Auskunft gegeben, ich könne meine Steuerschuld in bar auf das Konto des Finanzamts bei der örtlichen Sparkasse einzahlen. Allerdings gestaltete sich dieser Versuch schwieriger als gedacht (http://www.teleboerse.de/private_finanzen/Ein-Selbstversuch-von-Raimund-Brichta-Teil-2-article15400996.html) Er kann ohnehin keine Dauerlösung sein, da die Sparkasse bei mir nur einmalig und „aus Kulanz“ auf die normalerweise fällige Bareinzahlungsgebühr verzichtet hat.

Also melde ich mich noch einmal schriftlich bei der Finanzkasse, weil ich gehört habe, dass den Finanzbeamten auf diesem Wege am besten verbindliche Auskünfte zu entlocken seien. Ich schreibe ein Fax, das mit der Aufforderung endet: „Bitte teilen Sie mir mit, auf welchem Wege das Finanzamt das Zahlungsmittel Banknoten zur Begleichung meiner Steuerschuld entgegennimmt.“

Leider bekomme ich immer noch keine schriftliche Antwort, sondern am nächsten Tag nur einen Anruf von Frau Steuer (Name geändert), die eine Vorgesetzte des Kollegen zu sein scheint, der mir die erste Auskunft am Telefon gegeben hatte. Sie sagt mir, dass sie mir auch nichts anderes sagen könne als ihr Kollege, und fährt fort:

„Im Übrigen müssen Sie ihre Steuerzahlungen sogar überweisen!“

„Ich muss? Wieso?“

„Weil das so vorgeschrieben ist.“

„Wer schreibt das vor?“

„Das steht in der Abgabenordnung“, sagt sie belehrend, „und an die müssen wir uns alle halten – auch Sie.“

„Was steht denn da in der Abgabenordnung?“

„Da steht, dass Zahlungen an die Finanzbehörden unbar zu leisten sind.“

„Das steht da nicht.“

„Das steht da doch!“

Während dieses Disputs hole ich mir den entsprechenden Paragraphen der Abgabenordnung auf mein iPad, das neben mir liegt, und zitiere:

„Da steht: ‚Zahlungen der Finanzbehörden sind unbar zu leisten‘.“

„Sag ich doch.“

„Sagen Sie nicht. Sie sagen, Zahlungen an Finanzbehörden seien unbar zu leisten. Diese sind aber das genaue Gegenteil von Zahlungen der Finanzbehörden. Im ersten Fall bekommt die Finanzbehörde Geld, im zweiten Fall zahlt sie selbst etwas, zum Beispiel Steuerrückerstattungen.“

„Ich habe den Text jetzt nicht vorliegen, werde aber noch mal nachschauen.“

„Tun sie das. Und wenn ich ihnen noch einen Hinweis geben darf, dann schauen sie doch mal zwei Absätze weiter vorne nach. Da steht nämlich: ‚Zahlungen an Finanzbehörden sind an die zuständige Kasse zu entrichten.‘ Von unbar steht da aber nichts.“

Das Gespräch scheint der Dame unangenehm zu werden. Sie versucht deshalb, das Thema zu wechseln, indem sie mich fragt, warum ich denn überhaupt bar einzahlen wolle und ob ich meine anderen Rechnungen auch alle bar bezahle? Ich lasse mich darauf aber nicht ein und bitte sie, mir noch schriftlich auf mein Fax zu antworten, was sie dann auch widerwillig zusagt.

Es bedarf aber noch einer weiteren schriftlichen Erinnerung, bevor ich einige Tage später ein Fax bekomme, in dem noch einmal das mir schon bekannte Bankkonto steht, auf das ich Bargeld zugunsten des Finanzamts einzahlen könne. Den Lapsus mit der fehlinterpretierten Abgabenordnung leistet sie sich jetzt nicht mehr. Im Gegenteil: Sie scheint noch einmal ordentlich nachgelesen zu haben; denn sie schreibt:

„Die Kasse im Finanzamt ist für die Übergabe von Zahlungsmitteln geschlossen, vgl. § 224 Abs. 4 AO. Durch die Ermächtigung eines am Ort ansässigen Kreditinstituts ist sichergestellt, dass weiterhin Bareinzahlungen für Steuerpflichtige möglich sind.“

So ähnlich steht es tatsächlich in besagter Verordnung. Meine Erfahrungen bis zu dieser Stelle zeigen aber, dass eine Bareinzahlung so ohne Weiteres doch nicht möglich ist. Also werde ich noch mal nachhaken müssen… (Fortsetzung folgt.)

113 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Brichta,

    warum machen Sie es so kompliziert, versuchen Sie doch mal nur eine Bareinzahlung auf ein fremdes Konto ….

    Der Spaß Faktor ist ähnlich

    Viele Grüße

    Thorsten

    • Hab ich doch probiert. Lesen Sie einfach mal in Teil 2 nach …

      • Sehr geehrter Herr Brichta,

        ich denke nicht das es hier sich um ein spezielles Problem mit der Begleichung der Steuerschuld in bar zu tun hat sondern eher um ein generelles Problem der Bareinzahlungen.
        Ich halte es auch weniger wahrscheinlich das hier die Abschaffung ( Problematik )der Bargeldeinzahlung mit der Abschaffung von Bargeld zu tun hat.
        Ich denke es geht hier um Effizienz. Bargeld macht den Banken Arbeit und kostet. Und auch der Behörde oder einem Unternehmen.
        Möglicherweise ist jedoch die Überwachung eher ein (un)gewollter Nebeneffekt der aktuell in den Fokus gerät.

        Auf jeden Fall ist es jedoch ein journalistischer Aufhänger. Man kann zumindest mal darüber nachdenken.

        Viele Grüße
        Thorsten

        • Einspruch, lieber Thorsten: Wenn ausgerechnet das Finanzamt als staatliches Organ das gesetzliche Zahlungsmittel nicht annehmen würde, obwohl es laut Gesetz dazu verpflichtet ist, wäre dies ein eklatanter Gesetzesverstoß. Der Staat würde seine eigenen Regeln missachten!

          • Einspruch ?

            Ich denke warum soll das staatliche Organ anders handeln nur weil es kaum Möglichkeiten zur Bareinzahlung gibt, bzw. Die Banken sind das Problem nicht der Staat, für den Staat ist es nicht zu verachtender Kostenfaktor für sehr wenig Steuerpflichtige ( Sie mal ausgenommen )eine Stelle und eine Kasse zu besetzen für Barzahlungen. Ansonsten ist es ein Fall für Steuerverschwendung. Ich kann mich damit anfreunden das der Staat anders handeln sollte. Ich denke wenn es nur genug Leute geben würde gäbe es eine Kasse und diese Stelle.

            Erweitern Sie doch mal den Versuch und senden das Bargeld per Post als Wertbrief an die Finanzkasse. Vielleicht Informieren Sie den Staat vorab schriftlich. Das wäre zumindest Interessanter wie die Finanzverwaltung damit umgeht !

            Warum gibt es Pfändungsfreie Konten für Pleitegeier ? Ohne Konto geht wenig heutzutage ….

            Das ganze ähnelt an dem Ei und dem Huhn ….

            In meinen Augen liegt das Problem bei den Banken die nur an Ihre eigene Nase denken. Die Bareinzahlung ist zu kostenintensiv genauso wie für den Staat die Stelle.

            Viele Grüße
            Thorsten

          • Die Banken können natürlich nur so handeln, wenn der Staat dieses Handeln sanktioniert. Und das tut er. Und er trägt selbst zum gesetzeswidrigen Zustand bei, wenn er Finanzkassen schließt. Also – ich wiederhole mich – müsste zumindest eine Gesetzesänderung her.

            Bargeld per Post ans Finanzamt hat übrigens ein Leser gemacht, und es hat funktioniert. Aber das Einschreiben mit Wertbrief kostete ihn auch 10€. Also keine Dauerlösung.

          • Wieder mal witzig „obwohl es laut Gesetz dazu verpflichtet ist, wäre dies ein eklatanter Gesetzesverstoß. Der Staat würde seine eigenen Regeln missachten!“.

            Kurze Nachfrage: Sie haben ja vorher sicher nachgedacht. Das man beim Finanzamt nicht mehr mit Bargeld zahlen kann, ist ja schon lange so…

            Wenn also ihre Aussage richtig ist, weshalb hat dagegen niemand geklagt? Wo sind die Einsprüche dagegen? Nennen sie doch mal Fundstellen….

            Wundert sie dies nicht? Steht ja im absoluten Widerspruch zu ihrer rechtlichen These….

          • Sie kapieren es einfach immer noch nicht, was ein „Selbstversuch“ ist: Ich teste gerade, ob mein Finanzamt seiner gesetzlichen Pflicht nachkommt und gesetzliche Zahlungsmittel zur Begleichung meiner Steuerschuld akzeptiert. Nicht mehr und nicht weniger. Ich behaupte auch nicht von vornherein, dass es dies nicht tut.

            Ich habe bisher lediglich einige Erlebnisse gemacht, die erkennen lassen, dass dieser Pflicht in meinem Fall nicht problemlos entsprochen wird. Es befinden sich so einige Hindernisse auf diesem Weg, um es mal vorsichtig zu formulieren.

            Aber warten wir (und auch Sie) doch einfach mal ab, wie’s weitergeht …

      • Ja der zweite Teil. Hätte man sich komplett sparen können. Fakt ist, es gibt dabei in der Realität überhaupt keine Probleme. Nur der Autor hat da immer welche.
        Wie schon geschrieben, die Realität ist ganz einfach: Man geht zur Bank und zahlt das Geld ein. Nur der Autor „erlebt“ angeblich so komische Sachen… ist klar…
        Wie gesagt, wenn man die Märchen.. Entschuldigung die angeblichen außergewöhnlichen Erfahrungen des Autors weglassen würde, dann könnte er keine Reihe mit mehreren Teilen schreiben.
        Es ist ja schon erstaunlich, dass es jeder, außer der Autor, anscheinend schafft, diesen einfachen Sachverhalt hinzubekommen.

        • Meine Erlebnisse sind die eines ganz normalen Bürgers, der einfach seine Steuerschuld mit gesetzlichem Zahlungsmittel begleichen will. Meine Erlebnisse sind authentisch und von mir belegbar. Im Unterschied zu Ihnen habe ich es nämlich tatsächlich probiert und schreibe erst danach darüber. Bei Ihnen scheint es umgekehrt zu sein.

          • Kurze Erklärung: Ich arbeite nicht beim Finanzamt. Ich kann aber aufgrund meiner beruflichen Erfahrung bzw. aufgrund der Erzählungen von meinen „Kollegen“ ihnen vorhalten, dass dies in der Wirklichkeit eben so nicht ist.

            Meine Aussage beruht auf jahrzehntlange Erfahrung. Mein Aussage beruht auf tausende steuerliche Fälle von mir bzw. meinen „Kollegen“ wobei ich nicht sagen kann, wie viele genau diese spezielle Problem betreffen, aber es wird eine große Zahl sein.

            Bei uns beiden ist es also nicht „umgekehrt“ sondern so, dass sie angeblich ein persönliches Erlebnis haben, ich hingegen einen Einblick ins tausende Fälle (direkt bzw. aus Erzählungen) habe.

          • Sehr interessant mein Lieber, das wird ja immer schlimmer! Denn ich schreibe lediglich über meine ganz persönlichen Erlebnisse und habe dies deshalb ganz deutlich als Selbstversuch deklariert. Sie aber berufen sich lediglich aufs Hörensagen („Erzählungen von meinem Kollegen“) und behaupten dann noch, sie gälten für „tausende Fälle“. Merken Sie denn nicht, wie Sie sich immer unglaubwürdiger machen? Und selbst wenn es andere Erfahrungen in der Vergangenheit gibt, aus welchen Jahren stammen die denn? Früher mag ja einiges anders gewesen sein, aber ich mache meinen Selbstversuch im Hier und Jetzt, also im Jahr 2015. Und ich behaupte vor allem nicht, dass es tausenden anderen ähnlich geht. Mir ergeht es so, und nur darüber schreibe ich. Kapito?

          • „…Im Unterschied zu Ihnen habe ich es nämlich tatsächlich probiert und schreibe erst danach darüber. Bei Ihnen scheint es umgekehrt zu sein…“ Wer wird denn gelich so aufbrausend und beleidigend sein. Sie springen doch nur auf den Zug als Trittbrettfahrer auf und denken, was der irre Typ mit der GEZ macht, mach ich jetzt zu Geld. So gehts aber auch nicht. Man muss sich da schon einige kritsiche Antworten gefallen lassen.

          • Wer wird denn gleich so pikiert sein und diese lockere Formulierung als „aufbrausend“ empfinden? ts, ts … Der gute N.Holgerson hat es nämlich offenbar tatsächlich noch nicht selbst probiert. Sonst hätte er nicht schreiben können, dass es problemlos möglich wäre. Geschrieben hat er aber darüber. Noch schlimmer: Er hätte ja nur meinen Erlebnisbericht Teil 2 lesen müssen, um zu erkennen, dass es eben NICHT problemlos möglich ist.

            Außerdem scheint Ihnen, Herr Papsch, entgangen zu sein, dass es die GEZ gar nicht mehr gibt und dass es einen wesentlichen Unterschied gibt zwischen der GEZ-Nachfolge-Institution und dem Finanzamt. Letzteres ist nämlich ein Organ des Staates selbst. Und wenn der Staat sein eigenes Geld nicht akzeptieren würde, wäre dies von besonderer Brisanz. Zumal er dann auch gegen seine eigenen Gesetze verstoßen würde. Wenn Ihnen dieser Unterschied nicht klar ist, ist Ihnen auch nicht mehr zu helfen.

        • Es geht hier um Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen
          Die der Staat erlassen hat und sich nicht daran hält Frage warum nicht?
          Und das sind nur kleine Beispiele weil wir deutschen bis auf ein paar einzelne die gesetzte nicht lesen oder die gesetzte schwer zu verstehen sind ach ja bargeldlose Gesellschaft lässt sich leichter Verfolgen was sie essen kaufen wo sie sich jetzt befinden was sie tun und dank sepa ist es leichter Zwangsabgabe n einzuziehen wie auf Zypern
          Und das ganze mit nur einem tasten Druck
          Wie schön

          Pretender

        • Ich kann alles was der Autor erlebt hat genauso bestätigen. Bis 10 – 2017 war die Bareinzahlung an das Finanzamt bei der Sparkasse Pforzheim noch kostenfrei. Jetzt kostet es 15,– € und ist tatsächlich bis 1000,– € begrenzt wegen Geldwäschegesetz und alles heute 10.1.2018 diesmal bei der Volksbank Pforzheim mir passiert. Also ich kann kein Märchen erkennen.

          Geldwäsche wird wohl niemand machen bei einer Zahlung an das Finanzamt.

          Mehr kann ich dazu jetzt auch nicht sagen und werde morgen mit einem Ansprechpartner im Finanzamt sprechen. Immerhin wollen die ja von mir einen größeren Geldbetrag haben und sollten dafür auch eine Lösung anbieten solange es noch Bargeld gibt!

  2. Super, het zwar etwas von Querulantentum, solche Aktionen sind aber leider notwendig (geworden), weil wir dabei sind, uns der völligen Überwachung und Kontrolle der Instanzen ausliefern. Dazu zählt nicht nur die gewollte Abschaffung des Bargeldes, sondern auch z.B. die Einführung von Smart – Metern, Black Boxen in Kfz, Vorratsdatenspeicherung usw. Derartige Maßnahmen zusammen genommen machen uns total kontrollierbar, was mit den Werten, für die in Europa seit Jahrhunderten gekämpft wird, nicht zu vereinbaren sit.

  3. hallo !
    Ich finde ihre Aktion phantastisch! Der Überwachungsstaat macht überall Druck und verhindert, dass legal erworbenes Geld z.b. bei Hausflohmärkten oder privaten Verkäufen von Auto, Wohnmobil in den Umlauf gelangt. Es geht m. E. den Staat eben nichts an wie und woher ich mein Geld bei privaten Verkäufen erlange. Es wird grundsätzlich aber der „Steuerbetrüger“ unterstellt, dabei betrügt uns der Staat seit Jahren z.b. bei der Bürgschaft für insolvente Länder. Hinzu kommen immer höhere Steuerlasten und immer weniger Leistung des Staates, dafür entmündigt er den Bürger z.b. bei der Sterbehilfe unter dem Deckmäntelchen der christlichen Gedanken. Staat und Kirche müssten dringend mehr getrennt werden inkl. der Kirchensteuer oder der Verbeamtung von christlichen “ Würdenträgern“. Mit freundlichen Grüssen

    • Sie schreiben gerne die Unwahrheit, oder? „legal erworbenes Geld z.b. bei Hausflohmärkten oder privaten Verkäufen von Auto, Wohnmobil in den Umlauf gelangt“ ist doch eine Lüge oder? Hausflohmarkt habe ich noch nie gemacht. Autoverkauf hingegen schon. Da ging es in ein paar Fällen nur bar. Komisch, mich hat niemand daran gehindert, das Geld in Umlauf zu bringen.
      Selbst ihnen sollte klar sein, dass es neben den „privaten“ Veräußerungsgeschäften eben auch gewerbliche gibt. Und nun denken sie mal nach? Woher soll das Finanzamt nun wissen, welches von beiden vorliegt? Ohne Nachfrage wäre es doch gar nicht möglich! Ansonsten würden ja die Autohändler jubeln.. einfach mal behaupten, alles seien private Geschäfte… und nachfrage darf das Finanzamt nicht, „Es geht m. E. den Staat eben nichts an wie und woher ich mein Geld bei privaten Verkäufen erlange“.
      „immer höhere Steuerlasten“? Welche Erhöhungen meinen Sie denn? Wann wurde denn z.B die Einkommensteuer erhöht?
      „Es wird grundsätzlich aber der “Steuerbetrüger” unterstellt, dabei betrügt uns der Staat seit Jahren“ – Selbst ein Stammtisch hat mehr Niveau. Wer keine Ahnung hat, der sollte lieber nichts schreiben… Kennen sie z.B. die Auswirkungen, wenn ein Finanzbeamter den Verdacht hat, es liegt eine Steuerhinterziehung vor?
      Staat und Kirche sind in Deutschland seit Jahrzehnten getrennt.
      Und warum soll der Staat die Kirchensteuer nicht mehr erheben? Ihnen ist schon klar, dass die Verwaltungskosten dafür dem Staat erstattet werden?
      Und die Sache mit den Würdenträgern… Gar kein Problem. Schauen sie sich mal an, auf welcher rechtlichen Grundlage dies geschieht. Kann man ja einfach wieder rückgängig machen. Der Staat gibt alle Güter, Ländereien,… den Kirchen zurück bzw. zahlt entsprechende Entschädigungen.

    • Ja, es gibt ganz wichtige Probleme. Zum Beispiel ob ich beim Finanzamt Bar bezahlen kann.^^
      Da schlagen die Emotionen hoch. Toll!

      Dabei lesen wir immer wieder das nur noch die Deutschen so extrem am Bargeld hängen.

      In anderen Ländern, Niederlande z.B. , werden die 1 und 2 Cent Stücke abgeschafft weil die Herstellungskosten über dem Geldwert liegen.
      Je nachdem was Sie kaufen bekommen Sie etwas mehr oder weniger Wechselgeld weil auf bzw. abgerundet wird.
      Ich finde so etwas sinnvoll.
      Aber wie man hier sieht gibt es Deutschland gerade viel wichtigere Themen.

      Also von mir aus kann der Redakteur seinen Artikel noch 12 Folgen weiter führen.
      😉
      Schönen Abend noch

      • Im Erkennen der Relevanz von Themen haben Sie noch erheblichen Nachholbedarf: Die ganze Bargeldverbieterei findet nämlich in einem rechtsfreien Raum statt. Was im Falle des Finanzamts umso schwerwiegender wäre, als es sich dabei um eine staatliche Behörde handelt. Das Mindeste wäre also, die gesetzlichen Regeln auf diesem Gebiet anzupassen. Und woran könnte man die Sinnhaftigkeit eines journalistischen Beitrags besser festmachen als an der Tatsache, dass er den Anstoß zu einer Gesetzesänderung gegeben haben könnte? Oder zumindest zu einer Diskussion darüber?

        Und das ist noch nicht alles: Sie erkennen außerdem nicht den entscheidenden, qualitativen Unterschied, der in unserem Geldsystem zwischen Geld auf dem Konto und Bargeld besteht. Darüber können Sie sich von mir jedoch leicht hier aufklären lassen:

        http://www.teleboerse.de/kolumnen/kolumnen_brichta/Wozu-noch-Bargeld-article15139526.html

    • Das ist Salbe auf meiner geschundenen Seele. Man könnte übertrieben gesagt unendlich fortführen mit solchen Beispielen. Ich hab es aufgegeben gegen Windmühlen zu kämpfen. Man kann das ganze kurz und knapp formulieren. Der Staat ein Werkzeug von Kapital und Wirtschaft führt den deutschen Michel am Nasenring durch die Arena und der Ochse merkt es nicht mal und hält es für Eigeninitiative. Raimund Respekt für deine Zivilcourage.

  4. ich sehe hier nur, dass man bei Ämtern nie die korrekte Antwort auf die gestellten Fragen bekommt. Man wird veräppelt, entweder aus Unwissenheit– das wäre peinlich– oder vörsätzlich– das wäre bitter. Aber alle verstecken sich als Angestellte des öffentl. Dienstes oder als Beamte dahinter, dass sie die Wahrheit und die Kompetenz mit Löffeln gefuttert hätten. In „Bananenrepubliken“ ist das auch nicht anders.

    • Da sprechen Sie wirklich eine spannende Frage an: War’s vorsätzlich oder tatsächlich unwissend? Ich finde eines so schlimm wie das andere.

    • Witzig, ich sehe hier, dass sie nicht aufmerksam lesen. Fakt ist, die Behörde hat ja exakt die richtige Antwort gegeben. Sie hat sich (angeblich) nur in der rechtlichen Fundstelle ein wenig geirrt. Dies wurde aber bei der schriftlichen Antwort klargestellt.
      Schon interessant, sie scheinen den Artikel nicht gelesen bzw. nicht verstanden zu haben und gerade sie behaupten dann, die Antworten wären „nicht korrekt“. Da scheint mir das Problem eher bei ihnen zu liegen.
      Witzig ist es auch aus einem ganz anderen Grund. Jeder Mensch der sich beruflich damit beschäftigt (und ich meine auf der Gegenseite – also nicht Beamter) hat da ganz andere Erfahrungen.
      Die Behörden antworten sehr eindeutig. Nur der Laie hat keine Ahnung und verwechselt dann oft Realität mit seinen Wunschvorstellungen. Wenn er dann an der Realität scheitert, sind immer die Beamten schuld.
      Witzig auch, je anonymer die Diskussion umso spektakulärer die Fälle. Fakt ist, im Internet werden immer unglaubliche Sachen dargestellt. Wenn jemand solche „Märchen“ im realen Leben behauptet und man sagt, zeige mir mal den Vorgang, dann stellt sich das in 99,999% der Fälle ganz anderes da.

  5. finde ich gut, wie sie Beamten mit ihrem eigenen Beamtendeutsch konfrontieren und dass sie sich nicht auf die Frage einlassen, die die barzahlung als etwas exotisch-verdächtiges hinstellen will: „Warum wollen sie eigentlich bar bezahlen?“ Dahinter schwingt die Frage: „Sind das Schwarzgelder?“ Gut finde ich ihre Aktion auch, weil die meisten leute freiwillig jeden Kleinstbetrag mit karte zahlen und sich damit den Datenabsaugern und Kontrolleuren geradezu anbiedern. Auch wenn sie „nichts zu verbergen haben“ (Standardformulierung, die im Umkehrschluss besagt, wer bar zahlt macht sich verdächtig), wird doch auf diese Weise unser finanzielles Verhalten durchleuchtet und dient als Grundlage für ökonomische Entscheidungen von Unternehmen und Regierungen. (Abgesehen davon nervt diese kartenzahlung und verlängert die Schlange). Bargeld ist Freiheit des Bürgers, auch wenn er es nicht versteht und das Gegenteil gerne behauptet wird. (Zahlen sie einfach per karte)

    • Ernsthaft, glauben sie die Geschichte? Ich kann ihnen sagen, meine jahrzehntelange Erfahrung zeigt da ein ganz anderes Bild. Ihnen ist z.B aufgefallen, dass das Finanzamt die absolute richtige Antwort gegeben hat und sich (angeblich)nur in der Begründung geirrt hat? Also, nicht mit Beamtendeutsch o.ä….
      Witzig auch ihre Verschwörung… „Datenabsaugern und Kontrolleuren geradezu anbiedern“. Interessant, wer denn z.B. Beispiel? Wer sollte sich z.B für sie interessieren? Und interessant, dieses Verschwörung bei einer Zahlung an einen Behörde vorzubringen. Diese bösen Hintermänner, können also Daten von der Bank ermitteln, aber haben keinen Zugriff auf die Daten des Finanzamtes?
      Noch witziger ihre Geschichte mit dem „Schwarzgeld“. Da musst ich herzhaft lachen. Weil Steuerhinterzieher ja die Steuern mit Schwarzgeld zahlen. Ist klar.
      Die (angebliche) Frage des Finanzbeamten hat doch einen ganz simplen Hintergrund: Warum will sich jemand so „unpraktisch“ verhalten? Wer zahlt seine Miete, sein Strom, seine Versicherungen, seine Heizölrechnung,… bar? Richtig, niemand. Deshalb ist die Nachfrage nur verständlich.
      Aber der Autor macht es ja geschickt. Er will ja genau Leute wie sie ansprechen… Da muss es eine Verschwörung geben. Und die müssen einem immer gleich was unterstellen. Nirgends wird dies belegt, aber schreiben kann man es ja mal….

      • Ihnen ist offenbar nicht aufgefallen, dass das Finanzamt zunächst nicht die richtige Antwort gegeben hat. Und selbst die zweite, schriftliche Antwort war nicht korrekt, weil es mir eben nicht ohne Weiteres möglich war, bei meiner Sparkasse mit gesetzlichem Zahlungsmittel meine Steuerschuld zu begleichen.

        • Dann haben sie halt Pech gehabt. Nach § 224 Abs. 3 AO sind die Zahlungen unbar zu leisten. Nach § 224 Abs. 4 AO „kann“ und „werden“ …. Man sollte schon lesen können und das Gelesene auch verstehen können.

          • Diese Antwort ist echt wirr: Erstens sollte es nun auch Ihnen klar sein, dass Abs. 3 AO nur die Zahlungen DER Finanzbehörden regelt und nicht die Zahlungen AN diese Behörden. Und den Absatz 4 haben Sie offenbar auch nicht verstanden. Dieser betrifft nämlich tatsächlich die Zahlungen AN die Behörden und erlaubt, dass die Finanzkassen geschlossen werden. Was er aber nicht eindeutig vorschreibt, ist, dass dann mindestens ein Kreditinstitut am Ort des Finanzamts ermächtigt werden MUSS, Bargeld gegen Quittung für das Finanzamt entgegenzunehmen.

      • Seid wann muss man sich rechtfertigen, wenn man im Rahmen eines Gesetzes seine Entscheidungen trifft?

    • Sie sprechen mir aus der Seele.
      Aber leider werden wir mit unserer antiquierte Wahrnehmung auf Dauer gegenüber der Smartphone-Generation immer mehr zur Minderheit.
      Und im Zweifelsfalle wird die Bargeldverordnung vom
      Finanzgesetzgeber nachgebessert.
      Ungefähr so schnell wie das Beschneidungsgesetz für männliche Jugendliche.

      • Ja, dann soll sich der Gesetzgeber aber auch trauen, die Gesetze ganz offen in diesem Sinne anzupassen. Ich vermute, dass er öffentlichen Widerstand befürchtet und es deshalb noch nicht versucht hat.

  6. Schade, dass der Autor so wenig Ahnung vom Steuerrecht hat, sich nicht informiert bzw. darauf hofft, dass der Leser nicht merkt, was er da schreibt.

    „am besten verbindliche Auskünfte zu entlocken seien“ – Der Autor scheint den Unterschied zwischen einer „verbindlichen“ Auskunft und einer Auskunft nicht zu kennen.

    Weiterhin ist das angebliche Gespräch mit dem Finanzamt wenig glaubhaft. Fakt ist, über §224(1) AO i.V.m. §224(4) AO wird ganz klar die unbare Bezahlung (Einzahlung) geregelt.

    Was sieht man daraus? Es ist ganz klar geregelt. Der Autor hat also sich den Paragraphen angeschaut und die relevante Stelle überlesen? Und das Finanzamt kennt den Paragraphen nicht? Und erst auf Nachfrage bekommt man schriftlich die richtige Antwort? Sehr glaubhaft.

    Schaue ich mir den Artikel an, dann ist klar, warum dieses „Märchen“ vom Autor eingeführt wurde. Am Ergebnis hat dieses Märchen ja nichts geändert. Hätte der Autor nämlich geschrieben, in §224 AO werden die Zahlungen an und vom Finanzamt geregelt. Und §224(4) AO setzt die unbare Einzahlung heute in der Praxis fest, da es keine Kassen mehr gibt.

    Dies wäre ja langweilig gewesen. Weiterhin hätte er den Text nicht künstlich strecken können.

    Wenn der Autor schreibt „Allerdings gestaltete sich dieser Versuch schwieriger als gedacht“ bzw. „eine Bareinzahlung so ohne Weiteres doch nicht möglich ist“, dann kann man nur den Kopf schütteln. Fakt ist, dies ist die Unwahrheit. Der Autor hätte keine Problem gehabt dies zu tun.

    „Den Lapsus mit der fehlinterpretierten Abgabenordnung leistet sie sich jetzt nicht mehr“ ist exakt auch so eine peinliche Falschdarstellung. Wie gesagt, ich glaube nicht, dass die Geschichte wahr ist. Aber wenn ja, dann hat das Finanzamt die richtige Antwort gegen und der Autor hat die Abgabenordung fehlinterpretiert.

    Daran erkennt man wieder einmal, wie „schwach“ diese ganzes Märchen ist. Der Autor hat keine Ahnung vom Steuerrecht, interpretiert eine Vorschrift falsch und behauptet dann, dass Finanzamt hat sich einen „Lapsus“ erlaubt.

    Wenn man auch lesen muss „was sie dann auch widerwillig zusagt“, dann kann man nur den Kopf schütteln. Jeder Finanzbeamte weiß, wenn der Autor seine Anfrage schriftlich gestellt hätte, dann hätte er eine schriftliche Antwort bekommen. Weshalb soll also der Finanzbeamte „widerwillig“ darauf reagieren?

    Fassen wir mal zusammen: Jeder der sich mit dem Thema „Finanzamt“ auskennt, weiß, dass für die Zahlungen die Finanzkasse zuständig ist. Fakt ist, würde man da anrufen, würde man in 100% der Fälle (wie auch der Autor) die richtig Antwort bekommen. Fakt ist, das vom Autor erfundene Märchen (die zitieren die rechtliche Fundstelle falsch) ist absolut unglaubwürdig. Egal in welcher Finanzkasse man anruft, wenn man die rechtliche Grundlage erfahren möchte, dann wird man in 99,999999% aller Fälle sofort bzw. innerhalb von Minuten diese bekommen.

    Wie gesagt, ich habe mir Sachen vom Autor durchgelesen und kann klar festhalten: Der Autor versucht nicht die Realität darzustellen. Er erfindet „Märchen“ um einen Artikel zu verlängern (s.o. Antwort vom FA war zutreffend, aber die Begründung war falsch und die richtige wurde nachgereicht). Ohne diese „Märchen“ wären die Artikel viel kürzer und uninteressant.

    Wie erwähnt, der obige Artikel hätte auch heißen können „Nach §224 AO ist eine unbare Einzahlung nicht mehr möglich, da es faktisch keine Kasse mehr gibt und somit „224(4) AO einschlägig wird.

    Deshalb bekommt der Artikel bei mir eine klare 6.

    • … der muss vom Finanzamt sein.
      Dessen Brot ich esse, dessen Lied sing ich.

      • Das glaub‘ ich auch.

    • Schade, dass Ihr Beitrag fast nur aus spekulativen Mutmaßungen, Fehlinterpretationen des Gelesenen und sachlichen Fehlern besteht, werter N.Holgerson.

      1.
      Mein Erlebnisbericht ist nicht der eines „Steuerrechtsexperten“, sondern eines normalen Bürgers, der versucht, seine Steuern mit Bargeld zu bezahlen. Schon das haben Sie offenbar nicht verstanden. Ich mag also tatsächlich „wenig Ahnung“ vom Steuerrecht haben. Aber zumindest in Sachen § 224 AO reichten diese Grundkenntnisse offenbar aus, um diejenigen meiner Gesprächspartnerin vom Finanzamt auszustechen.

      2.
      Sie verschwenden mit der Nebensächlichkeit „verbindliche Auskunft“ Ihre und meine Zeit sowie die der Leser. Nur so viel: Auskünfte der Finanzämter sind selbstverständlich generell verbindlicher, wenn sie schriftlich erfolgen, weil der Steuerpflichtige dann tatsächlich ein Schriftstück in der Hand hat, auf das er sich berufen kann.

      Das es darüber hinaus im Juristendeutsch noch den Terminus der „verbindlichen Auskunft“ der Finanzämter geben mag, ist etwas Anderes. Denn für einen solche Auskunft muss man beim Finanzamt explizit einen Antrag auf Erteilung einer verbindlichen Auskunft nach § 89 Abs. 2 AO stellen, für die die Beamten im Zweifelsfall sogar Gebühren kassieren können. Um einen solchen Antrag handelte es sich bei meinem Fax aber ausdrücklich nicht, denn sonst hätte ich es ja entsprechend gekennzeichnet.

      Um wie viel verbindlicher die Auskunft dennoch war, erkennen Sie schon aus der schriftlichen Antwort. In dieser hat sich die Finanzbeamtin nämlich nicht zur Wiederholung ihrer irrwitzigen Aussage hinreißen lassen, dass die AO verlange, Zahlungen ans Finanzamt hätten unbar zu erfolgen.

      3.
      Auf Ihre dubiosen Vermutungen in Bezug auf die Unglaubwürdigkeit des „angeblichen Gesprächs mit dem Finanzamt“ brauche ich nicht weiter einzugehen. Fakt ist, dass die Finanzbeamtin sich den Lapsus am Telefon mir gegenüber tatsächlich erlaubte. Darauf würde ich im Zweifelsfalle sogar eine eidesstattliche Erklärung abgeben.

      4.
      Dass § 224 AO EIN- UND AUSZAHLUNGEN der Finanzbehörden regelt, habe ich doch deutlich gemacht mit meinem Hinweis, dass Absatz 3 die AUSZAHLUNGEN des Finanzamts regelt und Absatz 1 die EINZAHLUNGEN beim Finanzamt. Ihre diesbezüglich wirren Äußerungen zeugen also davon, dass Sie meinen Text in diesem Punkt offenbar gar nicht verstanden haben.

      Und was §224 (Absatz 4) AO angeht, so scheinen Sie diesen nicht richtig gelesen oder zumindest nicht richtig verstanden zu haben: Denn er setzt mitnichten die unbare Einzahlung fest. Er ERLAUBT es den Finanzämtern lediglich, ihre Kassen zu schließen („Die zuständige Kasse KANN für die Übergabe von Zahlungsmitteln gegen Quittung geschlossen werden.“)

      Nun kommt jedoch das Verwirrspiel, das Sie offenbar auch nicht durchschauen: Absatz 2 dieses Paragraphen legt nämlich fest, dass eine Zahlung bei „Übergabe von Zahlungsmitteln“ als entrichtet gilt. Wie soll dieser Bestimmung aber noch Rechnung getragen werden können, wenn eine „Übergabe“ gar nicht mehr möglich ist, weil die Finanzkasse geschlossen worden ist, wie es Absatz 4 Satz 1 erlaubt? Nun, die AO-Schreiber waren natürlich findig und haben an die Erlaubnis zur Kassenschließung flugs diesen Satz drangefügt:
      „Absatz 2 Nr. 1 gilt entsprechend, wenn bei der Schließung von Kassen nach Satz 1 am Ort der Kasse eine oder mehrere Zweiganstalten der Deutschen Bundesbank oder, falls solche am Ort der Kasse nicht bestehen, ein oder mehrere Kreditinstitute ermächtigt werden, für die Kasse Zahlungsmittel gegen Quittung anzunehmen.“
      Damit lassen sie das Hintertürchen der Barzahlung insofern offen, als sie regeln, dass am Ort der Kasse Kreditinstitute ermächtigt werden können, „Zahlungsmittel gegen Quittung“ für das Finanzamt anzunehmen. Das Interessante am Wortlaut ist aber, dass dort nur steht „.. WENN Kreditinstitute ermächtigt werden …“. Das ist nicht als „MUSS-“Vorschrift zu verstehen – zumindest ist es nicht als solche klipp und klar formuliert. Klar wäre es, wenn dort stünde: Wenn eine Kasse geschlossen wird, MUSS ein Kreditinstitut ermächtigt werden …..

      Mir scheint es so, als ob man es bewusst nicht klar formulieren wollte. Brisant ist das deshalb, weil die AO damit nicht zwingend ausschließt, dass eine Kasse geschlossen wird, OHNE dass stattdessen ein Kreditinstitut zur Annahme von Zahlungsmitteln ermächtigt wird. Im letzteren Fall läge aber ein Widerspruch zum §14 Bundesbankgesetz vor, der jederman verpflichtet, gesetzliche Zahlungsmittel anzunehmen.

      5.
      Ihre Behauptung, ich hätte keine Probleme gehabt, Bargeld bei der Sparkasse beim Finanzamt einzuzahlen, zeugt von Ihrer Nichtkenntnis der ersten beiden Teile meines Erlebnisberichts. Denn dort wird genau dies detailliert beschrieben. Sie sollten also zuerst korrekt recherchieren, bevor Sie anfangen zu schreiben.

      6.
      Meinen Satz “Den Lapsus mit der fehlinterpretierten Abgabenordnung leistet sie sich jetzt nicht mehr” als „peinliche Falschdarstellung“ zu bezeichnen, zeigt zudem Ihre mangelnde Fähigkeit zur Textanalyse. Denn im Wortlaut des Telefongesprächs habe ich diesen Lapsus eindeutig beschrieben: Die Dame hat aus Zahlungen DER Finanzbehörden einfach Zahlungen AN Finanzbehörden gemacht. Sie schreiben jedoch: „Aber wenn ja“ (also selbst wenn die Geschichte wahr ist), „dann hat das Finanzamt die richtige Antwort gegen und der Autor hat die Abgabenordung fehlinterpretiert.“
      Sie wussten hier offenbar schon nicht mehr, über was Sie schreiben …

      7.
      Und noch einen Klopper leisten Sie sich gleich im Anschluss daran, indem Sie schreiben: „Jeder Finanzbeamte weiß, wenn der Autor seine Anfrage schriftlich gestellt hätte, dann hätte er eine schriftliche Antwort bekommen. Weshalb soll also der Finanzbeamte “widerwillig” darauf reagieren?“

      Ich sage dazu nur: Text nicht richtig gelesen, 6 setzen! Denn wie man einige Zeilen darüber unschwer erkennen kann, HATTE ich bereits eine schriftliche Anfrage gestellt, auf die mir zunächst TELEFONISCH geantwortet wurde.

      8.
      Auf Ihre abschließenden Bemerkungen lohnt es sich nicht, im Detail einzugehen. Denn Sie wiederholen darin zum einen nur Ihre diffusen Behauptungen von der „Unglaubwürdigkeit“ meiner Darstellung eines Telefongesprächs, das tatsächlich stattgefunden hat (denken Sie an meine Bereitschaft zur eidesstattlichen Erklärung), und ergehen sich zum anderen in Behauptungen, beim Finanzamt bekomme man „immer“ die richtigen Auskünfte.
      Hahaha… vermutlich sind Sie selbst Finanzbeamter und fühlen sich durch meinen Artikel bloß persönlich angegriffen.

  7. hat das Finanzamt noch nicht nachgefragt woher Sie das Bargeld haben ?

  8. Vielen Dank für das Experiment und die Möglichkeit unserer Teilhabe. Sie haben vollkommen recht, was die schleichende Abschaffung des Bargeld betrifft. Problematischer finde ich jedoch die Entwicklung, dass Leistungen, die man einfordern kann (z.b. Steuererklärungen) nicht über eine automatisierte Schiene laufen. Der Staat fordert schnell ein, Auszahlungen scheinen weitaus komplizierter zu sein.

  9. Richtig!
    Schleichend wird das Bargeld abgeschafft bzw. es gibt eine Pönale, wenn man mit Bargeld zahlt.
    Beispiel Busverkehr in Tübingen: Vor Jahren wurden in den Bussen Automaten eingeführt. Gleichzeitig wurde die Geldkarte beworben. Das nachdem bereits in den 90ern ein Versuch mit Geldkarten in Friedrichshafen jämmerlich an der Akzeptanz der Einwohner gefloppt war. Im Bus ist eine bar bezahlte Karte teurer als die mit der Geldkarte bezahlte Karte.
    Argument: der Einsatz der Geldkarte verbillige den Fahrtausweis. Realität: der Einsatz von Bargeld verteuert den Fahrtausweis. Zunächst stellte die lokale Sparkasse Geldkarten zur Verfügung und lud diese auch auf – auch wenn man kein Konto bei der Sparkasse führte. Bereits mein drittes Aufladegesuch am Schalter wurde ohne Konto bei der Sparkasse abgelehnt.
    Weil das kein Einzelfall ist, die kommunalen Politiker hier in den Aufsichtsgremien die Dinge laufen lassen, ist der Selbstversuch sinnvoll.

  10. Danke für die Mühe. Nicht so sehr die Frage nach dem Pro oder Contra von Bargeld, sondern dem entschiedenen und souveränen Umgang mit der Arroganz von Menschen wie Fr.Steuer. Diese Frau wird aus unserern Steuern bezahlt. Und weniger souveräner auftretende Menschen – die auch Steuern bezahlen – haben bei solchen Finanzamtsmitarbeiter keine Chance.

    • Wo war denn bitte die „Frau Steuer“ arrogant? Ihnen ist schon klar, dass die Aussage der Frau exakt richtig war!?! Sie hat sich (angeblich)nur in der Begründung geirrt!

      Ist ihnen eigentlich klar, dass der Autor die Unwahrheit schreibt? „Den Lapsus mit der fehlinterpretierten Abgabenordnung leistet sie sich jetzt nicht mehr.“. Niemand hat die AO falsch interpretiert! Das Ergebnis war ja richtig. Die Finanzbeamte konnte nur nicht aus den Kopf den richtigen Absatz zitieren!

      Wissen sie was ich als arrogant empfinde? Wenn man jemanden vorhält “ Und wenn ich ihnen noch einen Hinweis geben darf, dann schauen sie doch mal zwei Absätze weiter vorne nach.“ Wissen sie warum dies arrogant und peinlich ist? Weil hätte der Autor nicht nur „zwei Absätze weiter vorne nach“-geschaut, sondern den folgenden Absatz gelesen, dann hätte er die Lösung gehabt – Lösung bedeutet hier: Die Finanzbeamtin hatte absolut recht.

      Und jetzt denken sie mal nach. Glauben sie die Geschichte? Der Autor hat den entsprechenden Paragraphen nicht durchgelsen?

      Es ist doch klar was hier passiert ist: Die Rechtslage ist eindeutig. Das Finanzamt hat dem Autor die exakt richtige Antwort gegeben! Nur hätte man damit keinen Artikel schreiben können. Wäre ja zu langweilig gewesen… Deshalb hat der Autor ganz offensichtlich die Geschichte aufgebauscht.

  11. Ein interessantes Experiment! Welches ich vor einigen Jahren auch schon durchgeführt habe; jedoch in den Mühlen der Finanzverwaltung stecken geblieben bin.
    Ich habe ein anderes Verfahren für mich gefunden. Und zwar zahle ich meine Steuern in bar bei der Bundesbank-Filiale in meiner Nähe auf das entsprechende Bundesbank-Konto des Finanzamts ein. Auf dem Bareinzahlungsbeleg befinden sich sowohl zwei Zeilen für den Verwendungszweck (zum Eintragen von Steuernummer, Steuerart, Veranlagungszeitraum) als auch eine weitere Zeile für Name und Adresse. Des Weiteren wird der Betrag sofort auf das Konto gutgeschrieben sodass man am letzten Fälligkeitstag noch bezahlen kann.
    Bis vor etwa 2 Jahren war die Bareinzahlung an der Bundesbank-Kasse sogar kostenlos, jetzt kostet es 3 Euro je Beleg.
    Ich kann Sie nur ermutigen dort hartnäckig weiter zu machen. Denn auch für mich wäre es Geschickter wenn ich zur entsprechenden Bankfiliale am Ort des Finanzamtes gehen könnte und meine Steuern dort direkt ohne Gebühren zahlen könnte. Die Möglichkeit regelmäßig an einer Bundesbankfiliale vorbei zu kommen hat ja nicht jeder…
    Also, weiter so! Und bitte bleiben Sie dran!

  12. Die Behörden in Berlin nehmen in vielen Fällen kein Bargeld mehr entgegen, wenn man zum Beispiel einen neuen Personalausweis oder Pass braucht. Mir ist dies in Kreuzberg passiert. Ich sollte die Beantragung meines Personalausweises mit einer girocard bezahlen. Da ich ein P-Konto habe, erhalte ich keine girocard. Nachdem ich dies mitgeteilt hatte und dem Personal sagte, sie könnten ruhig die Polizei holen, ich würde den Platz nicht verlassen, erschien die Leiterin und teilte mir mit, sie würde mit ihrer girocard bezahlen und ich sollte ihr dann das Bargeld geben. Unglaublich diskriminierend.

  13. Dank für diesen Artikel. Ich habe mich im Laufe meines Lebens an viele Einschränkungen der Freiheit gewöhnen müssen. Ageblich waren sie alle zu meinem Besten. Ich habe erst jetzt wieder den NRW Finanzminister gehört, der die Abschaffung der BAR-(!)Zahlung von Beträgen über 1.000 (resp. 4.000) Euro gefordert hat nur mit dem Argument, dass die Bösen Menschen immer barzahlen. Da kann ich nur antworten: Alle Bösen Menschen essen Brot ergo verbietet das Brot !!

    • Ich kann immer nur den Kopf schütteln über solchen Antworten.
      Gerade ihre Argumentation „Alle Bösen Menschen essen Brot ergo verbietet das Brot !!“.
      Sie haben anscheinend nicht mal die simpelsten Zusammenhänge verstanden. Brot von „allen“ Menschen gegessen, deshalb wäre ein Verbot, weil es „auch“ böse Menschen essen, vollkommen sinnfrei.
      Beim Bargeld ist dies anders. Es ist eben so, dass es im der Wirklichkeit so gut wie nie vorkommt, dass hohe Beträge bar bezahlt werden – also legale Geschäfte. Und für die paar legalen Geschäfte bei denen es vorkommt, wäre eine Einschränkung (dies also unbar zu machen) absolut hinnehmbar.
      Hingegen weiß man, dass ein großer Teil von bestimmten kriminellen Geschäften eben nur deshalb „funktioniert“ weil es Bargeld gibt.
      Wenn sie es nicht glauben, dann googeln sie man 500 Euro Schein und kriminelle Geschäfte.

      • Lieber N.Holgerson,
        ich bin einer der seltenen Fälle, die bei einem legalen Geschäft einen fünfstelligen Betrag gezahlt haben. Ich tat dies, weil ich dem Händler keine Einzugsermächtigung geben wollte und mein Konto zum Schutz vor Internetkriminalität eine Verfügungsbeschränkung besitzt. Ich schütze mich mit solchen Barzahlungen also gegen Missbrauch – auch wenn meine Angst vielleicht übertrieben ist. Warum wollen Sie mir diese Möglichkeit und damit mein Recht, mir ein persönliches Gefühl der Sicherheit zu verschaffen, nehmen?!

  14. Finde ihre Aktion super. Jeder Sesselfurzer in Handel/Industrie u. öffentlicher Verwaltung ist der Meinung, einfach zu bestimmen, was der normale Bürger zutun hat. Getreu dem Motto: „Wir sind das Volk“ sollte sich jeder gegen solche Machenschaften wehren und ihrem Beispiel folgen. Ich freue mich auf ihren weiteren Erfahrungen in dieser Sache.

  15. Netter Versuch – ich zitiere von anderer Stelle:
    „Eine Ausnahme stellt der Deutsche Gesetzgeber dar, der sich im Bezug auf das gesetzliche Zahlungsmittel nicht an seine eigenen Gesetze hält. Denn die Begleichung von Steuerschulden beim Finanzamt mit Bargeld ist in Deutschland nicht möglich.“

    Die Weiterverbreitung des RFID Chips (Radio Frequency Identification) läuft auf Hochtouren – parallel zur schrittweisen Abschaffung der Bargeldzahlung. Auf Pässe, Ausweise und allen möglichen Karten, sowie Tickets und den meisten Artikeln des täglichen Bedarfs befinden sich bereits passive RFID Chips. Tausende Menschen (weltweit) haben sich bis jetzt einen RFID Chip implantieren lassen. Gepusht wird die Bargeld-Abschaffung über Rabatte bei Abbuchungen. Das alles ist aber nur ein Teil der „Wahrheit“ – zukünftig wird es ohne Chip keinen Zugang mehr zur eigenen Wohnung geben, sein Auto nicht mehr starten lassen, automatisches einchecken am Arbeitsplatz über diesen Chip – und vieles mehr. Selbstverständlich werden alle Aktions-Daten in Datenbanken gespeichert – Erinnerungslücken sind dann gar kein Problem mehr…

    • Zu Ihrem Zitat: Ich versuche ja gerade herauszufinden, ob es tatsächlich nicht möglich ist.

      • nach meiner Einschätzung wird Ihnen kein Finanzamt sagen: „Wir halten uns nicht an unsere eigenen Gesetze“. Sie werden alles möglich hören – je nach Mitarbeiter – nicht aber den wahren Grund für die Annahmeverweigerung von Bargeld zum Ausgleich des offenen Saldo.

        Mit Ihrem Thema „Bargeldverbot beim Finanzamt“ sensibilisieren Sie im Idealfall eine kleine Hand voll Leser – der Waggon „Abschaffung von Bargeld“ ist mit vielen weiteren Waggons als langer Zug mit nicht weniger uninteressanten Themen, in voller Fahrt.

        Selber erachte ich es als Einschränkung meiner Freiheit, wenn ich zukünftig nicht zwischen bargeld- und bargeldloser Zahlung entscheiden kann.

        Ihren Bericht finde ich Interessant – die Generation in 50-100 Jahren wird nicht mehr wissen, dass es einst Bargeld-Zahlungen gab.

  16. Wichtig nochmal für viele zu Wissen, denke ich:
    Das einzige gesetzliche Zahlungsmittel ist das Bargeld!
    Das heißt hierfür haben Sie die entsprechende Rechtssicherheit vom Staat (Umtausch, Ersatz…) ! Alles andere sind Vertrauensvereinbarungen zwischen Ihnen und etwa einer nichtstaatlichen Person/Organisation, wie etwa einer Bank. Lesen Sie Ihre Verträge!! Solche Vereinbarungen können jederzeit etwa von Seiten der Bank geändert und gekündigt werden.
    Die Geldhoheit verschiebt sich bei fehlendem Bargeldverkehr ausschließlich in solche nichtstaatlichen Hände: Mit Ihrem Vertrauen? Eine Bank etwa wird Ihnen nie Ihr Geld bei Bankpleite zurückzahlen können oder wenn plötzlich viele Leute auf einmal Geld abheben: Das Zahlungsmittel Geld ist defacto nicht vorhanden, die Bank und Sie (freiwillig oder nicht mehr freiwillig)leben von dem „Vertrauen als Partner“, sie haben dennoch keine wirksamen Rechte. Also: Die MAcht der Banken wird Ihr Hausherr nach Verträgen der Bank. Sie geben u.U. mit Bargeld ein wichtiges Stück Freiheit auf, das Sie bei Bargeldverkehrerhalten: Staatliche Stellen müssen Bargeld nehmen! Die 500€-Euroscheingangster und Schwarzbetrüger sind ein Fliegendreck gegen die Geld-Möglichkeiten von Banken, wenn Sie sich „entrechten“ lassen.
    Was können Sie tun? Bezahlen sie bei staatlichen Institutionen bar ebenso bei ausgesuchten privaten. Warum nicht auf eine Klage ankommen lassen …für das einzige gesetzliche Zahlungsmittel was Sie noch haben!?
    „Das Geld“ hat bereits – wie Sie vielleicht gelegentlich bemerkt haben – hat in vielen Bereichen mehr Macht als irgendein Staat.

  17. Viele Besitzende in diesem Land zahlen einfach mal so mit der Karte. Wem das Gefühl noch nahe ist, dass 2,50 Mark viel Geld sein konnten um zum Beispiel ein Brot zu kaufen, dem sind Plastikkarten und die damit verbundenen Demütigungen fremd. Die Freiheit und die Würde, mit dem auszukommen was da ist, ist nur mit Bargeld möglich. Die absolute Kontrolle des Staates darf es nie geben.

  18. ‚Den zweiten Teil hätte man sich bereits sparen können …‘
    Richtig! Genaugenommen war das Experiment vorbei in dem Moment, wo die Zahlung stellvertretend zu einer Bank „outgesourct“ worden ist; das Fazit bleibt bemerkenswert. Der Staat akzeptiert keine Barzahlung mehr. Ob der Rest jetzt albern ist, ob Banken alle Barzahler als Gesindel ansehen, ob man Steuern und Kfz-Versicherung gleichsetzen sollte (ja , ich hab das grob quergelesen), ist dafür irrelevant.

    • Da muss ich Ihnen widersprechen, lieber Heinz-Georg. das Experiment war dadurch nicht vorbei, wie Sie aus Teil zwei meines Selbstversuchs erkennen können. Erstens hat die Sparkasse es nicht so umgesetzt wie vom Finanzamt behauptet wurde, und zweitens bleibt noch das Problem mit der Gebühr. Ein „Zahlungsmittelentgelt“ für das gesetzliche Zahlungsmittel scheint mir nicht im Sinne des Gesetzes zu sein. Das Experiment geht also selbst jetzt nach Teil 3 noch weiter.

  19. Sehr geehrter Herr Brichta,
    vielen Dank für Ihre Aktion. Vielleicht könnten Sie in diesem Zusammenhang auch mal unsere speziellen Politiker fragen (z.B. den NRW Finanzminister) wie sie den kriminellen Hehlern in den schweizer Banken die Millionen für den CD Ankauf haben zukommen lassen. Per Überweisung oder doch im Köfferchen gemäß Mafia Manier?
    Die Antwort interessiert sicher nicht nur mich!
    Beste Grüße und viel Erfolg
    G.Friedrich

  20. danke, es mag manchem skurril vorkommen, aber dieser ‚Versuch‘ zeigt ein wichtiges Problem auf. Bargeld ist in der Tat ein Stück Freiheit und wir haben dieses schon sehr weitgehend ausgehöhlt, weil wir (der Staat) versucht Kriminalität zu bekämpfen. Denn die vielen Beschränkungen bei der Verwendung von Bargeld dient dem Kampf gegen Geldwäsche.
    Kampf gegen Kriminalität ist wichtig, genauso wie der Kampf gegen Terror, aber was hilft es uns, wenn wir dabei unsere Freiheit verlieren?
    Dieser ‚Selbstversuch‘ ist wichtig und zeigt, wie sehr bereits unsere Freiheit eingeschränkt wird.
    Tipp: mit der Antwort auf Ihr Fax haben Sie einen Verwaltungsakt, gegen den sollten Rechts,Titel möglich sein, bis hin zur Klage vor dem FG / BFH (grundsätzliche Bedeutung dürfte hier als Revisionsgrund gegeben sein).
    Mal sehen, was unsere Gerichtsbarkeit hier sagt.

    • Danke für den Tipp. Allerdings bietet das Fax zunächst mal keine Grundlage für den Klageweg.

  21. In jüngerer Zeit gibt es leider immer mehr Bestrebungen, die Privatsphäre abzuschaffen. Staat und Wirtschaft sind dabei auf der gleichen Seite. Der Angriff gegen das Bargeld ist dabei sicherlich einer der massivsten. Ich zahle u.a. deshalb meinen Supermarkteinkauf bar, da es niemanden etwas angeht, welche Milchsorte ich bevorzuge. Ihre öffentliche Aktion ist das, was – hoffentlich immer mehr – Menschen selber machen.

    Der §224 AO ist ja recht eindeutig. Gesprochen wird konsequent von der „Übergabe von Zahlungsmitteln“. Ein Blick in §14 Abs. 1 Satz 2 Bundesbankgesetz ist bzgl. Zahlungsmittel ebenso eindeutig: „Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“ – Wohlgemerkt: einzige.

    §224 Abs. 2 Satz 1 AO lässt auch nur den Schluss zu, dass mit Zahlungsmitteln ausschließlich Bargeld gemeint sein kann; Schecks werden hinsichtlich Buchungs- und Valutadatum explizit anders behandelt. Und etwas anderes als Bargeld und Schecks kann man kaum übergeben oder übersenden, eine Annahmepflicht von Wechseln oder gar Gegenständen wie Edelmetallen ist nicht erkennbar.

    §224 Abs. 3 betrifft nur Zahlungen (von) der Behörde, ist also irrelevant in Bezug auf Zahlungen an die Finanzverwaltung.

    §224 Abs. 4 erlaubt es den Finanzbehörden, die Kasse für die Übergabe von Zahlungsmitteln (also Bargeld) zu schließen (Kann-Vorschrift). Offenbar macht man davon gerne Gebrauch und so begann scheinbar Ihre Odyssee. Der Rest des Absatzes regelt dann nur Zahlungsfristen, wenn Kreditinstitute ermächtigt wurden, Zahlungsmittel gegen Quittung anzunehmen. – Im Gesetz steht wenn, nicht falls. Eine Barzahlungsmöglichkeit muss m.E. demzufolge angeboten werden.

    Grundsätzlich können Sie bei jeder Bank Bargeld auf ein Konto der Behörde einzahlen. Fraglich ist, ob Sie das müssen. Ich würde dies nur dann bejahen, solange die Bank im Sinne des Abs. 4 ermächtigt wurde. Ihr FA sollte Ihnen eine Bank nennen können. In der AO habe ich keinen Hinweis gefunden, wer die Kosten des Geldverkehrs trägt. Für Kosten bei der Bank des Begünstigten (also des Finanzamtes) wird die Behörde selber aufkommen müssen. Dies ist jedenfalls gängige Praxis, da kaum davon auszugehen ist, dass dem FA gegenüber bei Scheckzahlung keine Gebühren berechnet werden. Und diese werden ja nicht an den Steuerpflichtigen durchgereicht. Weshalb sollten also Kosten bei Barzahlung an Sie durchgereicht werden? Die Bank dürfte also kaum aus Kulanz keine Gebühren verlangen sondern müsste diese der Behörde in Rechnung stellen. Es wäre auch schwer vorstellbar, dass gerade Leute mit Geldproblemen die keine Girokonto haben womöglich für die Bareinzahlung in der Bank bei Kleinbeträgen durch die Bank-Gebühren höhere Kosten haben als die Geldschuld selbst ausmacht.

    Nach gängigem Rechtsverständnis sind Geldschulden stets Barschulden. S. z.B.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Geldschuld#Erf.C3.BCllung_von_Geldschulden

    Privatwirtschaftlich gibt es Vertragsfreiheit und die Parteien können vereinbaren, (nur) unbar zu bezahlen. Will ein Kunde das nicht, muss das Unternehmen keinen Vertrag abschließen. Diese Vertragsfreiheit haben Behören nicht. Die Behörde vollzieht lediglich Gesetze. Und solange kein anders lautendes Gesetz erlassen ist, gilt m.E. die Festlegung des Bundesbankgesetzes.

    Sie haben die Zahlung angeboten. Damit sind Sie nicht in Verzug und Sie können auch schwerlich gemahnt werden. Ein Mahnverfahren würde dazu auch nicht passen, wenn schließlich der Gerichtsvollzieher vorbei kommt und glücklich mit einigen Euro-Scheinen wieder geht. Dann haben Sie ja doch bar bezahlen können, Sie mussten dazu nicht einmal zur Bank oder zum FA gehen, nur zahlen Sie zzgl. Mahnkosten.

    • Die Formulierung in Abs. 4 Satz 2 des §224 ist aber eine sehr entscheidende, lieber Karl S. Anders als Sie unterstellen, steht da nämlich nicht nur etwas über Zahlungsfristen. Sonders es steht da im Klartext Folgendes: Zahlungen ans Finanzamt sind auch im Falle einer geschlossenenen Finanzkasse noch bar möglich, „WENN“ ein Kreditinstitut vor Ort zur Entgegennahme ermächtigt wird. Und genau dieses ‚wenn‘ ist der springende Punkt. Was ist, wenn nicht? Wenn also kein Kreditinstitut ermächtigt wird?

      Darüber schweigt sich die AO aus. Sie schreibt jedenfalls nicht vor, dass es so sein muss. Folglich lässt sie auch den Fall zu, dass bei Schließung der Finanzkasse kein Kreditinstitut ermächtigt wird und damit keine Barzahlung möglich ist.

      Dem Rest Ihrer Ausführungen stimme ich vollumfänglich zu. Vielen Dank dafür.

      • Guten Tag Herr Brichta,

        Im Abs. 4 steht tatsächlich nichts über Fristen, er verweist aber auf Abs. 2 Nr. 1, was ich meinte und was in Anbetracht meiner nicht korrekten anderen Überlegungen aber irrelevant geworden ist. Nach nochmaliger Recherche und Expertenkonsultation korrigiere ich mich.

        Das „wenn bei der Schließung“ im §224 Abs. 4 ist als ein „falls“ bzw. „für den Fall, dass“ zu lesen. Damit lässt sich auch keine Pflicht der Behörde herleiten, ein solches Angebot (Ermächtigung einer Bank) zu unterbreiten. Das von Ihnen befürchtete „wenn nicht“ ist also das gegebene Szenario und dürfte immer mehr zum Normalfall werden.

        Ungeachtet dessen kann die Behörde die Zahlung Ihrer Geldschuld mit dem einzigen gesetzlichen Zahlungsmittel nicht ablehnen. Es wäre auch das erste Mal, dass das Finanzamt jemanden mit Geld in der Hand nicht bereitwillig seine Last abgenommen hätte, solange wir nicht von einigen kg Münzen sprechen. Nach §224 Abs. 1 AO kann das FA einen Amtsträger zur Entgegennahme der Zahlung ermächtigen und das tut es auch, wenn es unvermeidbar wird. Falls das FA das nicht tut, freue ich mich auf deren Begründung, die ja kaum ohne Rechtsgrundlage möglich ist; und eine solche fällt mir beim besten Willen nicht ein und ist auch der AO nicht zu entnehmen. Der Abs. 1 regelt in dieser Hinsicht nur, dass die Übergabe (bzw. Übernahme) nur einem ermächtigten Amtsträger erlaubt ist. Sehen Sie hier eine Wahlfreiheit, dass das FA niemanden ermächtigt? Gute Frage ist dann, wie ein Vollstreckungsbeamter Bargeld annehmen kann.

        Das wird allerdings nicht ad hoc geschehen können, wenn Sie zur Tür herein kommen, die notwendige „besondere Ermächtigung“ klingt nach einigen FA-internen bürokratischen Hürden. Wenn Sie Ihren Besuch rechtzeitig ankündigen bzw. einen Termin vereinbaren, sollte das gehen; man kennt Sie ja inzwischen.

        Der einfachste Weg der Barzahlung dürfte ein Brief mit beigelegtem Bargeld und Angabe Ihrer Steuernummer sein. Sie stecken das Geld (in Anwesenheit eines Zeugen!) rein und schicken den Brief per Einschreiben oder werfen ihn (in Anwesenheit eines Zeugen) beim Briefkasten des FA ein. Ich würde mich zusammen mit Ihnen totlachen, wenn das Bargeld auf dem gleichen Wege an Sie zurück geschickt wird.

        Ich selber mache mir ja stets Sorgen um meine Privatsphäre und Anonymität. Bei unbaren Zahlungen an Behörden sehe ich die (im Gegensatz zum Einzelhandel) aber nicht verletzt. Ich kann nicht einmal meine Bankverbindung geheim halten, da ja eine Menge Behörden ohne konkreten Anlass eine Kontenabfrage starten können. – Das ist allerdings nicht Ihr Thema.

        Der Staat vertreten durch die Finanzbehörden nimmt sicher sein eigenes Geld, um bei Ihrem Thema zu bleiben. Zumindest noch und ich hoffe, dass das so bleibt. Dies ist aber nicht als Standardfall vorgesehen. Wir leben in einer Zeit, in der alles, was auch nur im Ansatz aus dem Standardprozess heraus fällt, zum bürokratischen Drama wird, obwohl es bei hinreichendem Engagement und Inkaufnahme des notwendigen Aufwandes möglich ist. Das können wir alle in allen Bereichen des Lebens erfahren, nicht nur beim Bargeld. Service ist halt nur dann im Angebot, wenn er nichts kostet.

        • Danke erneut für Ihre fundierten Ausführungen, lieber Karl S. Damit sind wir uns einig, dass die AO auch die Möglichkeit eines Verstoßes gegen Paragraph 14 Bundesbankgesetz zulässt. Sie schließt ihn zumindest nicht definitiv aus.

          Die Briefvariante hat übrigens ein Leser meines Blogs ausprobiert, wie er mir berichtete. Zwar mit Erfolg, sagt er, das Geld sei angekommen und angenommen worden, aber sein Einschreiben habe auch 10 € gekostet. Eine richtige Lösung meiner Ausgangsfrage scheint das also auch nicht zu sein. Zumal „Geld im Brief“ einen noch skurrileren Anstrich hat als eine ordnungsgemäße Bargeldübergabe gegen Quittung. Dasselbe gilt m. E. auch für das Einwerfen eines Geldumschlags in den Briefkasten des Finanzamts. Denn dieser ist bestimmt nicht für solche Geldeinwürfe vorgesehen.

    • „Ein Blick in §14 Abs. 1 Satz 2 Bundesbankgesetz ist bzgl. Zahlungsmittel ebenso eindeutig: “Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.” – Wohlgemerkt: einzige.“

      Kleiner Hinweis: Das Wort „einzige“ bezieht sich auf „unbeschränkt“ und nicht auf „gesetzlich“

  22. Der war gut ! Saugut !

    Der Autor hat schon recht – weiter so

    „Wo Recht zu Unrecht wird …“ na das kennt Ihr ja

  23. Ich finde Ihr Experiment passend und auf jede Verwaltungsinstitution übertragbar und nicht als ein Weg des Staates uns Bürger vom Bargeld abzubringen (obwohl aus meiner Sicht nicht viel dagegen spricht). Vielmehr spricht aus Ihrem Experiment der tagtägliche Umgang der Behörden mit uns Bürgern, der aus Gesetzen entstanden ist, die nicht für diejenigen erarbeitet oder überarbeitet für die sie sein sollen, sondern nur zur Erleichterung der Behörde. Die Lastenverteilung erfolgt auf die Masse, wobei geflissentlich vergessen oder übersehen wird, wer die Steuern für ihren Arbeitsplatz entrichtet hat.

  24. Hallo Herr Brichta,
    meine Erfahrungen mit FA Bad Gandersheim im Mai 2014:

    Nach mündlicher Terminabsprache, eine mir von meiner verstorbenen Mutter vererbte Steuerschuld von ca. € 12.000 in bar im Finanzamt zu begleichen, wurde mir ohne weiteres ein Mitarbeiter genannt, der mir zum Zeitpunkt der Einzahlung zur Verfügung stand. Wird wohl ab einer bestimmten Höhe des Betrages erforderlich sein, dass ein Mitarbeiter des FA bei der Einzahlung dabei sein muss. Auf keinen Fall war irgendein ablehnender Kommentar zu hören

    • Ihr Erlebnis ist sehr interessant und zeigt, dass es offensichtlich große Unterschiede unter den Finanzämtern gibt.

      Herzlicher Gruß
      Raimund Brichta

  25. Sehr geehrter Herr Brichta,

    grundsätzlich finde ich es gut, Gesetzestexte präzise auszulegen – auch dann, wenn dies der jeweiligen Behörde völlig zuwider läuft.

    Es gibt genügend Stolperfallen in Gesetzestexten und insbesondere auch im Steuerrecht, bei denen die geringste Missachtung zu einem großen persönlichen Schaden führen kann. Ärgerlicherweise auch dann, wenn eine solche, oft un- oder widersinnige Auslegung, vom Gesetzgeber gar nicht beabsichtigt war.

    Aber was ist im vorliegenden Fall der tiefere Sinn dieser Aktion? Geht es um ein formalrechtliches Scharmützel, das im Einzelfall ja auch einmal dem persönlichen Kräftemessens oder auch der Unterhaltung dienen kann? In diesem Fall sollte man jedoch auch Bedenken, dass eine Behörde von den Steuerzahlern bezahlt wird. Wenn solche Verhaltensweisen bei den Bürgern Überhand nehmen, würden wir diese „Späße“ letztlich, bei Aufblähung des Beamtenapparates, selbst bezahlen. Dies gilt umso mehr, wenn man solche „Techniken“ veröffentlicht.

    Einen praktischen oder wirtschaftlichen Nutzen hätte konkret dieser Machtkampf nicht, denn über eine theoretisch anfallende Gebühr bei Bareinzahlung auf ein fremdes Konto, wollen Sie doch nicht ernsthaft diskutieren. Hierbei wäre zudem zuvor zu recherchieren, wie hoch der Anteil derer denn ist, die eine Zahlung an das Finanzamt tätigen müssen – ohne ein eigenes Bankkonto zu haben. Was wäre zudem dann, wenn es dann doch zu einem Rückzahlungsanspruch des Steuerpflichtigen käme? Wie Sie selbst recherchiert haben, gibt es dafür eine Grundlage, dass dies nur bargeldlos möglich ist.

    Da gibt es doch ganz andere Themen, über die man sich mit der Steuerbehörde „sinnvoll“ auseinander setzen kann.

    Ich habe mich beispielsweise einmal über die teilweise Ablehnung (und den dazu folgenden Schriftverkehr) geltend gemachter Aufwendungen, so sehr geärgert, dass ich mich nach präziser Vorbereitung zu einem Widerspruch veranlasst gesehen habe. Dies ist nun nichts Außergewöhnliches. Außergewöhnlich wurde das erst dadurch, dass ich diesen Widerspruch nicht schriftlich eingereicht habe, sondern ihn persönlich zum Diktat bei der sachbearbeitenden Stelle vorgetragen habe – und zwar ausführlich und differenziert und mit schwulstigen Formulierungen.
    Die Aufforderung zu einer schriftlichen Vorlage hatte ich zuvor erfolgreich abgelehnt und auch der Vorgesetzte konnte seiner Mitarbeiterin an dieser Stelle nicht helfen. Sie kam also mit hochrotem Kopf und einem Schreibblock zurück in die Amtsstube, in der ich noch wartete.

    Nach dem Diktat habe ich dann noch einmal alles von ihr vorlesen lassen. Das war unverzichtbar aus meiner Sicht, da ich es ja anschließend noch unterschreiben musste. Die Amtsstube habe ich dann mit den Worten verlassen, dass ich doch froh sei, diesen für mich eleganten Weg gefunden zu haben und bei Bedarf nun gerne zu weiteren diktierten Einsprüchen vorbei kommen würde.
    Im Ergebnis bin ich von weiteren iggeligen und pingeligen Ablehnungen verschont geblieben.

    Auch ein „sinnvoller“ Umgang mit der Finanzbehörde könnte es sein, wenn eine berufstätige und empfängnisfähige Bürgerin den nachvollziehbaren Antrag stellt, die Kosten für empfängnisverhütende Maßnahmen (z.B. die Pille), als Werbungskosten absetzen zu wollen. Schließlich sind Werbungskosten in diesem Sinne die Aufwendung, die anfallen um ein Arbeitsverhältnis neu zu erlangen oder ein bestehendes Arbeitsverhältnis zu sichern.
    Vorab darf ich Ihnen aber sagen, dass man sich mit diesem Gedankenansatz nicht durchsetzen kann. Dennoch war es sehr kurzweilig, erleben zu dürfen, wie problematisch es für die Steuerbehörde war, meinem Gedankenansatz zu begegnen. Zuvor hatte ich schließlich über mehrere Steuerberater schon erleben dürfen, dass dieses Thema geeignet war, Kopfzerbrechen zu bereiten.

    Viel Spaß mit diesen Informationen
    Ulrich Müller

    • Lieber Herr Müller,

      nach meiner Meinung unterschätzen Sie die Relevanz des Themas. Denn hier haben sich im Laufe der Zeit Usancen herausgebildet, die quasi im rechtsfreien Raum stattfinden. Das Mindeste wäre also, die gesetzlichen Regeln auf diesem Gebiet anzupassen. Und woran könnte man die Sinnhaftigkeit eines journalistischen Beitrags besser festmachen als an der Tatsache, dass er den Anstoß zu einer Gesetzesänderung gegeben hat?

      Außerdem erkennen Sie vermutlich nicht den entscheidenden, qualitativen Unterschied, der in unserem Geldsystem zwischen Geld auf dem Konto und Bargeld besteht. Aber darüber können Sie sich leicht hier aufklären lassen:

      http://www.teleboerse.de/kolumnen/kolumnen_brichta/Wozu-noch-Bargeld-article15139526.html

      Ihre Erlebnisse beim Finanzamt sind sicherlich ebenfalls unterhaltsam, allerdings geht es mir hier nicht um die üblichen Probleme, die man so mit seinen Steuererklärungen und dem Finanzamt hat. Mir geht es hier ausschließlich um das Thema Geld. Das Finanzamt ist nur das Beispiel, anhand dessen ich überprüfe, ob der Staat überhaupt noch sein eigenes Geld akzeptiert.

      Herzlicher Gruß
      Raimund Brichta

  26. Als Selbständiger habe ich die Erfahrung gemacht, wer so dumm ist seine Steuer zu überweisen hat damit schon die Grundlage für zukünftige Kontopfändungen gelegt. Wer nicht immer seine Erklärungen pünktlich abliefert, wird mit einer aberwitzigen Schätzung (meist mehr als das Doppelte der früheren Steuer) belegt und dann wird Ruckzuck gepfändet ohne Rücksicht auf andere finanzielle Verpflichtungen wie z.B Miete, Strom, Telefon, Unterhalt etc.
    Mit ungläubigen Staunen entnehme ich aktuellen Presseinformationen wie das in anderen Ländern gehandhabt wird, z.B. in Griechenland wo Steuern für Unternehmer geschenkt, gestundet oder gar nicht erhoben werden.
    Also mein Fazit: Geld ist gedruckte Freiheit, ohne Bargeld hätte ich so manchen Monat nicht überstanden.

    • Dann sagen Sie uns doch bitte noch, wie Sie es schaffen, Ihre Steuern regelmäßig mit Bargeld zu bezahlen?

      • Wie bereits von Ihnen recherchiert, man geht zu der Bank bei der das Wohnort-Finanzamt ein Konto unterhält (steht im Steuerbescheid) und zahlt dort bar ein. Zähneknirschend zahlt man dann auch die Bareinzahlungsgebühr, abhängig von der Gebührentabelle der Bank. Ich kann mich auch noch gut an die Zeiten erinnern wo keine Gebühren erhoben wurden, war aber ca. 10 Jahre her.
        So ist der Lauf der Welt:

        Freiheiten müssen verteidigt werden und man bekommt sie nicht umsonst.

        • So einfach ist es trotzdem nicht. Auf meinem Steuerbescheid stehen zum Beispiel nur Konten von Kreditinstituten, die keine Filialen am Ort des Finanzamts haben.

        • … und diese „Bareinzahlungsgebühr“, …
          ist die überhaupt rechtens?
          Wenn Bargeld ein gesetzliches Zahlungsmittel ist (sein soll), darf dann überhaupt für die Nutzung eine Gebühr verlangt werden?

          Gleiches gilt, wenn ich als Unternehmer mit Bareinnahmen eben diese bei der EIGENEN Bank auf das EIGENE Konto einzahlen will. Manche Bank erhebt darauf eine Gebühr.

    • Ich rate zu einem Steuerberater, meiner sorgt für Pünktlichkeit oder nötigenfalls für Fristverlängerung. Und wenn alle Stricke reißen, weiß er was zu tun ist.

  27. Sehr geehrter Herr Brichta,

    ich halte Ihr Experiment genauso sinnvoll wie notwendig.
    Es geht hir darum, dass der Staat die Bürger immer weiter bevormundet und den Datenschutz abschaffen möchte.
    Und diese Tatsache wird interessanter weise nicht kritisch aufgenommen.
    In den 1980igern war die Volkszählung ein großes Problem, heute sind wie weit darüber hinaus und kein Mensch regt es auf. Wenn nur 10 % der Entrüstung die jeden Tag für Homo-Sexuelle, Flüchtlinge und sonstiges verwendet wird, sich auf dieses Thema konzentrieren würde, wären wir einen ganzen Schritt weiter. Und hier sind nicht ein paar Randgruppen betroffen, die eine starke lobby haben, sondern jeder Bürger und gerade hier gibt es KEINE starke lobby.

    Herzlicher Gruß

    S. Müller

  28. Wie ist folgender Text zu verstehen?
    ich glaube schon zu wissen WIE. — Doch wird dieses GESTZLICHE Zahlungsmittel nicht gerade vielerorts ausgehebelt/ignoriert?

    „Gesetzliches Zahlungsmittel

    Als gesetzliches Zahlungsmittel bezeichnet man das Zahlungsmittel, das in einem Währungsraum aufgrund gesetzlicher Regelung von jedermann zur Tilgung einer Geldschuld akzeptiert werden muss. Im Euroraum ist Euro-Bargeld das gesetzliche Zahlungsmittel; nur die Zentralbanken des Eurosystems dürfen es in Umlauf bringen. In Deutschland sind auf Euro lautende Banknoten das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel. Euro-Münzen sind beschränkte gesetzliche Zahlungsmittel, da niemand verpflichtet ist, mehr als 50 Münzen oder Münzen im Wert von über 200 Euro anzunehmen. Deutsche Euro-Gedenkmünzen sind im Inland gesetzliches Zahlungsmittel.“

    • Ganz genau, das ist der Text von der Bundesbank-Seite. Man mag das ja verändern können, aber dann bitteschön auf sauberer gesetzlicher Grundlage.

  29. Sofern das Gesetz noch gilt, dass Banknoten gesetzliches Zahlungsmittel sind, die ein Gläubiger in unbegrenzter Höhe zur Begleichung einer Schuld annehmen muss – ist das Verhalten der Finanzbeamten ungesetzlich. Zur Bargeldabschaffung habe ich noch einen Gedanken: Wenn ich nicht mehr die Möglichkeit habe, mein Kontoguthaben bar mitzunehmen und unters Kopfkissen zu legen, bin ich auf Gedeih und Verderb der Bank mit meinen Konten ausgeliefert. Sollte diese pleite gehen oder Insolvenz anmelden, stehe ich in der Liste der Gläubiger sehr weit hinten; will heißen, ich bekomme mein Geld nie wieder zu sehen. So gesehen ist Bargeld das sicherste Geld. Und wenn ich in dieser Situation unbar an das Finanzamt zahlen muss? Pech gehabt? Oder was? Noch was: Würde Bargeld abgeschafft und jeder Minibetrag müsste mit EC-Karte oder sonst wie unbar bezahlt werden – das bedeutete auch, dass sich gewisse Herrschaften die Taschen noch voller stopfen könnten, denn bei einer solchen Flut von Buchungen von Minibeträgen würden sicher alle Kreditinstitute jeden Posten bepreisen. Und die Händler würden sich auch ihren Teil nehmen. Solche Terminals sind schließlich kostenintensiv – also: Preise rauf.

  30. „“toller sommerpausenfueller! Kein mensch kommt auf die idee, steuern beim finanzamt in bar zu bezahlen. Aber vielleicht koennen sie, herr brichta, sich demnaechst ihr gehalt per lohntuete bezahlen lassen. Waer doch auch eine kolumne wert.““

    • Schauen Sie einfach mal in den Kommentaren auf dieser Seite nach. Wenn sie dann immer noch vom „Sommerpausenfüller“ faseln und davon, dass „kein Mensch“ auf die Idee käme, müsste man Ihnen ein gewisses Maß an Ignoranz attestieren.

      Und wenn ein Arbeitgeber tatsächlich auf die Idee käme, den Lohn in Bargeld zu zahlen, wäre man als Lohnempfänger ebenso verpflichtet, das gesetzliche Zahlungsmittel zu akzeptieren. Gerade dieses Beispiel zeigt die Relevanz dieses Themas. Denn hier haben sich im Laufe der Zeit Usancen herausgebildet, die quasi im rechtsfreien Raum stattfinden. Das Mindeste wäre also, die gesetzlichen Regeln auf diesem Gebiet anzupassen. Und woran könnte man die Sinnhaftigkeit eines journalistischen Beitrags besser festmachen als an der Tatsache, dass er den Anstoß zu einer Gesetzesänderung gegeben hat?

    • Ich weiß nicht wer Sie sind will ich auch nicht wissen.Aber es war immer ein erhebendes Gefühl meinen Lohn in einer Lohntüte zu bekommen auch wenn das schon paar jährchen her ist.Weiter so Herr Brichta

  31. Nur BARES ist WAHRES!

  32. Hallo Herr Raimund Brichta.
    nicht entmutigen lassen – ich denke eine sehr grundsätzliche Klärung ist hier wirklich nötig. Ich bin zwar kein Verfassungsrechtler aber ich denke EURO-Bargeld ist das einzige voll umfängliche gültige Zahlungsmittel in DE. Daher sollte ein Organ des Staates – wie das Finanzamt – sich nicht davor drücken dürfen, auch aus Kostengründen nicht, Steuerzahlungen in Bar zu akzeptieren. Nicht, dass ich Ihnen das empfehlen wollte aber ich denke, dass – sollte ein solcher Fall vor einem der höchsten Gerichte entschieden werden – das Finanzamt eine krachende nierderlage einfahren würde. Weiter so….
    B.A.

  33. Welch ein sinnfreier Artikel.

    Ein selbstverliebter, beratungsresistenter Autor, der sich an Kleinigkeiten aufgeilt und Kritik als persönlichen Angriff wertet.

    In welchem Verhältnis steht denn der Aufwand, eine Kasse zu verwalten, die wenn überhaupt, nur von ein oder zwei Leuten monatlich genutzt wird?
    Was würden Sie sagen, wenn ein solcher Aufwand für diese wenigen Zahlungen betrieben wird?
    So wie Sie sich hier verhalten, weckt es den Eindruck, dass Sie der Erste wären, der dann ein Buch über verschwendete Steuergelder schreibt.

    Das die Beamtin am Telefon eine eher zaghafte, aber dennoch richtige Aussage getroffen hat, ist doch kein Thema. Immerhin haben Sie doch eine schriftliche, korrekte Aussage bekommen. Wo ist also ihr Problem?
    Haben Sie mal eine Abgabenordnung in der Hand gehabt? Was haben Sie erwartet? Gehen sie mal zu einem Steuerberater und fragen dort nach einer genauen Rechtsgrundlage zu einem steuerlichen Anliegen. Die wenigsten werden diese auf Anhieb vorlegen können. Und diese Leute sind mehr als gebildet. Sie werden Stunden zu diesem, wie alle hier sehen, sehr schwierigen Thema verbracht haben und erwarten innerhalb von Minuten eine 100 Prozent korrekte Antwort und machen ihr das zum Vorwurf. Alleine das zeigt, wie unfähig Sie sind.

    Und natürlich werden Beamte von „Ihnen“ bezahlt. Bezahlt aber auch der Beamte sich selbst, wenn von seinem Lohn Steuer einbehalten wird?

    Haben Sie Ihrem Arbeitgeber eigentlich mal Vorgeschlagen, sich Ihren Lohn bar auszahlen zu lassen? Rechnungsbeträge in Bar eingefordert?
    Von wo haben Sie das Geld für Ihre Zahlung an das Finanzamt geholt? Doch nicht etwa von der Bank?
    Meine Fragen hierzu sind genauso sinnlos wie Ihr Artikel.

    Ihnen hätte ich aber zu allererst einmal geraten, sich mit einem Steuerberater zusammen zu setzen und mit ihm darüber zu diskutieren. Denn er ist ein Fachmann, Sie lediglich ein vor Langeweile sterbender Querulant, der auf sein Unwissen beharrt und keine Kritik annimmt.

    Vielleicht sollten Sie aber noch einmal Holgerson´s Kommentare lesen. Davon können Sie noch etwas lernen.

    • Sorry, auch Sie schreiben leider am Thema vorbei und stellen die falschen Fragen.

      Es scheint zum Beispiel Ihrer geneigten Aufmerksamkeit entgangen zu sein, dass ich mich in meinem Artikel überhaupt nicht daran störe, dass Finanzkassen aus Kostengründen geschlossen werden. Sollen sie doch! Solange gleichzeitig die Möglichkeit der Bargeldzahlung erhalten bleibt, wäre das vollkommen in Ordnung! Und Letzteres wäre so einfach: Das Finanzamt müsste lediglich sicherstellen, dass ein Kreditinstitut vor Ort tatsächlich Zahlungsmittel gegen Quittung für das Finanzamt entgegennimmt – und zwar gebührenfrei und ohne die läppische Begrenzung auf 1.000 Euro. Und wenn es sich die Sparkasse tatsächlich nicht leisten kann, für ihren Großkunden Finzanzamt bei den paar Bareinzahlungen, die es noch gibt, auf die Gebühr zu verzichten, dann könnte das Finanzamt die Gebühr übernehmen. Schließlich spart das Amt durch die Schließung der Kassen einen erheblichen Batzen Geld. Worin läge das Problem?

      Aber ich fürchte, dass ich auch bei Ihnen schon viel zu sehr inhaltlich argumentiere. Auch Ihnen scheint es auf Inhalte gar nicht so sehr anzukommen – Hauptsache stänkern.

      Wie sonst könnten Sie behaupten, dass „die Beamtin am Telefon eine eher zaghafte, aber dennoch richtige Aussage getroffen hat“? Die Aussage der Dame war eindeutig falsch, wobei ich zu Gunsten der Beamtin noch annehmen will, dass sie tatsächlich der irrigen Annahme war. Hätte sie mich dagegen bewusst irreleiten und „für dumm verkaufen“ wollen, wäre das m. E. noch schlimmer.

      Ihre Frage, ob ich meinen Arbeitgeber schon mal zur Barzahlung des Lohnes aufgefordert habe, ist übrigens einigen anderen Lesern hier im Blog auch schon eingefallen. Sie hätten also ruhig mal nachlesen können, was ich darauf geantwortet habe. Ich gebe mir hier trotzdem auch noch mal mit Ihnen die Mühe:

      Sie sprechen mit dieser Frage den umgekehrten Fall an, um den es mir in meinem Selbstversuch aber gar nicht geht. Den Fall nämlich, dass ich der Gläubiger bin und eine Zahlung erhalte. Ob man als Gläubiger auch VERLANGEN kann, nur mit gesetzlichem Zahlungsmittel bedient zu werden, oder ob man sich mit einer anderen Bezahlung zufrieden geben muss, ist strittig. Jedenfalls habe ich mich mit dieser Frage noch nicht abschließend beschäftigt.

      Juristisch UNSTRITTIG ist dagegen, dass jeder Gläubiger zur Annahme von gesetzlichen Zahlungsmitteln verpflichtet ist, wenn diese zur Bezahlung einer Geldschuld angeboten werden. Und genau auf dieser Bestimmung fußt mein Selbstversuch. Das Finanzamt als Gläubiger MUSS die gesetzlichen Zahlungsmittel annehmen, wenn ich ihm diese anbiete. Tut es das nicht, handeln die Beamten gesetzeswidrig.

      Wenn man das nicht will, muss man eben die Gesetze ändern. Auch das könnte eine mögliche Schlussfolgerung sein. Da bin ich vollkommen offen. Meine Absicht als Journalist ist es nur, mit diesem Selbstversuch darauf aufmerksam zu machen, dass sich viele Usancen, die sich in den letzten Jahrzehnten mit dem bargeldlosen Bezahlen eingebürgert haben, im rechtsfreien Raum abspielen. Das ist – wie ich finde – ein legitimes Anliegen, auch wenn es Ihnen nicht gefallen mag. Aber mit Letzterem kann ich gut leben 😉

  34. Vielleicht hilft Ihnen die Geschäftsordnung für die Finanzämter (FAGO 2010)….
    Das Finanzamt wird Ihnen immer entgegenkommen.

  35. In Sachsen kann man noch bei den meisten fi-ämtern bar einzahlen – bitte aber dazuschreiben wenn mann eine quittung braucht. Das sollten auch immer mehr Menschen tun!!!
    Interessanter ist es aber, mehr als 1500€ in bar als Steuererstattung zu erhalten !! Mehreree Musterprozesse laufen hier schon – einfach mal bei FG Leipzig fragen!!
    Auch sollten die Steuerpflichtigen keine Bankverbindung mehr auf den Steuererklärungen angeben. Die Daten sind nicht nur seit NSA nicht gerade geschützt! Im übrigen besteht auch gar keine Verpflichtung hierzu. Die Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine sollten schon wegen eventueller Haftungsansprüche darauf hinweisen! Auch der CCC hat auf die mangelnde Datensicherheit hingewiesen. Die derzeitige „anfassbare“ Euro Bargeldmenge beträgt CA. 1 Billion Euro. Sollten die Menschen weiterhin alles Geld auf den Konten lassen ist nach vorsichtiger Berechnung bei absinken dieser Menge auf unter 350 Mrd. € lassen sich politisch otivierte Haircuts wie in Zypern relativ gut umsetzen. Ob dann die 100T€ immer noch von der Kanzlerin garantiert werden darf bezweifelt werden. Das statistische Durchschnittsguthaben + politischer Sicherheitsaufschlag garantieren dann eine „demokratisch“ legitimierte Enteignung. Die dümmere Mehrheit bestimmt über die klügere Minderheit. SOM – Save our Money!!

  36. Hallo Herr Brichta,
    wann gehst denn weiter mit Ihrem Experiment?
    Ich bin schon ganz gespannt!

  37. „Durch die Ermächtigung eines am Ort ansässigen Kreditinstituts ist sichergestellt, dass weiterhin Bareinzahlungen für Steuerpflichtige möglich sind.“

    Also mein Kreditinstitut lehnt Einzahlungen zu Gunsten Dritter ab.

    Wie geht es in diesem Fall weiter?

    • Das weiß ich momentan leider noch nicht. Ich werde nun im Herbst erst einmal meinem Fall weiter nachgehen, nachdem ich mich in den letzten Monaten um andere Dinge kümmern musste. Aber ich bleibe dran.

      • Kleines Update: Ich muss das Ganze leider so timen, dass ich zu einer fälligen Steuerzahlung auch tatsächlich an meinem Heimatort bin. Denn sonst kann ich dort nicht bar bezahlen.

        Bei der Steuerfälligkeit im Dezember ist das leider nicht der Fall, so dass ich alle, die auf die Fortsetzung warten, aufs Frühjahr vertrösten muss. Stay tuned!

  38. Hallo Herr Brichta,

    ich finde es super daß es noch sie Menschen wie Sie gibt die den Hintergrund des Bargeldverbots erkannt haben. Leider gibt es noch Menschen wie N.Holgerson die lieber noch an den Weihnachtsmann glauben und brav das tun was man tun „sollte“ aber nirgendwo festgeschrieben ist. Das Problem ist aber daß die meisten Bürger sich über so etwas gar keine Gedanken machen da sie ja auch die Möglichkeit haben sich ordentlich ablenken zu lassen von den realen Problemen, aber ich kann diese Wesen auch verstehen zumal man als Roboter weitaus weniger Sorgen haben dürfte als jemand der in Freiheit leben möchte und nicht den ganzen Tag kontrolliert werden will.

    • @ Ticco:

      Ich kann Ihren Kommentar nicht ganz nachvollziehen

      Sie finden es also gut, dass Herr Brichta Menschen mit der völlig nebensächlichsten Sache der Welt, der Unmöglichkeit von Bargeldeinzahlung bei seinem Finanzamt, von realen Problemen (Klima und Energie, Kriege und Folgen) ablenkt? ????

      Und Sie nutzen Internet und wollen in Freiheit leben. Wie passt DAS denn zusammen, wo jeder Tastenklick registriert wird?

      • Ich lasse diesen Kommentar von meiner Seite aus unkommentiert, lieber Herr Kons, weil ich Ihnen Ihre Uninformiertheit in Geldfragen zugute halte. Mehr dazu in meinen Antworten auf Ihre anderen Kommentare.

  39. Mein Kommentar von vor ein paar Tagen ist noch nicht durch Ihre Zensur gelangt.

    Im Nachgang dazu viel mir noch etwas ein, wie Sie Ihr Bares beim Finanzamt loswerden können.

    Warten Sie doch ganz einfach ein paar Wochen mit Ihrer Zahlung der fälligen Steuerzahlung im Dezember. Reagieren Sie auch nicht auf nette Erinnerungsschreiben. Und Sie werden sehen: Das Finanzamt kommt Ihnen sogar entgegen; ja, es macht Hausbesuche. Dabei können Sie sicher gerne in Bar bezahlen.

    Netter Service von netten Menschen für säumige Zahler.

    • Sie scheinen tatsächlich Probleme beim Durchblick zu haben, werter Herr Kons. Ihr Kommentar ist seit 8. Dezember online, und ich habe darauf auch schon geantwortet. Sobald Sie also das Problem mit Ihrem Optiker geklärt haben, lesen Sie sich meine Ausführungen zum Qualitätsunterschied zwischen den beiden Geldarten einfach mal durch. Hoffentlich ist Ihr Blick dann etwas erweitert.

      Wenn nicht, hilft vielleicht auch ein Blick in mein Buch „Die Wahrheit über Geld“, auf dessen Internetseite Sie hier gelandet sind. Über den Button rechts oben können Sie es leicht bestellen 😉 Es enthält übrigens über die oben geschilderte Problematik hinaus zahlreiche weitere interessante Informationen über unser Geld, die man in diesen Zeiten kennen sollte.

      Und was Ihren „Vorschlag“ anbelangt: Da Ihr „netter Service“ nicht kostenlos zu haben ist, nehme ich ihn nicht in Anspruch. Ansonsten würde ich es mir tatsächlich überlegen.

      • Ach ja, noch etwas: Sie haben Ihren ersten Kommentar unter den Teil 1 meiner kleinen Serie zum Bargeldverbot beim Finanzamt gestellt. Logischerweise ist er – samt meiner Replik – auch dort erschienen. Hier haben Sie sich nun den Teil 3 ausgesucht, um unbegründet darüber zu meckern, dass Ihr Kommentar noch nicht durch meine „Zensur“ gelangt sei. Wenn Sie eine konsistente Diskussion wünschen, in der ein Kommentar auf den anderen folgt, sollten Sie sich für einen Beitrag entscheiden.

        Auch das zeigt, dass sich ein solches Thema nicht für flüchtig im Vorübergehen geschriebene Kommentierung eignet. Denken Sie lieber etwas länger nach, bevor Sie über eine „Zensur“ schwadronieren, die es hier nicht gibt.

  40. Hallo Herr Brichta,

    aberwitzig wird das Ganze, wenn man/frau weiß, daß „Edelmetalle und Edelsteine dem Bargeld (per Gesetz) gleichgestellt sind. Absolut irre.
    LG Binder

    • Wie kommen Sie darauf? In welchem Gesetz soll das stehen? Laut Bundesbankgesetz sind nur Euro-Banknoten und -Münzen gesetzliche Zahlungsmittel. Folglich kann es nichts anderes geben, was dem Bargeld gleichgestellt wäre.

  41. Sehr geehrter Herr Brichta,

    damit ich mich nicht in der Dikussion „Wahr oder Lüge“ verirre nur so viel: Ich finde Ihr Engagement in der Sache absolut RICHTIG,WICHTIG und zwingend NOTWENDIG (Vorallem solange es der kleine Nils Holgerson noch immer mit den Wildgänzen treibt).
    Solange freier Journalismus und die freie Meinugsäusserung
    noch möglich ist, sollte man den Finger in die Wunde legen.

    Ich finde, jede Meinungsäusserung ist wichtig. Egal ob Pro oder Contra. Was zählt ist wach zu bleiben und Flagge zu zeigen. –> Den Stein ins Wasser werfen.

    Danke dafür…

    PS. Muss doch gleich noch im DUDEN nachschlagen ob es die Begriffe „Zivilcourage“ und „Engagement“ noch gibt. Oder gab’s da auch schon eine klamheimliche Verordnung….

  42. Oh bitte mehr davon!!! Wann geht es weiter? Wir haben beruflich gerade den Betriebsprüfer im Haus und es gibt nichts motivierenderes als Ihre Dialoge mit dem Finanzamt! Weiter so!

    • Die Mühlen des Finanzamts mahlen langsam. Deshalb geht es vermutlich erst im Sommer weiter 😉

  43. hallo

    super Aktion von Ihnen. Man kennt die gleiche Problematik mit der GEZ Gebühr, die weigern sich nämlich auch die Zwangsgebühr bar anzunehmen.
    Freue mich schon auf die nächsten Berichte.

  44. Ich finde diese Aktion Super. Alles geht nur noch Richtung mehr Kontrolle. Die Begründung z.B. Terrorabwehr ist vorgeschoben. Belgien und Frankreich haben Begrenzungen! Hat es geholfen? Weiter so, bitte.

  45. Beim Berliner Finanzamt Charlottenburg ist Barzahlung möglich.
    Vielleicht können Sie bei Ihrem nächsten Berlinbesuch dort mal Ihre Steuerschulden in bar loswerden, sofern die das für ein auswärtiges FA annehmen.
    Bargeld ist gelebte Freiheit, bis zu dem Zeitpunkt, an dem nur noch der Heizwert des bedruckten Papiers zählt.

  46. egal ob Rundfunkgebühr oder rote Ampeln, ich halte es auch hier immer wieder für wichtig zu erwähnen: Hauptthema ist die Einhaltung gesellschaftlich vereinbarter Regeln oder die Anpassung derselben an die gesellschaftliche Realität, sonst gibt es kein Halten Richtung „Wildwest“, auf neudeutsch möglicherweise Neoliberalismus genannt. Wir können als Gesellschaft und Gemeinschaft nur sozial existieren, wenn wir unsere Vereinbarungen ernst nehmen. Und herrscht seit Jahren eine zerstörerische Errosion vor. Der läßt sich zB. mit dieser „Pingeligkeit“ gegenüber Gesetzestexten und deren fehlerhafter, individueller Auslegung wunderbar begegnen. Ich sage mal, lieber Sand im Getriebe als ahnungslos Gas geben 😉

  47. Recht und Gerechtigkeit sollten zwar, wie frischverliebte Paare, Hand in Hand gehen wollen und können, sind aber in Wirklichkeit zerstrittener, als weitläufig wahrgenommen wird.
    Nun gibt es über dessen Spannungsverhältnisse hinaus eine vielfältig bzw. variationsreich geforderte Verhaltenspflicht, nach dessen Prinzip nicht mehr Aufwand berieben werden sollte, als zwingend notwendig ist.
    Diese Forderung leitet sich vom sogenannten „Sparsamkeitsprinzip“ (Kritischer Rationalismus)ab, daher im weitesten Sinne die Pflicht besteht, unnötige Aufwendungen gegenüber beteiligter Parteien (Individuen, Gesellschaften, Ressourcen etc.) zu vermeiden.
    Somit stellt sich grundsätzlich – und im Besonderen zu soziologischen Anliegen – die Frage, in wieweit bislang konzipierte Regelelwerke rational begründet, sofern überhaupt begründbar sind (Falsifikation / Falsifikationspflicht).
    Die Frage also, in wiefern Bahres in Wirklichkeit „Wahres“ (re-)präsentiert, stellt sich somit nur als ein Schritt, unter ungleich mehr anstehenden Entwicklungsschritten im Sozialwesen dar, zumal Letztbegründungen auf Gewaltherrschaften hindeuten, selbst wenn sie ohne Vorsatz eingeführt wurden u.o. werden.

    In diesem Sinne,
    Philo

  48. Einfach köstlich 😉

    Wenn man sich man ansieht was der Staat dem Bürger mit seiner übertriebenen Steuergesetzgebung für Aufwand bereitet, finde ich es höchst angebracht ihn an der ein oder anderen Stelle mit seinen eigenen „Waffen“ zu piesacken.

    Weiter so, Herr Brichta!

  49. Ich will in Zukunft auch bar zahlen, aus verschiedenen Gründen. Und Rückzahlungen möchte ich als Bargeld haben. Daher recherchiere ich das Thema.

    Es wäre eine große Hilfe, wenn sie die anderen Teile des Beitrags verlinken könnten. Sie hier zu finden ist echt schwierig.

    • Googeln Sie einfach nach „bargeldverbot beim finanzamt“. Dann finden Sie alle Teile.

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